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Schon am ersten Tag: „Ahlener Mammut“ ist Publikumsmagnet

Wie sehr die Menschen in Ahlen „ihr“ Mammut vermisst haben müssen, zeigte eindrucksvoll der Museumstag am Sonntag. Am ersten Tag der Sonderausstellung, die das zusammengesetzte Skelett eines vor 108 Jahren in Ahlen gefundenen Wollhaarmammuts präsentiert, hatten 318 Besucherinnen und Besucher ihren Fuß über die Schwelle zum Heimatmuseum gesetzt.

„Darunter auch Gäste, die bislang noch nie unser Museum betreten haben“, freute sich Kulturfachbereichsleiter Christoph Wessels über den starken Zuspruch, den die Mammut-Ausstellung schon zur Premiere erfahren hat.

Die Besucher scharrten am Morgen förmlich mit den Hufen. Schon nach einer Stunde waren mehr als 50 Interessierte gekommen, um die Leihgabe aus dem Geomuseum Münster zu bestaunen. „Vor allem Kinder standen schon fast ehrfürchtig vor dem Mammut“, beobachtete Wessels wiederholt. Aber auch die erwachsenen Besucher bekamen eine Ahnung von der Urgewalt, mit der das fast dreieinhalb Meter große steinzeitliche Relikt zu Leibzeiten durch die westfälischen Weiten gewandert sein muss.

Ergänzt wird die Präsentation des Skeletts durch eine umfangreiche Dokumentation, die die Geschichte des Mammuts seit seinem Fund im Jahre 1910 beleuchtet. Stadtchronist Jürgen Rheker trug zahlreiche zeitgenössische Zeitungsartikel und Veröffentlichungen zusammen, die zeigen, wie wechselvoll über mehr als ein Jahrhundert der Umgang mit den Knochenresten war.

Zu sehen sind Mammut und Begleitausstellung bis zum 22. Juli im Heimatmuseum der Stadt Ahlen, Wilhelmstraße 12. Öffnungszeiten: mittwochs und samstags 15.00 bis 18.00 Uhr, sonn- und feiertags 11.00 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Gruppenanmeldungen nimmt Gabriele Moser-Olthoff vom Kulturamt unter Tel. 02382 59290 (moser-olthoffg@stadt.ahlen.de) entgegen.

Sonderausstellung vom 13. Mai bis 22. Juli:

  • Präsentation der originalen Mammutknochen: durch Absperrbänder (Metallständer, armdicke Kordeln) geschützt, auf einem eisernen Gestell einige Zentimeter erhöht, blickt der Eiszeitriese den Besucher direkt an. Allein durch die Größe (Höhe: ca. 3,28 m, Länge: 5,50 m) wird ein Großteil des mittleren Hauptraumes von den Mammutknochen eingenommen. Das Mammut reicht fast bis an die Decke des ohnehin schon sehr hohen Deelenraumes. Der Eiszeitriese kann in dieser Räumlichkeit voll zur Geltung kommen.
  • In den beiden seitlichen Gefachen wird die Fund- und Rezeptionsgeschichte des Ahlener Mammuts seit 1910 präsentiert. Einen Teil der sehr spannenden und anschaulichen Aufarbeitung wird durch alte und neue Zeitungsartikel zum Ahlener Mammut präsentiert, die der ehrenamtlich tätige Ahlener Stadtchronist Jürgen Rheker recherchiert und zur Verfügung gestellt hat.
  • Auch die spezielle Ahlener Mammutadaption soll dargestellt werden. So gibt es in Ahlen eine mannigfaltige Identifikation mit dem Mammut. Als Beispiel hierfür sind die bunt gestalteten großen und kleinen Mammutplastiken zu nennen, die seit 2013 im Stadtbild zu sehen sind, oder die seit dem Jahr 1988 stattfindenden Mammutspiele in den Sommerferien oder auch der seit dem Jahr 2006 vergebene Ahlener Wirtschaftspreis, der durch die Bronzeplastik des Künstlers Andrzej Irzykowski in der Form des eines Mammuts manifestiert wird.
  • Die Mammutschule unterstützt die Ausstellung im Heimatmuseum mit einem Mammutbackenzahn (mitsamt Vitrine) und zwei bunt angemalten Mammutplastiken.
  • Innerhalb der Dauerausstellung im Heimatmuseum werden in Raum Nr.1 weitere originale Artefakte aus der Altsteinzeit präsentiert: ein originaler Mammutstoßzahn und zwei größere Backenzähne. Zudem gibt es Reste von weiteren Tieren aus der Altsteinzeit, also Lebensgenossen des Ahlener Mammuts: ein Unterkieferast vom Fellnashorn bzw. Wollhaarigem Nashorn und ein Horn von einem Wisent.
  • Diverse Werkzeuge des Menschen aus dieser Zeit, wie z.B. Pfeilspitzen und Schaber, bezeugen die Jagd des Menschen auf diese Tiere, die als Nahrungs-grundlage des altsteinzeitlichen Menschen dienten. Der Mensch lebte in dieser Zeit als Jäger und Sammler. Da auch das gigantische Mammut mit derartigen Waffen vom Menschen gejagt (und zerlegt) wurde, wird durch die in ihrer vollen Größe aufgestellten Mammutknochen die Jagdleistung der Eiszeitmenschen, die tagtägliche Gefahr und der Überlebenskampf, dem der damalige Mensch ausgesetzt war, sicher für den heutigen Besucher der Ausstellung noch einmal bewusster, denn er steht unmittelbar vor den Knochen des Eiszeitgiganten.
  • Die Sonderausstellung zum Ahlener Mammut richtet sich an alle interessierten Ahlener: Sowohl Einzelbesucher als auch Schulklassen, aber auch Familien sollen mit der Mammutausstellung angesprochen werden.
  • Am Internationalen Museumstag werden speziell Familien mit Kindern als Zielgruppe angesprochen. Einzelbesucher sind natürlich jederzeit (zu den Öffnungszeiten) willkommen. Die Ahlener Schulen werden gesondert angesprochen und zu einem Besuch des Mammuts eingeladen. Während der Sonderausstellungszeit können die Ahlener Schulen von Dienstag bis Freitagmorgens das Heimatmuseum besuchen, wenn gewünscht auch mit einer kurzen inhaltlichen Führung zur Eiszeit und dem Ahlener Mammut.
  • In Kooperation mit dem Geomuseum Münster wird es an zwei Tagen ein ausgeweitetes museumspädagogisches Angebot für die Ahlener Schulen geben. Auch dieses Angebot wird kostenfrei sein.

Viele Interessierte zog das „Ahlener Mammut“ am Sonntag ins Heimatmuseum


Rund ums Mammut ging auch der Familientag der Museumspädagogik


Beliebtes Mitbringsel: Das Ahlener Mammut in Plüsch