Grußwort zur Festveranstaltung „Sauti Kuu – Starke Stimmen“ am 5. Juni 2016 in der Stadthalle Ahlen

Foto: Dr. Alexander Berger mit Sylvia Löhrmann und Auma Obama
Dr. Alexander Berger mit Sylvia Löhrmann und Auma Obama

Liebe Frau Dr. Obama, liebe Frau Löhrmann,
sehr geehrte Damen und Herren,

Ich freue mich sehr, dass heute so viele Menschen gekommen sind, um gemeinsam das 25-Jährige Jubiläum unserer VHS-Projektreihe „Wie weit ist Afrika?“ zu feiern!

Mein besonderer Gruß gilt unseren afrikanischen Gästen, dabei insbesondere unseren Ehrengästen: Frau Dr. Auma Obama aus Kenia sowie Pater Peter Kilasara, John Mponda und Nkwabi aus Bagamoyo in Tansania! Wir freuen uns, dass Sie heute unter uns sind!

„Wie weit ist Afrika?“ lautet das Motto der Veranstaltungsreihe. Es ist natürlich eine rhetorische Frage. Denn Afrika ist „weit weg“ und „nicht weit weg“ zugleich. „Weit weg“, wenn man die Kilometer zählt. „Weit weg“ auch, was sozial-kulturelle oder politische Faktoren, Natur und Klima betrifft. „Weit weg“ auch, wenn man das Wohlstandsland Deutschland mit der Armut vieler Menschen in Ostafrika vergleicht.
Doch Afrika ist andererseits gar nicht mehr „so weit weg“, wenn wir beobachten, wie viele afrikanische Flüchtlinge den langen Weg nach Europa, nach Deutschland auf sich nehmen und heute im Stadtbild auch von Städten im Kreis Warendorf anzutreffen sind. Und die Globalisierung lässt die Kontinente sowieso immer mehr zusammenrücken. Wohlstand in Industriestaaten und Armut in Entwicklungsländern hängen unmittelbar zusammen und setzen Fragen einer effektiven Entwicklungszusammenarbeit dringender denn je auf die Tagesordnung.  Ein berühmter Spruch der 80iger Jahre müsste heute eigentlich so lauten: „Global denken – lokal & international handeln!“

Beides leistet die Projektreihe „Wie weit ist Afrika?“ mit inzwischen über 160.000 Besuchern und über 2.000 Veranstaltungen zum Thema Afrika. Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Vorträge, Filmreihen, Workshops, Exkursionen, Gottesdienste, Multivisionen, Tagungen und Feste waren und sind Bestandteil eines sehr bunten und lebendigen Programms, in dessen Mittelpunkt von Beginn an die Schülerworkshops mit Künstlern des Bagamoyo College of Arts in Tansania standen. Über 30.000 Schülerinnen und Schüler haben bislang an diesen Workshops teilgenommen und durch persönliche Begegnungen und Gespräche mit afrikanischen Künstlern auch einen emotionalen, einen nachhaltigen Bezug zum „Schwarzen Kontinent“ herstellen können. Ein – wie ich finde – wichtiger Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und gegen Rassismus, den wir heute ja leider wieder verstärkt beobachten können.

An Begegnungen und Programmen mit Menschen aus Ostafrika, insbesondere aus Bagamoyo, haben inzwischen so viele Ahlener teilgenommen, Einzelpersonen, Schulen, Kirchengemeinden, Ärzte, die Kinderklinik, Künstler und Kulturgruppen, die Musikschule und die VHS, die Stadtbücherei, das Museum im Goldschmiedehaus, mehrere Firmen oder Vereine wie insbesondere auch der Freundeskreis Bagamoyo e.V. , so dass der Rat der Stadt Ahlen vor zwei Jahren einstimmig beschlossen hat, eine Städtefreundschaft mit Bagamoyo einzugehen.

Wie ich gehört habe, wurde zu Ehren meines Vorgängers, als er vor einigen Jahren Bagamoyo besuchte, vor einer Grundschule sogar ein Denkmal enthüllt. Diese Geste bringt uns zum Schmunzeln, sie zeigt aber auch, welche Bedeutung kontinuierliche Begegnungen und Projekte mit Menschen aus Europa für die Ostafrikaner haben. Wir haben als Stadt deshalb vor einem halben Jahr mit finanzieller Unterstützung von „Engagement Global“ und durch Entsendung eines Kinderarztes und einer Ahlener Hebamme  gerne dazu beigetragen, die Versorgung von Frühgeborenen im Bagamoyo District Hospital zu verbessern. Es war nur die erste von zukünftig hoffentlich vielen Projekten im Rahmen unserer Städtefreundschaft.

Inzwischen hat Ahlen auch fast alle Voraussetzungen erfüllt, als „Fair Trade Stadt“ anerkannt zu werden. Sowohl der Einzelhandel als auch Gastroniebetriebe, Schulen, Kirchengemeinden und Vereine haben ihre Hausaufgaben bereits erfüllt.  Auf einer seiner nächsten Sitzungen wird der Rat der Stadt Ahlen dann auch den jetzt noch fehlenden Ratsbeschluss herbeiführen. Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass uns auch dies einstimmig gelingen wird.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
das große Programm „Wie weit ist Afrika?“ in Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst konnte nur im Rahmen eines sehr großen Netzwerks verwirklicht werden. Ich möchte allen danken, die an diesem Netzwerk beteiligt sind! Und ich danke der VHS, dass sie das Netzwerk initiiert und seit 25 Jahren koordiniert hat.

Wenn  die Globalisierung weiter voranschreitet, wenn die Welt in Zukunft noch weiter zusammenrücken wird, dann hat dieses Netzwerk einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, unsere Bürger, vor allem unsere Jugend auf eine globalisierte Zukunft  kreativ und nachhaltig vorzubereiten!