Erster Spatenstich - Bauarbeiten für neuen Baubetriebs- und Wertstoffhof haben angefangen

Dort, wo in knapp zwei Jahren die Mitarbeiter der künftigen Baubetriebshofes in modernen Büros und Hallen arbeiten werden, setzten am Montagnachmittag Verwaltungsspitze, Vertreter der Politik sowie Planer und Architekten den ersten symbolischen Spatenstich.

Auf dem in einigen Abschnitten schon baureif gemachten Gelände des früheren Güterbahnhofes am Ostberg entsteht für rund 19 Millionen Euro der Neubau eines Baubetrieb- und Wertstoffhofes, der alle zeitgemäßen Ansprüchen an die Kunden- und Mitarbeiterfreundlichkeit erfüllen wird. 130 städtische Beschäftigte von Umweltbetrieben und Zentralem Gebäudemanagement werden auf dem 41.000 Quadratmeter großen Gelände Ersatz finden für die beengten und maroden Verhältnisse am jetzigen Standort an der Alten Beckumer Straße.

Bauherr und Bürgermeister Dr. Alexander Berger gefällt es, dass nach ersten Widrigkeiten infolge von unvermutet im Erdreich aufgefundenen  Kampfmitteln nun „kurzfristig und möglichst schnell an den Start“ gegangen werden konnte. Er wünsche sich für alle Beteiligten Bauarbeiten, „die gut und sicher verlaufen.“ Besonderer Dank gebühre in der Politik in erster Linie dem Betriebsausschuss, der sich intensiv mit dem Vorhaben befasst habe. Dessen Vorsitzender Jochen Rabe freut sich, „dass es endlich so weit ist, den Spaten zu nehmen und loszulegen.“ Er könne nicht die Anzahl der Sitzungen nennen, in denen über das Neubauprojekt gesprochen worden sei. Seine größte Hoffnung sei, dass im Laufe der Bautätigkeit „auch die finanziellen Mittel im Rahmen bleiben.“

Mit mehr als 50 Besprechungen sei die Planungsphase „durchaus lange und intensiv“ gewesen, sagte Architekt Burkhard Sasse. Bei einem „normalen Bauablauf“ sei er zuversichtlich, dass sich sowohl Bauzeit als auch die Kosten im Rahmen bewegen würden. „Die Planungen jedenfalls stehen auf einem guten Fundament.“ Mit dem Bauunternehmen Fechtelkord & Eggersmann habe die Stadt Ahlen ein „erfahrenes Unternehmen gewinnen können, was nicht selbstverständlich ist heutzutage“, zeigt sich auch Stadtbaurat Andreas Mentz beim ersten Spatenstich positiv gestimmt. Gute Ausschreibungsergebnisse seien auch bei den übrigen Fachgewerken erreicht worden. „Und das in einem vertretbaren wirtschaftlichen Rahmen, was auch nicht selbstverständlich ist.“

Fiel der symbolische Baustart noch etwas improvisiert aus, so werde es „richtig große Worte geben“ bei der Grundsteinlegung im Frühjahr, versprach Bürgermeister Berger. Bis dahin haben jetzt auf dem weitläufigen Areal Baumaschinen und Bauarbeiter das Sagen, denen Jochen Rabe für das Projekt nach Ahlener Sitte „Glück Auf“ wünschte.

Hintergrund:

