Mehr Farbe, bessere Wege, stolze Stadtgeschichte: Umbau des Sidney-Hinds-Park hat begonnen

Seit den 1950er Jahren ist er eines der Postkartenmotive Ahlens: Der Sidney-Hinds-Park zwischen Bahnhof und Ostwall. Früher bekannt als Bahnhofspark ist „die Visitenkarte“ seit einigen Jahren nach dem US-amerikanischen Offizier benannt, der an Karfreitag 1945 die kampflose Übergabe der Stadt Ahlen mit Lazarettkommandant Dr. Paul Rosenbaum aushandelt und damit das Ende der Kriegshandlungen in der Wersestadt einleitete.

75 Jahre nach dieser stadtgeschichtlich bedeutenden Begegnung bekommt der Park einen neuen Anstrich. Das in weiten Teilen über 50 Jahre alte Konzept wird modernisiert. Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Stadtbaurat Andreas Mentz und Grünflächenleiter Jörg Pieconkowski nahmen jetzt das Werkzeug in die Hand, um die Arbeiten zu starten. „Mit barrierefreien Wegen und Hinweisen auf Zeugnisse des Stadterbes befreien wir den Park von seiner etwas verschlafenen Idylle“, sagte Berger beim symbolischen ersten Spatenstich. Der Park werde künftig Tempo und Stress aus der Stadt nehmen, dafür Historie mit Moderne und den Verkehr mit dem Verweilen verbinden. Bis zu den Sommerferien soll alles fertig sein.

Nach Werse-Auen, Berliner Park, Richterbachpark und Stadtpark, zu dessen Umgestaltung ebenfalls erste Arbeiten angelaufen sind, sei „jetzt dieser dran“, so Andreas Mentz. Der frühere Jüdische Friedhof und die bald wieder freigelegten mittelalterlichen Wallanlagen würden durch Infotafeln „deutlich geschärft.“ Die in den letzten Jahren modernisierten Grünanlagen machten Besuchern nicht nur mehr Spaß, sie sein auch besser zu pflegen, wie man überall sehe. Was für die anderen Parks gelte, werde man im Sidney-Hinds-Park ebenfalls erleben: „Bald gibt’s keine Stufen mehr, alles ist über Rampen zu erreichen.“ Neue Beleuchtungen und Sitzgelegenheiten würden die Aufenthaltsqualität spürbar verbessern.

Jörg Pieconkowski gibt zu, dass es während der Bauarbeiten „ziemlich wild“ nach Kahlschlag aussehe. „Sobald aber die Vegetationsperiode einsetzt, wird alles bunt und farbig werden.“ Spätestens zu Ostern soll das zu sehen sein. Zu dem Grün gesellten sich jede Menge Blüher. Zu 18 neuen japanischen Nelkenkirschbäumen der Sorte „Pink Perfection“ kommen 150 Blütensträucher wie zum Beispiel weißblühender Pfeifenstrauch, 1950 blühende Bodendecker wie Fingerstrauch und 2100 Stauden als neues Nahrungsangebot für Insekten. „Lavendel, Steinquendel und Eisenkraut umschließen dann die beiden Rasenflächen.“ Das zentrale Blumenbeet im Zentrum des Parks bleibe genauso wie die Kunstwerke. „Die fassen wir nicht an“, nimmt Pieconkowski die unbegründete Sorge, man könnte später den Park nicht wiedererkennen. Gefördert wird der 310.000 Euro kostende Umbau zu 80 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung.

Foto: Unter den Augen der Bergmannskulptur geben den Startschuss zum Parkumbau (v.l.)Jörg Pieconkowski, Andreas Mentz und Dr. Alexander Berger.

Unter den Augen der Bergmannskulptur geben den Startschuss zum Parkumbau (v.l.)Jörg Pieconkowski, Andreas Mentz und Dr. Alexander Berger.


Foto: Massive Wegeeinfassungen und Treppen werden entfernt.

Massive Wegeeinfassungen und Treppen werden entfernt.


Foto: Foto aus der Baumschule: Diese japanischen Nelkenkirschbäume stehen bald im Sidney-Hinds-Park.

Foto aus der Baumschule: Diese japanischen Nelkenkirschbäume stehen bald im Sidney-Hinds-Park.