Neuer Baubetriebs- und Wertstoffhof feiert Richtfest

Vor rund 200 Gästen hat Bürgermeister und Bauherr Dr. Alexander Berger am Freitagmittag bei strahlendem Sonnenschein den symbolisch letzten Nagel in das Dachgebälk des neuen Baubetriebs- und Wertstoffhofes geschlagen. Am Ostberg entsteht auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofes für 23 Millionen Euro eine der modernsten Betriebsstätten in Ahlen.

Ab Frühjahr 2020 werden dort rund 180 Beschäftigte von Ahlener Umweltbetrieben und Zentralem Gebäudemanagement ihre neuen Büros und Werkstätten beziehen. Beim Richtfest dankte Berger Mitarbeitenden, Planern und Politikern, „die mit guten Ideen und mutigen Beschlüssen“ das Projekt ermöglichten. Besondere Anerkennung zollte er dem Planungsteam aus der Projektsteuerung Codema, dem Architekturbüro S3 und dem Ingenieurbüro Gertec.

Zimmermann Michael Beermann war es vorbehalten, nach Aufziehen des Richtkranzes den Gebäuden und seinen darin arbeitenden Menschen Glück für die Zukunft zu wünschen. „Fast fertig ist der Bau, der sich erhebt zum Himmelblau“, begann er seinen Richtspruch fast auf den Tag ein Jahr nach der Grundsteinlegung und 14 Monate nach dem ersten Spatenstich. Bürgermeister Berger räumte in seiner Ansprache ein, dass die Bürgerinnen und Bürger schon viel zu lange auf eine Lösung warten mussten. Mit gutem Gewissen könne er „an unserem Dauerprovisorium an der Alten Beckumer Straße schon seit Langem keine Besucher mehr empfangen.“ Eine Stadt, der die Wertschätzung ihrer Bürgerinnen und Bürger ein hohes Gut sei, müsse den Menschen Besseres bieten.

Fakten „Der Weg / Die Kosten“
- September 2017 wird ein Bodenlager östlich anschließend Erste Überlegungen in 2008 => beengte und teilweise marode Verhältnisse am alten Standort Alte Beckumer Straße und 5 Außenstandorten mit hohen Ressourcenverbräuchen
- 13.02.2014 Ratsbeschluss Neubau am Standort Güterbahnhof => Bereitstellung finanzielle Mittel für Planungen
- 19.06.2014 Erwerb Güterbahnhofgelände von der DB (ca. 53.000 qm)
- Ab Januar 2016 Baufeldräumung I => Abholzung, Gleis- und Anlagenrückbau
- März 2017 Baubeschluss der Rat der Stadt Ahlen die Planung und den Bau ohne die vorgeschlagenen Einsparpotentiale mit der einer 99 KW Peak PV-Anlage fortzusetzen => Herstellungskosten 18,95 Mio. €
- an den Betriebshof beschlossen => Baukosten 766.000 € (einschließlich Bodenlagerhalle für 214.000 €)
- Anschließend Start der Baufeldräumung II mit Kampfmittelsondierung und Bodenmanagement durch Tiefbauunternehmung Lodenkemper aus Ahlen-Dolberg
- Januar 2018 Start der Rohbauarbeiten durch Fa. Fechtelkord & Eggersmann aus Marienfeld
- Juli 2018 Beschluss das 3. OG des Verwaltungsgebäudes (ZGM) zusätzlich zu bauen
- August 2018 Beginn Stahl-/Hallenbauarbeiten durch HS Hallenbau aus Herschbach (RP)
- September 2018 Beginn der Tiefbauarbeiten durch Fa. Gröschler aus Gütersloh
- 14. September 2018 Entschärfung 250 kg Fliegerbombe (Nähe Zufahrt Daimlerstr.)
- Februar 2019 Beginn der ersten TGA-Arbeiten (Elektro, Sanitär)
- März/April 2019 massiver Start der Ausbaugewerke
- Nach aktuellem Bauzeitenplan erfolgt voraussichtlich die Übergabe des NBA an die Nutzer im Frühjahr 2020
- Von den etwa 185 Nutzern werden 150 MA der Ahlener Umweltbetriebe und 35 MA des Zentralen Gebäudemanagements (ZGM) sein
- Gesamtfläche: 41.200 qm; davon 21.000 qm Betriebshof, 8.500 qm Wertstoffhof, 7.100 qm Bodenlager und 4.600 qm Regenrückhaltung
- Herstellungskosten (nach aktuellem Planungs-/Abrechnungsstand): ca. 23 Mio. €

