Mit der „Vision Zero“ zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Zur 1. Ahlener Verkehrssicherheitskonferenz lud Bürgermeister Dr. Alexander Berger Vereine und Institutionen in das Gründerzentrum ein. Anlass war die gegenwärtig laufende Europäische Mobilitätswoche. „Wir wollen versuchen, solidarisch Lösungen zu finden, wie Auto- und Radfahrende sowie zu Fuß gehende sich den zur Verfügung stehenden Verkehrsraum gefahrlos und sinnvoll teilen können“, gab Berger in seinen Begrüßungsworten das Ziel aus.

Als erste gemeinsame Aktion vereinbarten die Teilnehmenden, dem Rat der Stadt Ahlen eine „Deklaration zur Verkehrssicherheit“ zur Beschlussfassung vorzulegen. „Sie soll ein klares Bekenntnis enthalten für die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden bei besonderem Schutz des Fußverkehrs“, so Berger. Festschreiben soll die Erklärung zudem die Prinzipien der Rücksichtnahme und des respektvollen Verhaltens. ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sollen vorrangig genutzt werden. Nach dem gelungenen Auftakt soll die Konferenz fest installiert werden, damit sich über das Thema Verkehrssicherheit regelmäßig ausgetauscht wird.

Der Einladung zum Auftakt folgten Vertreterinnen und Vertreter von Polizei, ADFC, Kindergärten, Schulen, Elternbeirat, Radsportfreunden, Stadtwerken und der Verkehrsgesellschaft. Ausrichter war die städtische Stabsstelle Klimaschutz und Mobilität, in Zusammenarbeit mit der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Ahlen und weiteren Verwaltungsbeschäftigten. Die Verkehrsexperten nutzten das Netzwerktreffen, um sich über Gefahrenstellen und Verbesserungsmöglichkeiten insbesondere für den Rad- und Fußverkehr auszutauschen. „Unser gemeinsames Ziel muss die sogenannte Vision Zero sein“, sagte Berger. Gemeint sei damit eine ambitionierte Strategie, die zu null Verkehrstoten und Schwerverletzten im Straßenverkehr führt. Alle Verkehrsteilnehmenden sollten mit einem sicheren Gefühl im Verkehr unterwegs sein.

Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Zukunftsnetz Mobilität NRW. Verkehrsexpertin Judith Peters machte in einem spannenden Vortrag deutlich, mit welchen Maßnahmen mehr Sicherheit für alle Beteiligten geschaffen, Verkehrsströme gelenkt und die Aufenthaltsqualität in Städten erhöht werden kann. Moderator und Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink stellte vergangene und zukünftige Aktionen und Maßnahmen der Stadt Ahlen vor. Gegenwärtig wertet er Anregungen aus der Bevölkerung für ein städtisches Mobilitätskonzept aus. Er selbst wünscht sich eine Verkehrsinfrastruktur, „die intuitiv zu richtigem Verkehrsverhalten führt.“

Aus Sicht der Schulen formulierte Julia Beier ein Ärgernis, das nicht nur an der Paul-Gerhardt-Schule morgens zu Stress führt. „An dem unerträglichen Verkehrschaos durch Elterntaxis vor der Schule muss sich etwas ändern“, forderte sie und weiß dabei Stephanie Hallermann, Leiterin der Marienschule, an ihrer Seite. An beiden Schulen wurden schon innovative Projekte, wie z.B. der „autofreie Freitag“ initiiert, um der Schülerschaft den Fußweg schmackhaft zu machen. „Zur Belohnung gibt es ein Ampelmännchen an der Marienschule“, beschreibt Hallermann das erfolgreiche Anreizsystem. Diese guten Ansätze sollen ausgeweitet werden: „Wir werden uns nach den Herbstferien mit allen Schulen zusammensetzen und anschließend Schulwegpläne und Konzepte erarbeiten, um das Unfallpotential im Schulumfeld zu entzerren. Hierzu gibt es auch kostenlose Unterstützung vom Zukunftsnetz Mobilität NRW“, stellte Lukas Ossenbrink in Aussicht.

Für schnelle Radverbindungen sowie barrierefreie, sichere und kurze Fußwege, von denen besonders Schülerinnen und Schüler sowie mobilitätseingeschränkte Menschen etwas haben, brach Stabsstellenleiterin Klaudia Froede eine Lanze. Ebenso sollte es Verbesserungen geben rund um den Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz, der zurzeit überplant und mit attraktiven Begegnungs- und Aufenthaltsbereichen ausgestattet wird. Eine Mobilstation am Bahnhof soll zudem künftig verschiedene Verkehrsarten kombinieren. „Ich habe diesen Termin als richtig gutes Netzwerktreffen wahrgenommen und wünsche mir die Fortsetzung der Zusammenarbeit“, resümierte Michael Scharf als Vertreter der ADFC-Ortsgruppe abschließend auch im Sinne der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Foto: Wie mehr Verkehrssicherheit geschaffen werden kann, berieten die Teilnehmenden der „1. Ahlener Verkehrssicherheitskonferenz“.

Wie mehr Verkehrssicherheit geschaffen werden kann, berieten die Teilnehmenden der „1. Ahlener Verkehrssicherheitskonferenz“.


Foto: Moderator und Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink.

Moderator und Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink.