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Schulen und Kitas machen es vor: In einem Jahr 30 Tonnen weniger Kohlendioxid produziert

Einen Aufruf zum sofortigen Schutz des Klimas haben heute gut 300 Schülerinnen und Schüler sowie Kita-Kinder aller Schulen und Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft an die Öffentlichkeit gerichtet.

Im Berliner Park versammelten sie sich zu einer bunten Kundgebung, um anschließend auf dem „Klimamarsch“ zur Mammutschule zu ziehen. Dort überreichte Bürgermeister Dr. Alexander Berger Urkunden an die im Klimaschutz und beim Energiesparen erfolgreichsten Einrichtungen. Der Klimaaktionstag fand statt im Rahmen eines auf vier Jahren ausgelegten pädagogischen Energiesparprojekts. Durch die im Projekt umgesetzten Maßnahmen gelang es 2018 in Ahlen, rund 30 Tonnen Kohlendioxid an Schulen und in Kitas einzusparen.

Mit Botschaften wie „Die Erde kocht vor Wut“, „Klimaschutz statt Kohlenschmutz“ oder „Tankt frische Luft“ zeigten die jungen Leute ihre Angst vor der fortschreitenden Zerstörung der Umwelt. Sie verlangten ernsthafte Maßnahmen und Entscheidungen, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu bremsen. „Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel erlebt und die letzte, die ihn aufhalten kann“, zitierten unter Beifall Vertreter der Ahlener Gruppe „Fridays for Future“ den früheren US-Präsidenten Barak Obama. Bürgermeister Berger sprach zu den Demonstranten und fand es gut, „wie Ihr der Politik und den Großen zeigt, wo`s langgeht.“ Der andauernde Protest der Schülerschaft habe dafür gesorgt, dass heute auf die Meinung junger Leute gehört werde. In Ahlen habe der menschengemachte Klimawandel zu heißen und trockenen Sommern geführt. „Woanders auf der Welt ist es viel schlimmer“, so Berger. Steigende Meeresspiegel und wachsende Wüsten führten dazu, dass überall auf der Welt Menschen aus ihrer Heimat flüchten müssten.

In der Mammutschule zeichnete das Stadtoberhaupt im Anschluss an den Klimamarsch die Schulen und Kitas für ihre erfolgreichen Einsparprojekte aus. Das Wahrzeichen der Schule, das vom Menschen ausgerottete Mammut, stehe als warnendes Symbol dafür, wohin die fehlende Rücksicht des Menschen auf die Natur führen kann. „Wir müssen mit unserem Planeten, mit der Luft, mit dem Wasser und den Böden achtsam umgehen“, mahnte der Bürgermeister. Durch das Energiesparprojekt gelang es 2018, acht Prozent weniger Strom und gut drei Prozent weniger Wasser an den Schulen zu vergeuden. Eine leichte Steigerung gab es mit 1,9 Prozent beim Heizenergieverbrauch. „Die Menge an Kohlendioxid, die so vermieden wurde, entspricht dem CO2, das 3000 Bäume binden können“, machte Bettina Baron vom betreuenden „e&u Energiebüro“ deutlich. Dies sei „ein toller Trend, der zum Weitermachen ermuntert.“

Sven Stilling von der Marienschule und Valentina Butsch von der Barbaraschule stellten exemplarisch vor, wie sie an ihren Schulen Energie eingespart bzw. Klimabewusstsein geschaffen haben. So seien in der Barbaraschule erfolgreich die Energiedetektive auf die Suche nach versteckten Stromverbrauchern gegangen. Einen „Warmen-Pulli-Tag“ legten die Marienschüler ein. Mit Zustimmung der ganzen Schulgemeinde wurde im Frühjahr die Heiztemperatur für einen Tag um drei Grad gesenkt. Verblüfft waren die Schülerinnen und Schüler beim Gang in den Keller, wie schnell sich die Zeiger des Wasserzählers drehten. In einem Energievertrag sei nun geregelt, mit der Wasserspülung auf den Schultoiletten sparsamer umzugehen.      

