Kurze Historie der Stadt Ahlen

Zeche in Ahlen

Ahlen ist heute eine moderne Industrie– und Gewerbestadt im Grünen mit einer über 1200 Jahre alten Ortsgeschichte. Der aktuelle Strukturwandel wird insbesondere mit Schließung der Zeche Westfalen im Jahr 2000 deutlich.

 

Die Lage der Stadt Ahlen am süd-westlichen Rand des Münsterlandes und am östlichen Rand des Ruhrgebiets macht sie zu einem interessanten Verbindungsglied zwischen den Regionen. Mit über 55.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt im Kreis Warendorf.

 

Die Anfänge Ahlens gehen auf einen sächsischen Edelhof am seichten Ufer der Werse zurück, der zu Zeiten Karls des Großen im 8. Jahrhundert als Schenkung an das Bistum zu Münster fiel. Eine der ersten Urpfarreien des Münsterlandes, ein romanischer Vorgängerbau der heutigen Kirche St. Bartholomäus zog eine Kirchhofbebauung und die darauffolgend, schnelle Ausdehnung der Stadt (Stadtrechte sind im Jahr 1224 das erste Mal belegt) nach sich.

Ahlen war bis zum Zeitalter der Industrialisierung eine kleine Ackerbürgerstadt. Erste Schritte zum großen Wandel zeichneten sich mit Eröffnung der Cöln-Mindener-Eisenbahnstrecke im Jahre 1847 ab. Die erste Industrialisierungsphase begann Ende des 19. Jahrhunderts mit Emailleindustrie, Schuhfabrikation und Strontianitabbau, während die 2. Phase Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Steinkohlenabbau noch einmal einen enormen Bevölkerungszuwachs für die Stadt bedeutete.

 

Denkmaltopographie

 

Die heute vorhandene, historische Struktur der Stadt setzt sich aus ca. 200 Baudenkmälern, 10 Bodendenkmälern und vielen weiteren erhaltenswerten Gebäuden sowie dem historischen Stadtgrundriss zusammen. Hier einige interessante Baudenkmäler, die die bauliche Vielfalt der Stadt zeigen:

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  • Die spätgotische Kirche St. Bartholomäus (Mitte des 16. Jh.s) ist mit ihren Vorgängerbauten als eine der ersten Urpfarreien ab dem 9.Jh. im Münsterland bekannt.
  • Die Wasserburganlage "Haus Vorhelm", die in ihren Anfängen auf das 15. Jh. zurückgeht, ist auch heute noch in Familienbesitz.
  • Viele bescheidene und größere Fachwerkhäuser des 19. Jh.s, als Ahlen noch ein kleines Ackerbürgerstädtchen war, sind heute noch im Stadtbild zu finden.
  • Weitere Fachwerkbauten findet man im Umland Ahlens in den prächtigen münsterländischen Hofanlagen, die in ihrem Aufbau den niederdeutschen Hallenhäusern mit Flett, Deele, Upkammer, usw. zuzuordnen sind.
  • Gerade die Umbruchphase der Industrialisierung hat die Stadt mit vielen gründerzeitlichen Gebäuden innerhalb des historischen Stadtkerns und ganz besonders mit der Zeche Westfalen und der komplett erhaltenen Zechensiedlung stark verändert und bis heute geprägt.