Laudatio zur Verleihung des Ahlener Wirtschaftspreises an die Ostendorf GmbH am 27. Oktober 2016 in der Stadthalle Ahlen

Foto: Dr. Alexander Berger bei seiner Laudatio
Dr. Alexander Berger bei seiner Laudatio

Sehr geehrte Festgäste,
Sehr geehrte Familie Ostendorf,
lieber Timm!

„Die eine Generation baut die Straße, auf der die nächste fährt.“

Dieser eine Satz vereint – wie unter einem Brennglas – die Firmengeschichte der Ostendorf GmbH. Ein Familienbetrieb der durch drei Generationen geprägt ist, die sich immer Ihrer Verantwortung für das Unternehmen, ihre Mitarbeiter und die nachfolgende Generation bewusst waren. Dies sind und waren:
Else und Hans Ostendorf
Paul Ostendorf
und Du, Timm Ostendorf.

Jede Generation hat mit ihren Werten und ihrer Leistungskraft, nach ihrem besten Wissen und Gewissen das Unternehmen gestaltet. Und in jeder der drei Generationen spiegelt sich auch der gesellschaftliche Zeitgeist und eine starke Verbundenheit zur Heimatstadt Ahlen wider.

Aber vielleicht fange ich besser vorne an:
Fast auf den Tag genau vor 79 Jahren, am 20. Oktober 1937, eröffnete Hans Ostendorf an der Weststraße 120 seine Reparaturwerkstatt, welche bereits ein Jahr darauf Vertragspartner der Daimler-Benz AG für das Gebiet Ahlen wurde.

Nach dem Krieg nahm Hans Ostendorf den Betrieb wieder auf und erweiterte das Unternehmen in Ahlen und mit der Zeit auch über unsere Stadtgrenzen hinaus nach Beckum und Hamm. Als Hans Ostendorf 1967 verstarb, entschied sich seine Frau Else die Geschäfte mit Unterstützung der Mitarbeiter fortzuführen. Sie fasste allen unternehmerischen Mut zusammen und baute an der Dortmunder Straße in Hamm einen neuen Betrieb und verlagerte 1973 auch den Ahlener Betrieb aus der Innenstadt an den heutigen Standort am Vatheuershof.  

Für alle völlig unerwartet verstarb Else Ostendorf im Jahr 1975 im Urlaub auf Teneriffa, und Paul Ostendorf, der erst 2 Jahre zuvor in der Geschäftsleitung eingetreten war, stand vor der Aufgabe das Familienunternehmen fortzuführen. Bodenständig und zukunftsorientiert folge Paul Ostendorf dem vorgezeichneten Weg des organischen und gesunden Wachstums. So konnte er im Jahr 2000 das Vertriebsrecht für die Region Soest, Lippstadt und Geseke erwerben. Zuletzt folgte 2012 die Übernahme der Vertragswerkstatt Sottmeier in Rietberg und der Neubau eines Nutzfahrzeug-Betriebs in Rheda-Wiedenbrück.

„Wenn Du etwas machst, dann mach es gut“, wird Paul Ostendorf oft zitiert. Diesem Anspruch versuchte er nicht nur selbst gerecht zu werden, sondern erwartete ihn auch von seinen Mitarbeitern.

Fördern und fordern, ein vertrauensvolles Miteinander, welches dabei nie die mitmenschliche Ebene vergessen lässt, sind kennzeichnend für den Umgang im ganzen Unternehmen. Man ist füreinander da, das muss sie wohl sein, die besondere „Ostendorf Atmosphäre“.

Denn egal wer das Unternehmen in den letzten 79 Jahren geführt hat, die Mitarbeiter - die sich liebevoll selbst „Ostendörfer“ nennen - waren immer einer der entscheidendsten Bestandteile des Erfolgs von Ostendorf.

Das Miteinander bei Ostendorf wird großgeschrieben.

Wie wir in dem Film vorhin sehen konnten, hat sich an dieser Grundhaltung nicht viel verändert. Die Familie Ostendorf war und ist stolz auf ihre Mitarbeiter und besonders auf ihre Jubilare.