Die Energiesparmaßnahmen der Schulen koordiniert Leonie Sahm vom Zentralen Gebäudemanagement der Stadt Ahlen: „Das wir in so kurzer Zeit einen so großen Erfolg haben, hätte ich anfangs nicht zu glauben gewagt.“ Die Themen Energie und Klima seien so fest in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler verankert, „dass wir mit Sicherheit in den kommenden Jahren noch deutlich mehr Kohlendioxid und Energie sparen werden.“  

Hintergrund:
Das Projekt „Klimaschutzmanagement bei der Weiterführung von Energiesparmodellen in Schulen und Kindertagesstätten“ ist ein auf vier Jahre angelegtes pädagogisches Energiesparprojekt in Ahlener Bildungseinrichtungen. Alle 14 Ahlener Schulen, welche sich auf 15 Standorte verteilen, sowie die vier städtischen Kindertagesstätten nehmen an dem Projekt teil. Das Projekt wird durch den Projektträger Jülich (PTJ), im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, unterstützt.

Die finanziellen Zuwendungen belaufen sich auf eine Erstattung von 65 Prozent der Gesamtkosten. Die verbleibenden prozentualen Anteile sowie die Prämienzahlungen an die Einrichtungen in jährlicher Höhe von 12.000 Euro werden seitens der Stadt Ahlen entrichtet. Das Projekt setzt einen pädagogischen Schwerpunkt in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen und legt den Fokus auf Energieeinsparungen durch Nutzerverhalten. Die Entrichtung der Prämien bemisst sich an der Beteiligung der jeweiligen Einrichtungen (auch im Verhältnis zur Gesamtgröße).

Das e&u Energiebüro aus Bielefeld steht für eine Kombination aus pädagogischer und energietechnischer Arbeit, wobei im Fokus steht, den Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren und mithilfe dessen Beiträge zum Klimaschutz und zu Kostensenkungen zu leisten. Im Sommer 2018 fand die erste Prämierungsveranstaltung nach erfolgreich abgeschlossenem erstem Projektjahr in der Sekundarschule statt. Dabei präsentierten einige Schülergruppen ihre Ergebnisse anhand von Fotos und Erzählungen. An vielen Schulen wurden Energie-AGs gegründet, Energiedetektive ins Leben gerufen und das Thema „Energiesparen“ in Unterrichtseinheiten eingebunden. Dabei haben die Mitarbeitende des Energiebüros die Einrichtungen mit Materialien oder sogar Mitgestaltung vor Ort unterstützt.

Ganzjährig stellte das Büro außerdem Messgerätekoffer mit beispielsweise Thermometern oder Lux-Messern und CO²-Ampeln zur Verfügung, damit die Kinder und Jugendlichen selbst Experimente durchführen konnten. Das Büro versandt zusätzlich weiterhin den Monatsbrief an die teilnehmenden Einrichtungen, in welchen auf wenigen Seiten ein Thema benannt wurde, an welchem sich die Einrichtungen in ihrer alltäglichen Arbeit orientieren konnten.

Foto: „Marsch für das Klima“ vom Berliner Park zur Mammutschule

„Marsch für das Klima“ vom Berliner Park zur Mammutschule


Foto: Bürgermeister Berger begrüßte die über 300 Vertreterinnen und Vertreter der städtischen Schulen und Kitas

Bürgermeister Berger begrüßte die über 300 Vertreterinnen und Vertreter der städtischen Schulen und Kitas


Foto: Ein buntes Treiben im Berliner Park

Ein buntes Treiben im Berliner Park


Foto: Plakate mit klaren Botschaften

Plakate mit klaren Botschaften


Foto: Plakate mit klaren Botschaften

Plakate mit klaren Botschaften


Foto: Auch die Barbaraschule macht mit beim Klimatag

Auch die Barbaraschule macht mit beim Klimatag


Foto: Im Rahmen des Klimaaktionstages wurden jeweils Prämierungen an besonders klimabewusste und energiesparende Einrichtungen verliehen.

Im Rahmen des Klimaaktionstages wurden jeweils Prämierungen an besonders klimabewusste und energiesparende Einrichtungen verliehen.