Der Weg:
- Erste Überlegungen in 2008 => beengte und teilweise marode Verhältnisse am alten Standort Alte Beckumer Straße und 5 Außenstandorten mit hohen Ressourcenverbräuchen
- Kontakt mit Ingenieurbüro aus Beckum => ein Student schreibt 2009 Masterthesis über das Konzept eines modernen Baubetriebs- und Wertstoffhofs am Standort Alter Güterbahnhof (Industriebrache)
- Ab 2012 Entwicklung eines Konzeptes für den Neubaustandard und die Standortsuche sowie Vorstellung in politischen Gremien => Auftrag zur Untersuchung von Varianten
- 2013 entwickelt Institut INFA aus Ahlen das Konzept eines standortunabhängigen Musterbauhofs
- 13.02.2014 Ratsbeschluss Neubau am Standort Güterbahnhof => Bereitstellung finanzielle Mittel für Planungen
- 19.06.2014 Erwerb Güterbahnhofgelände von der DB (ca. 53.000 qm)
- Mitte 2015 Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs
- Architekturbüro S3 aus Bremen gewinnt Wettbewerb => Vertrag Oktober 2015
- Ende 2015 weitere Vergabeverfahren der weiteren am Bau beteiligten Planer
=> Planung technische Gebäudeausrüstung (TGA) – Gertec aus Essen
=> Tragwerksplanung – S3 aus Bremen
- 1. Halbjahr 2016 Baufeldräumung I => Abholzung, Gleis- und Anlagenrückbau
- Bis Mitte 2016 Fertigung der Entwurfsplanung
o Verwaltungsbau nach energetischen Standard EnEV 2016
o Verwaltungsgebäude wird für Erweiterung eines 3.OG vorgerüstet
o Integration Rathausserver für EDV-Sicherstellung in der Bauphase Rathaus
o Energieversorgung mit Holzhackschnitzelheizung und redundanten Erdgaskessel für Spitzenlasten und Vorbereitung PV-Installation auf geeigneten Betriebsgebäuden
- Ende 2016 Fertigstellung der Genehmigungsplanung nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)
- Anfang 2017 Einreichung der Genehmigungsunterlagen bei der Bezirksregierung Münster
- Februar 2017 => Die Kostenberechnung, einschließlich Einsparpotentiale  liegt bei 18,3 Mio. €
- März 2017 beschließt der Rat der Stadt Ahlen die Planung und den Bau ohne die vorgeschlagenen Einsparpotentiale und mit einer 99 KW Peak PV-Anlage fortzusetzen => Herstellungskosten 18,95 Mio. €
- Ende Juli 2017 wird durch die BezRegMS ein vorzeitiger Baubeginn genehmigt
- Anschließend Start der Baufeldräumung II mit Kampfmittelsondierung und Bodenmanagement durch Tiefbauunternehmung Lodenkemper aus Ahlen-Dolberg
- September 2017, endgültige Genehmigung des Bauvorhabens durch die Bezirksregierung Münster
- September 2017 wird ein Bodenlager östlich anschließend an den Betriebshof beschlossen => Baukosten 766.000 € einschließlich Bodenlagerhalle für 214.000 €
- Witterungsbedingt und durch viele Kampfmittelfunde behindert sind bislang etwa 40 Prozent der Erdbauarbeiten abgeschlossen
- Januar 2018 Start der Rohbauarbeiten durch Fa. Fechtelkord & Eggersmann aus Marienfeld
- Nach aktuellem Bauzeitenplan erfolgt voraussichtlich die Übergabe des NBA an die Nutzer Ende 2019
- Die Nutzer werden ca. 130 MA der Ahlener Umweltbetriebe und 10 MA des Zentralen Gebäudemanagements (Handwerker des ZGM) sein
- Gesamtfläche: 41.200 qm; davon 21.000 qm Betriebshof, 8.500 qm Wertstoffhof, 7.100 qm Bodenlager und 4.600 qm Regenrückhaltung

Foto: Den symbolischen ersten Spatenstich setzten: (v.l.) Bauleiter Frank Buntrock, Umweltbetriebsleiter Bernd Döding, Jochen Rabe (Vors. des Betriebsausschusses), Gudrun Westhues (stellv. Vors.), Jan Hintemann (Architekt Stadt Ahlen), Burkhard Sasse (Architekt Büro S3), Andreas Mentz, Dr. Alexander Berger

Den symbolischen ersten Spatenstich setzten: (v.l.) Bauleiter Frank Buntrock, Umweltbetriebsleiter Bernd Döding, Jochen Rabe (Vors. des Betriebsausschusses), Gudrun Westhues (stellv. Vors.), Jan Hintemann (Architekt Stadt Ahlen), Burkhard Sasse (Architekt Büro S3), Andreas Mentz, Dr. Alexander Berger


Foto: Bauarbeiter und Baumaschinen sind im vollen Einsatz auf dem Baugelände.

Bauarbeiter und Baumaschinen sind im vollen Einsatz auf dem Baugelände.


Foto: Bauarbeiter und Baumaschinen sind im vollen Einsatz auf dem Baugelände.

Bauarbeiter und Baumaschinen sind im vollen Einsatz auf dem Baugelände.


Foto: Bauschild an der Zufahrt Ostberg

Bauschild an der Zufahrt Ostberg


Foto: Skizze des künftigen Verwaltungsgebäudes

Skizze des künftigen Verwaltungsgebäudes