Neuer Baubetriebshof: Offener und transparenter Umgang mit Kostenentwicklung

Die Stadt Ahlen wird bei der Planung eines ihrer größten Investitionsvorhaben der letzten Jahrzehnte den Weg der seriösen Kostenermittlung nicht verlassen. Das hat Stadtbaurat Andreas Mentz im Vorfeld der Betriebsausschusssitzung am 9. Februar unterstrichen, in der die Stadtverwaltung über die aktuelle Kostenentwicklung des Bauhofneubaus informieren wird.

„Wir werden nicht loslegen und darauf hoffen, dass nichts schiefgeht“, sagte Mentz in einem Pressegespräch am Donnerstagvormittag. Dies sei der schlechtere Weg. Stattdessen wolle er „rechtzeitig gegenüber Bürgern, Betriebsausschuss und Rat transparent machen, was geht und was nicht geht.“

In einer Beratungsvorlage informiert die Leitung der Ahlener Umweltbetriebe über eine voraussichtliche Kostensteigerung um 1,6 Millionen Euro. In einer Entwurfsplanung die im Sommer vorgestellt worden war, beliefen sich die voraussichtlichen Kosten auf 16,65 Millionen Euro. In der jetzt bekanntgegebenen und nochmals detaillierteren Genehmigungsplanung gehen die Planer von einem Gesamtvolumen in Höhe von 18,3 Millionen Euro aus. „Das Projekt, so wie es benötigt wird, ist mit 16,65 Millionen nicht zu halten“, macht Andreas Mentz deutlich. Ziel sei es nach wie vor, so wirtschaftlich wie möglich zu planen und zu bauen. In manchen Gewerken seien gegenwärtig zweistellige Steigerungsraten zu verzeichnen.

Für Betriebsleiter Bernd Döding spiegelt sich die gute Baukonjunktur im Preis: „Da dürfen wir nicht davon ausgehen, dass der neue Bauhof davon ausgenommen ist“, blickt Döding nüchtern auf die zu erwartenden Angebote von Ingenieuren, Bauunternehmen und Handwerkern. Die von der Stadt beauftragten Planer seien aufgefordert worden, realistische und aktuelle Submissionsergebnisse bei allen Kostenprognosen zugrunde zu legen. „Wir wollen uns hinterher nicht den Vorwurf machen lassen, in Salamitaktik dem Stadtrat Informationen vorenthalten zu haben“, begründet Mentz die Benachrichtigung zum jetzigen Zeitpunkt.

Kostendämpfend schlägt die Stadt weitere Einsparmöglichkeiten vor. So entfallen beispielsweise Tore an den Hallen für die nicht wasserführenden Fahrzeuge. Definitiv keine Einschnitte gibt es hingegen bei der Abfallumschlaghalle. Andreas Mentz: „Sie unterliegt vollständig dem Bundesimmissionsschutzgesetz und ist eine Kernkomponente im betrieblichen Ablauf.“ So sei es auch selbstverständlich, dass die Halle mit einer Toranlage versehen wird. Auch der Wertstoffhof bleibe als „Bereich der Bürger“ von Standardeinbußen verschont. Durch die jetzt vorgenommene Kostenanpassung sei das Gesamtvorhaben nicht gefährdet. Die mögliche jährliche Mehrbelastung eines Musterhaushaltes mit vier Personen für die Bereiche Abfall, Straßenreinigung und Abwasser steige pro Jahr von 34 Euro auf 37 Euro.

Zur Vorlage, die am 9. Februar beraten wird

Foto: Skizzen des neuen Baubetriebshofes, der auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofes entstehen wird.

Skizzen des neuen Baubetriebshofes, der auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofes entstehen wird.