25-, 40- oder teils sogar 50-jährige Betriebszugehörigkeiten sind bei Ostendorf zwar nicht an der Tagesordnung, aber ganz sicher auch keine Seltenheit. In einer schnelllebigen Zeit wie heute ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Ein paar Zahlen gefällig? Alleine 50 Prozent der Stammbelegschaft ist seit über 10 Jahren im Unternehmen beschäftigt; 20 Prozent sogar über 25 Jahre. Dabei haben 70 Prozent der Stammbelegschaft bereits mit ihrer Ausbildung bei Ostendorf begonnen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen übrigens 403 Mitarbeiter, davon 61 Auszubildende.

Dass das Thema Ausbildung bei Ostendorf seit jeher groß geschrieben wird, liegt an der Familie Ostendorf selbst. So war bereits Hans Ostendorf als Obermeister der KFZ-Innung Warendorf Mitglied in zahlreichen Prüfungsausschüssen. Und Paul Ostendorf saß über viele Jahre als Vorsitzender dem Förderverein des Berufskollegs Ahlen vor. Ebenso ist Ostendorf seit einigen Jahren Kooperationspartner des Berufskolleg St. Michael. Und zuletzt zögerte Timm Ostendorf keinen Augenblick, als die Anfrage zur Verlagerung der Ahlener Ausbildungsmesse in die Ausstellungshalle des Ahlener Betriebs im Raum stand.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin stolz als Bürgermeister ein Unternehmen wie die Ostendorf GmbH in Ahlen zu haben. Denn auch für die Ahlener Stadtgesellschaft und die Stadt Ahlen ist Ostendorf stets ein verlässlicher Partner.

Und das nicht nur, weil Ahlener Jugendliche bei der  Ausbildungsmesse alljährlich ihren neuen Ausbildungsplatz finden können.

Nein, es gibt wohl kaum ein Veranstaltungskonzept, für das das Autohaus im Laufe der nicht offen war. Denken Sie nur an diverse VHS-Autorenlesungen, Klassikkonzerte und Veranstaltungskooperationen mit dem Kulturamt,  Kunstausstellungen, die Ahlener Auto-Ausstellung, Vortrags- und Unternehmerabende mit hochkarätigen Rednern oder das am kommenden Samstag stattfindende Oktoberfest.

Hinzu kommen diverse Sponsorings, z.B. im Fuß- und Handball, Einzelaktionen wie bspw. vor einigen Jahren die Eislaufbahn im Berliner Park oder auch für den Ahlener Lunch-Club.

Mit Ostendorf finden aber auch Ahlener Unternehmen einen verlässlichen Partner, wie wir im Video an der großen Fahrzeugübergabe an 200 Vertriebspartner von LR Health & Beauty sehen und erleben konnten.

Und auch die Kundenzufriedenheitsanalyse des Herstellers spiegelt dieses Bild wieder. So wurde Ostendorf in den beiden letzten Jahren in Folge, im Transporterbereich als bester deutscher Mercedes-Vertreter ausgezeichnet. Ostendorf ist für seine Kunden wie für den  Mercedes-Benz-Konzern seit fast acht Jahrzehnten ein verlässlicher Partner in der Region Westfalen.

Lieber Timm, ich habe gelesen, dass beim Autohausneubau am Vatheuershof im Jahr 1972 der Unterkiefer eines eiszeitlichen Fellnashorns gefunden wurde, welcher heute in Münster im Museum bestaunt werden kann.

Dieses eiszeitliche Fundstück kann auch ich Bürgermeister nicht zurückholen nach Ahlen. Ich könnte der Ostendorf GmbH allerdings ein eiszeitliches Mammut übergeben.

Es ist mir eine große Freude, den 11. Wirtschaftspreis der Stadt Ahlen, im Namen der Stadt Ahlen, des Vereins Pro Ahlen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen an Timm Ostendorf als Geschäftsführer der Ostendorf GmbH überreichen zu dürfen.

Lieber Timm, ich bitte Dich zu mir auf die Bühne.