Rat gibt grünes Licht für Osttangente

Die Osttangente für Ahlen kann kommen – wenn denn ihre Finanzierung gesichert ist. Der Rat der Stadt Ahlen hat am Donnerstagabend einen entsprechenden Baubeschluss gefasst. Dieser steht unter dem Vorbehalt, dass Bund und Land eine 60-prozentige Baukosten-Förderung für die Umgehungs- und Erschließungsstraße im Ahlener Südosten zusagen.

Laut Beschlussvorlage des Rates bringt der ausgewählte Trassenverlauf der Osttangente eine erhebliche Verkehrsentlastung für den innerstädtischen Verkehr. Neben der Entlastung unterstütze die zukünftige Trasse auch die positive Entwicklung an den Gewerbestandorten Olfetal und  Vatheuershof sowie am Zukunfts- und Gewerbestandort Zeche Westfalen. Das Projekt Osttangente fördere die Erschließung und Entwicklung einer Region und stärke den Raum wirtschaftlich und sozial. „Die neue Straße verkürzt die Fahrzeiten der Pendler und des gewerblichen Güterverkehrs, da sie als leistungsfähige Straßenverbindung einen schnelleren Anschluss an das überörtliche Netz gewährleistet“, verspricht der Beschluss.

Vor fünf Jahren noch hatte der Rat den Bau der jetzt beschlossenen Straße unter anderem aus finanziellen Erwägungen verworfen. Für den kommunalen Straßenbau stehen nun jedoch wieder Finanzhilfen zur Verfügung. Somit könnte erreicht werden, dass der erste Bauabschnitt in 2020 für eine Förderung vorgesehen wird. Derzeit wird durch Bund und Land eine 60-Prozent-Förderung gewährt. Die Stadt wird nach dem Baubeschluss einen Förderantrag für drei Bauabschnitte bei der Bezirksregierung Münster stellen.

Baukosten und Bauabschnitte
Die Osttangente ist in drei Finanzierungs- und Bauabschnitte eingeteilt. Der erste Bauabschnitt beginnt an der Guissener Straße (Kreisstraße 27) und endet mit einem Kreisverkehr an der jetzigen Zufahrt von der Bergamtsstraße in das Gewerbebiet Zeche Westfalen. Neben dem Straßenbau ist hier eine Brücke über die Werse erforderlich. Für das Brückenbauwerk sind im Wirtschaftsplan der Umweltbetriebe 2,75 Millionen Euro für das Jahr 2020 veranschlagt.

Da die Brückenführung nicht zu einem Verlust von Überschwemmungsgebieten führen darf und um einen ausreichenden Querschnitt für den Hochwasserabfluss zu gewährleisten, muss das Bauwerk in eine Dammlage gebracht werden. Hierfür ist es aufgrund widriger Bodenverhältnisse im rechten Böschungsbereich erforderlich, einen Damm anzulegen. Dieser sollte mindestens zwei Jahre vor dem Brückenbau angelegt werden, damit er sich setzen kann. Für diese Arbeiten und die hierzu notwendigen Ingenieur- und Gutachterkosten sind 400.000 Euro eingeplant.

Für den anschließenden Straßenbau von der Guissener Straße bis zur Einmündung von der Bergamtsstraße in das Gewerbebiet Zeche Westfalen liegt eine Kostenschätzung in Höhe von 6 Millionen Euro vor. Somit ergeben sich Gesamtkosten für den 1. Bauabschnitt in Höhe von 9,15 Millionen Euro, einschließlich der notwendigen Ingenieur- und Gutachterkosten.

Der zweite Bauabschnitt beginnt am vorgenannten Kreisverkehr und endet mit einem Kreisverkehr an der Alten Beckumer Straße. Für diesen Bauabschnitt wurden rund 5 Millionen Euro berechnet. Der dritte Bauabschnitt reicht von der Alten Beckumer Straße bis zum neuen Kreisverkehr an der Beckumer Straße, der das Gewerbegebiet Olfetal anbindet. Hierfür fallen Kosten in Höhe von 4,1 Millionen Euro an.

Bevor der erste Spatenstich erfolgt, muss neben dem Eingang der Förderzusage noch ein Berufungsverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss vorm Oberverwaltungsgericht eingestellt werden. Der Beschluss ist hier im Detail einsehbar.

Foto: Nach Planfeststellungsbeschluss folgt die Osttangente dieser Trasse.

Nach Planfeststellungsbeschluss folgt die Osttangente dieser Trasse.