Baufeldräumung / Kampfmittelsondierung:
30.000 cbm (54.000 t) Auffüllboden über gewachsenem Baugrund umgelagert
8.000 cbm wieder eingebaut
13.000 cbm Auffüllboden durch Recyclingschotter ersetzt

Mitarbeiterparkplätze:
96 PKW-Stellplätze
60 Fahrradstellplätze (überdacht)
Lademöglichkeiten E-PKW und Pedelec

Heizung
Holzhackschnitzelheizung 200 KW (Wärmeleistung)
4 Schüttboxen à 45 m³ Lagerkapazität  (100% Belegung der Fläche = 75 m³)
redundanter Gasbrennwertkessel 250 KW (Wärmeleistung bei 50/30°C)
2 x 5.000 Liter Warmwasserspeicher
Nahwärmenetz (VW, WE, FH, WH)

PV-Anlage
Auf Fahrzeughalle 99 KWpeak
ca. 87.000 kWh/Jahr Stromerzeugung und davon etwa 3/4 Eigenverbrauch prognostiziert

Trafostation
Ausgelegt für 400 bis 600 KVA
Erweiterungsmöglichkeit für E-Mobilität vorgesehen
Anschlussmöglichkeit für Notstromaggregat wird geschaffen

Kfz-Werkstatt
3 Arbeitsgruben à 15 m
davon 1 mit Bremsenprüfstand

Fahrzeug- und Geräteabstellung
Warmhalle, Kalthalle, Remise, offene Stellfläche
Ca. 25 Großfahrzeuge
Ca. 40 Klein- und mittelgroße Transporter
Ca. 10 PKW, Kleinfahrzeuge
Diverse Anhänger, Geräte und Spezialmaschinen

Lagerhalle
5 Segmente mit Schwerlastregalen

Freilagerflächen
Schüttgüter, Absperrmaterial, Spielgeräte, Friedhofausstattung, Grünpflegelager etc.

Handwerkerwerkstätten
Schreinerei, Elektro, HLSK, Maler

Winterdienst
Trockensalzsilo (Holzbauweise; 250 cbm) 300 t Lagerkapazität
Höhe gesamt ca. 18 m
Durchfahrt:
Höhe 4,20 m
Breite 5,60 m
Soleerzeuger mit 8.000 Liter Vorlagebehälter

Tankstelle
30.000 Liter Diese
2.000 Liter VK
2.000 Liter Harnstoff (AdBlue)

Müllumschlag / Wertstoffhof
Zeitweilige Lagerkapazität von max. 580 t nichtgefährliche Abfälle

Kehrichtumschlag
Zeitweilige Lagerkapazität von max. 80 t Kehricht
 
Bodenlager
Zeitweilige Lagerkapazität von max. 8.000 t Bodenaushub
Reifenwaschanlage (wassergefüllte Furt neben Außenwaschplatz)

Wertstoffhof
Stellmöglichkeit für etwa 14 Container an Rampe (12 Reservecontainer unmittelbar daneben)
Elektroaltgeräte separate Containerstellplätze
Grünabladefläche separat
Bauschuttcontainer separat
Verwiegung möglich

Foto: „Mit frohem Mut wird alles gut“: Michael Beermann durfte den Richtspruch halten

„Mit frohem Mut wird alles gut“: Michael Beermann durfte den Richtspruch halten


Foto: Der letzte Nagel sitzt mit vereinten Kräften: (v.l.) Planer Burkard Sasse, Michael Beermann, Dr. Alexander Berger, Stadtbaurat Andreas Mentz, Bernd Döding, Gudrun Westhues (Betriebsausschuss)

Der letzte Nagel sitzt mit vereinten Kräften: (v.l.) Planer Burkard Sasse, Michael Beermann, Dr. Alexander Berger, Stadtbaurat Andreas Mentz, Bernd Döding, Gudrun Westhues (Betriebsausschuss)


Foto: Nach alter Tradition einen westfälischen Korn auf das Gelingen.

Nach alter Tradition einen westfälischen Korn auf das Gelingen.


Foto: Eingeladen waren zum Richtfest auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die künftig im Neubau ihren Dienst versehen werden.

Eingeladen waren zum Richtfest auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die künftig im Neubau ihren Dienst versehen werden.


Foto: Skizzen Neuer Baubetriebs- und Wertstoffhof

Skizzen Neuer Baubetriebs- und Wertstoffhof