Tag des offenen Denkmals 2009

"Historische Orte des Genusses" - Im Rahmen eines kulinarisch – musikalischen Pfades konnte der Besucher in diesem Jahr mit all seinen Sinnen Denkmäler erleben.

5 "historische Orte des Genusses" in Ahlen

In der Innenstadt haben sich 3 Restaurants, das Kunstmuseum sowie die Musikschule des Kreises Warendorf ein spezielles, aufeinander abgestimmtes Programm für den Tag des offenen Denkmals ausgedacht. Mit dabei sind auch die Fördergerüste der Zeche Westfalen, hier wird es ebenfalls durch die Initiative des Fördervereins Fördertürme ein "sinnliches" Programm geben.
Daneben werden auf verschiedene Weise die Denkmäler mit ihrer Geschichte nahegebracht – entweder durch einen kleinen Vortrag, eine Führung oder eine Ausstellung …

Kunstmuseum

Kunstmuseum, Museumsplatz 1
und
Restaurant "Chagall", Weststraße 94

Kulinarisches Angebot:
wann:
12.00 - 14.00 Uhr
was: Mittagstisch
Sonstiges:
Freier Eintritt
ins Kunstmuseum !!!

Das Kunstmuseum Ahlen besteht seit Oktober 1993. Es verdankt seine Entstehung der privaten Initiative des Unternehmers Theodor F. Leifeld, der einer eleganten denkmalgeschützten Villa aus gründerzeitlichen Jahren ihre alte Schönheit wiedergab und ihr reizvolles Inneres restaurieren ließ. Die herrschaftlichen Räume des im Stil der Neurenaissance erbauten Hauses am markanten Standort des ehemaligen Westtores der Stadt sind seitdem repräsentative Plattform und wichtiger Schauplatz des kulturellen Lebens in Ahlen und der Region.

Seit der Erweiterung des Museums im Jahre 1996 präsentiert sich das Haus als einzigartiges Ensemble dreier Gebäude unterschiedlicher Epochen der Architekturgeschichte. Der vornehme Charakter der ursprünglich als Stadtwohnung geplanten Villa aus dem 19. Jahrhundert tritt seitdem in Zwiesprache zu der kühlen Modernität einer Stahl-Glas-Verbundkonstruktion des 20. Jahrhunderts als Mittelbau. Ein weiteres denkmalgeschütztes Gebäude - als Ackerbürgerhaus im Geist des 18. Jahrhunderts errichtet - schließt sich an und vollendet mit seiner eher schlichten Erscheinung das harmonische Zusammenspiel unterschiedlicher Architekturformen.

Restaurant "Geisthövel" Bellini

Restaurant "Geisthövel" Bellini,
Freiheit 2

Kulinarisches Angebot:
wann:
11.00 - 14.30 Uhr
was: Mittagstisch/ Buffet
Musik:
musikalisches Schmankerl der Musikschule Kreis Warendorf
Führungen:
½ stündige Führung des Hausherrn, Architekt Hartmut Rogalla u.a. durch die ehemalige Deele (12.00 Uhr, 13.00 Uhr, 14.00 Uhr)

Der ursprüngliche Adelswohnsitz des Bischopinkhofes wurde wohl in der Zeit um die 2. Hälfte des 17.bis zur 1.Hälfte des 18. Jh. errichtet, 1909 wurden Laden und Gaststätte vergrößert. Es handelt sich um ein stattliches verputztes Fachwerkhaus - besonders schön ist hier das Kaminzimmer (ehemals Küche). Ab 1779 war das stattliche Gebäude in bürgerlichem Besitz und wurde entsprechend auch landwirtschaftlich genutzt.
Eine tiefgreifende Sanierung und Nutzungsänderung unter Erhalt der wesentlichen denkmalgeschützten Merkmale erfuhr das Baudenkmal 1996-97.

Restaurant "Posthalterey",

Restaurant "Posthalterey",
Nordstraße 41

Öffnungszeit: ab 10.00 Uhr

Kulinarisches Angebot:
wann:
14.00- 17.30 Uhr
was: hausgemachter Apfelstrudel
Musik:
musikalisches Schmankerl der Musikschule Kreis Warendorf
Vortrag:
zur Geschichte des Hauses
Sonstiges:
Ab mittags Transfer mit der Pferdekutsche in der Innenstadt

Das heutige Baudenkmal wurde als Längsflurhaus mit seitlichem Kammerfach ca. 1780 erbaut. Im Jahr 1906 erfolgte der Umbau der Gastwirtschaft. Die ursprüngliche Brauerei mit alten Braurechten und Gastwirtschaft wurde später in seiner Nutzung erweitert und auch als Poststation genutzt. Infolge der Einrichtung der Eisenbahnlinie wurde die fahrende Personenpost ab 1888 eingestellt.

Haus Sandgathe

Musikschule des Kreises Warendorf,
Haus Sandgathe, Südstr. 4

Öffnungszeit: 10.00 - 17.00 Uhr

Kulinarisches Angebot:
Waffeln, Kaffee, Kaltgetränke
Musik:
11.00 Uhr Matinee
14.00 Uhr Kammermusik
15.30 Uhr Salonmusik
Führung:
13.00 Uhr 1/2stündige Führung von Nicole Wittkemper

Ursprünglich wurde Haus Sandgathe als vorindustrielles Bürgerhaus mit Stallungen sowie Wirtsstube um 1807nach einem Brand wiedererrichtet, 1911 wurde der Saal angebaut. Es handelt sich um ein verputztes Fachwerkhaus im Stil des Klassizismus, welches ab 1880 im Besitz der Familie Sandgathe war.
Wirtschafts- und sozialgeschichtliches Zeugnis der schichtspezifischen Lebensweise aus der wirtschaftlich schwierigen, vorindustriellen Zeit Ahlens nach der Auflösung des Fürstbistums Münster und der französischen Herrschaft als neben den wirtschaftlich dominierenden Ackerbürgern nur noch einige Gastwirte, Kaufleute und Handwerksmeister als wohlhabend galten und sich aus der allgemein sehr einfachen Lebensweise heraushoben.

Fördertürme der Zeche Westfalen

Fördertürme der Zeche Westfalen,
Stapelstraße

Öffnungszeit: 14.00 - 18.00 Uhr

Kulinarisches Angebot:
Kaffee u. Kuchen, Kaltgetränke, Würstchen vom Grill
Musik:
Ska-Reggae-Rock-Band aus Dänemark "babylove"
Führungen:
Turmführung durch den Förderverein Fördertürme
Sonstiges:
Ausstellung zur Historie der Fördertürme
Spielmobil für Kinder
Gewinnspiel (1. Preis Ballonfahrt)

Fördergerüst zu Schacht II, Bauart Zschetsche, 1912
Bei den Fördergerüsten sowohl zu Schacht I als auch zu Schacht II handelt es sich um Stahl-Fachwerkkonstruktionen entsprechend der Bauart Zschetsche. Die Konstruktion nach Zschetsche bestand dabei im Wesentlichen aus zwei Neuerungen. Die Streben waren kastenartig ausgebildet, entwickelten sich punktförmig aus den Fundamenten heraus, weiteten sich nach oben zunehmend auf, um sich unter dem Gerüstkopf zu vereinigen. Diese spezielle Gerüstkonstruktion erreichte das Ziel, die für die Doppelförderung notwendigen vier Seilscheiben im Gerüstkopf nebeneinander optimal einzubauen. Die Umrüstung zur Skipförderung fand im Jahre 1977 statt.