Sonntag, 08. September 2013

Tag des offenen Denkmals

In diesem Jahr ist der Tag des offenen Denkmals in die Veranstaltungsreihe "100 Jahre Ahlener Zechenkolonie" eingebunden.

Foto: Ahlener Zechenkolonie
Ahlener Zechenkolonie

Zur allgemeinen Geschichte

Die Stadt Ahlen entwickelte sich ab 1847 mit der Eröffnung der Köln-Mindener Eisenbahnstrecke von einer Ackerbürgergemeinde hin zu einer prosperierenden Industriestadt.

Die erste Industrialisierungsphase war geprägt von Plüschweberei, Emailleindustrie, Strontianitbergbau.

Die zweite Industrialisierungsphase begann ab 1902 mit der Aufnahme erster Mutungsbohrungen auf Steinkohle. Die positiven Ergebnisse führten dann zum Abteufen der beiden Schächte I und II bis in eine Tiefe von 1088m durch die Gewerkschaft Westfalen.

Die erste Kohleförderung erfolgte am 5. März 1913.

Foto: Sattelstraße im Jahr 1913
Sattelstraße im Jahr 1913

„Zechensiedlung Neustadt“ und „Beamtensiedlung Neustadt“

Mit dem erfolgreichen Abteufen der beiden Schächte I und II setzte kurz darauf ab September 1911 der Bau der Zechensiedlung im englischen Gartenstadtideal ein, um Arbeiter zu motivieren nach Ahlen zu kommen. Es wurden bis Mitte der 1920er Jahre im Endausbau 1.094 Arbeiter- und 117 Beamtenwohnungen angelegt, die als Werkssiedlung der Zeche dienten.

Die Siedlungsstruktur zeichnet sich durch eine komplexe städtebauliche Qualität aus: ein netzförmig geschwungen angelegtes Erschließungssystem, gereihte durch Nebengebäude miteinander verbundene unterschiedliche Haustypen mit großen Freiflächen (Gärten) im Inneren der Blockbebauung und dem dort befindlichen halböffentlichen Wegesystem.

Die innenliegenden Gärten dienen auch heute noch als Ernährungsquelle, der Freizeitgestaltung und zur Aufnahme nachbarschaftlicher Kontakte.

Die gesamte Zechensiedlung steht aufgrund ihrer sozial-, wirtschafts- und stadtbaugeschichtlichen Bedeutung unter Denkmalschutz und wird in mehreren Sanierungsabschnitten nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten seit 1991 den heutigen Wohnbedürfnissen angepasst.

Mit dem Bau der Ahlener Zechensiedlung wurde auch der Glückaufplatz inmitten der Kolonie angelegt. Der Platz hatte eine zentrale städtebauliche und soziale Bedeutung für den Stadtteil.

So fand man hier ein Milchgeschäft, die örtliche Polizeistation, eine Apotheke, die Diesterwegschule, den ersten Ahlener Moscheeraum und die Gaststätte St. Barbara, die später nach dem Namen des Wirtes einfach „Plümpe“ genannt wurde. Über der Gaststätte lag das „Zechenkasino“, ein Wohnheim für ledige Bergleute.

Der Glückaufplatz als Herzstück der Kolonie war und ist auch heute belebt durch verschiedene allgemein zugängliche Gebäude und hat seit vielen Jahren seine zentrale Bedeutung wieder erlangt.

Bei dem Beschäftigungsprojekt „Glückaufheim“ wurde in der Zeit von März 1999 bis Mai 2001 ein vorhandenes Wohn-/Büro- und Gastronomiegebäude zu einer Kommunikations- und Begegnungsstätte umgebaut (damalige Gesamtkosten 2,3 Mio. DM).

Mit Umbau des Glückaufheims zu einem Haus der Versorgung, der Qualifizierung, der Begegnung und der Beratung war ein wichtiger Schritt zur Aufwertung und Belebung des Glückaufplatzes getan.

Das interkulturelle Ziel lautet: Unterschiede kennen und Gemeinsamkeiten entwickeln, die Vielfalt fördern. Unter der Moderation des Stadtteilbüros ist eine Partnerschaft von verschiedenen Trägern im Glückaufheim etabliert.

Führungen durch die Zechensiedlung Neustadt

Foto: Zeche Westfalen
Zeche Westfalen

Vom Glückaufplatz bis zum Morsbach-Platz und zur Zeche Westfalen

Wann:    11.00 Uhr, 14.00 Uhr, 16.00 Uhr
Start:    Glückaufplatz
Ziel:     Zeche Westfalen

Besondere Orte, die sonst nicht besichtigt werden können - wie private Gärten und das Haus Hansastraße 47 -  werden besucht.

Foto: Bremsberg
Bremsberg

Eröffnung Fotoausstellung „Zeche und Kolonie – Gestern bis Heute in Bildern“ vom Stadtarchivar Jürgen Rheker

Foto: Förderweg
Förderweg

Wann:    10.00 – 18.00 Uhr
Ort:    Hansastraße 47

Zechenrallye

Foto: Zechenrallye mit Kumpel Koslowski
Zechenrallye mit Kumpel Koslowski

Ein Fragebogen zur ehemaligen Zeche führt auf einem Rundkurs über das Zechengelände.

Die Rallye ist für jedermann geeignet und kann selbstständig in Gruppen durchgeführt werden.

Wann:    10.00 – 18.00 Uhr
Start:    Lohnhalle, hier gibt es den Fragebogen

Foto: Haustüren in der Kolonie
Haustüren in der Kolonie