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Tue Gutes und rede darüber – VHS-Nähkurse werden aktiv und nähen Mundschutz

Was macht man als VHS-Nähkurs, in einer Zeit, wo alle VHS Kurs vorrübergehend abgesagt wurden? Man wird seinem Namen als Kreativkurs gerecht und wird kreativ. Christa Schwab, Ihres Zeichens Schneiderin aus Leidenschaft und VHS-Nähdozentin, fing schon vor einigen Wochen an, ihre unfreiwillig freie Zeit dafür zu nutzen, Mundschutzmasken für sich und ihre Bekannten zum Schutz gegen die Ansteckung mit dem Corona-Virus zu nähen.

Dies sprach sich über Soziale Medien auch bei ihren Kursteilnehmerinnen schnell herum. Auf deren Bitten wurde kurzerhand eine Nähanleitung aus dem Internet herausgesucht, nähtechnisch verbessert, mit Bildern versehen und für alle zugänglich gemacht. Außerdem wurde eine Näh-Hotline eingerichtet. Teilnehmerinnen konnten so direkt telefonisch Kontakt mit ihrer Dozentin aufnehmen, wenn es beim Nachnähen an kniffeligen Stellen nicht richtig weiterging. Schnelle Hilfe war somit garantiert.

VHS-Leiterin Nadine Köttendorf findet das Engagement der VHS „Nähfrauen“ uneingeschränkt gut, fügt aber hinzu: „Die Masken reduzieren die Ansteckungsgefahr für das Gegenüber. Das eigene Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren, verringern sie nicht.“ Wer selbst hergestellte Masken verwendet, dürfe auf keinen Fall die Hygiene- und Abstandsregeln vernachlässigen. „Noch immer gilt: Der zuverlässigste Schutz vor einer Ansteckung sind Distanz und saubere Hände.“ Zudem müssten die Masken in kurzen Abständen gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Nachdem alle nahestehenden Personen versorgt waren, ging die Produktion weiter und man fand schnell dankbare Abnehmer in Arztpraxen und Gesundheitszentren, die gerade mit den Lieferengpässen an Schutzmasken zu kämpfen haben. Bei den kostenfreien Masken wurde natürlich auf die besonderen hygienischen Anforderungen geachtet. So wurden Baumwollstoffe verwendet, die waschbar und kochfest sind, so dass die Mundschutzmasken mehrfach verwendbar sind. „Schon jetzt haben über 85 Masken einen neuen Träger oder eine neue Trägerin gefunden“, sagt Christa Schwab ein wenig stolz. Ihre Teilnehmerinnen und sie haben auch jetzt noch viel Zeit, um weitere Masken herzustellen. „Allerdings neigt sich mein Nähmaterial dem Ende zu und nachkaufen geht ja aktuell nicht“, fügt sie noch besorgt hinzu.

Die VHS unterstützt nun die tolle Eigeninitiative ihrer Nähkurse und ruft die Ahlener Bürgerinnen und Bürger dazu auf, benötigte Materialien zur Verfügung zu stellen. Benötigt werden sowohl Baumwollstoffe als auch Schräg- und Gummiband. Das Material kann Montag, 30. März bei der VHS abgegeben werden. Die VHS ist mit reduzierter Besetzung montags, dienstags und donnerstags von 08.30 bis 16 Uhr und mittwochs und freitags von 8.30-12 Uhr zu erreichen. Die Materialspenden können „kontaktlos“ bei der VHS abgegeben werden. Hierzu kann bei der VHS, Altes Rathaus, Markt 15, geklingelt werden, damit die abgelegten Materialien direkt hereingeholt und gesammelt werden können. Die Spenden werden direkt an die fleißigen Näherinnen weitergeleitet

Eine tolle Aktion, die Unterstützung verdient, meint die VHS und sagt schon einmal Danke.

Foto: Christa Schwab mit ihrem Nähkurs, als dieser noch vor Ort in der Overbergschule aktiv war

Christa Schwab mit ihrem Nähkurs, als dieser noch vor Ort in der Overbergschule aktiv war