Spatenstich zur neuen Osttangente: Umgehung entlastet Bevölkerung und stärkt die Wirtschaft

Weniger Durchgangsverkehr, bessere Luft und mehr Wohn- und Lebensqualität in Ahlen: Das Land Nordrhein-Westfalen fördert mit 10,6 Millionen Euro die neue Osttangente, um Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende zu entlasten. Neun Monate nach der Übergabe des Förderbescheids durch Verkehrsminister Hendrik Wüst beginnt jetzt der Bau der Osttangente.

Am Donnerstag setzten Vertreterinnen und Vertreter aus Land, Kreis und Stadt den symbolisch ersten Spatenstich. Bürgermeister Dr. Alexander Berger erinnerte an die 18 Jahre, die die Umgehung schon die Stadt Ahlen beschäftigt. „Die Straße war immer wieder Thema, wir haben es aus der Schublade geholt und mit großer Mehrheit zum Gelingen gebracht“, dankte er Politik und Verwaltung für ihr unermüdliches Engagement und Vertrauen. Ein großes Stück Arbeit komme nun auf die Stadt zu. Berger zeigte sich glücklich, „dass heutzutage so ein Verkehrsprojekt möglich ist, und dann noch in Ahlen.“  

Verkehrsminister Hendrik Wüst betonte: „Gute Mobilität ist Standortfaktor und Lebensqualität. Dank der Ortsumgehung wird der Ortskern entlastet und aufgewertet, die ansässige Wirtschaft gefördert, und die Schadstoffe gehen zurück – Verkehr raus, Lebensqualität rein.“ Dieses wichtige Infrastrukturvorhaben gehe endlich in die Umsetzung. „Das Land unterstützt hier gerne mit rund elf Millionen Euro.“ Landrat Dr. Olaf Gericke warb für „einen gesunden Mix der Verkehrsträger“. Der Kfz-Verkehr dürfe nicht zulasten alternativer Mobilität verteufelt werden. Zu lange sei die Umsetzung größerer Verkehrsprojekte gehemmt gewesen. „Es ist gut, dass jetzt Schwung hineinkommt. Davon haben die Menschen etwas und es stärkt die Wirtschaft in der größten Stadt des Kreises Warendorf.“     

Die neue Osttangente bildet eines der wichtigsten Verkehrsprojekte der vergangenen Jahre in Ahlen: Sie soll nicht nur eine erhebliche Verkehrsentlastung in der Stadt erreichen, sondern auch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region stärken. Die neue Route verkürzt unter anderem Pendlerfahrzeiten und des gewerblichen Güterverkehrs, da sie als leistungsfähige Straßenverbindung einen schnelleren Anschluss an das überörtliche Netz gewährleistet. Zudem unterstützt die neue Osttangente die positive wirtschaftliche Entwicklung am Zukunfts- und Gewerbestandort Zeche Westfalen. 

Hintergrund:
Die knapp elf Millionen Euro hohe Zuwendung des Landes macht 70 Prozent der Gesamtkosten und zuwendungsfähigen Ausgaben in Gesamthöhe von 17,8 Millionen Euro aus. Die neue Osttangente ist mit einer Gesamtlänge von rund 4,3 Kilometern in drei Finanzierungs- und Bauabschnitte aufgeteilt. Voraussichtlich im Herbst 2023 ist der erste Bauabschnitt fertiggestellt. Neben dem reinen Straßenbau umfasst dieser Abschnitt auch einen Lärmschutzwall und eine neue Brücke über die Werse. Um vor Überschwemmungen zu schützen und um einen ausreichenden Querschnitt für den Hochwasserabfluss zu gewährleisten, muss das Bauwerk zudem in eine Dammlage gebracht werden und damit verbunden wird ein Damm angelegt. Auf dem künftigen Baufeld im Bereich Osthalde und Werse sowie auf einem Zechengelände ist mit entsprechenden Vorarbeiten schon begonnen worden. Mit der Fertigstellung aller drei Bauabschnitte wird in etwa fünf Jahren gerechnet.

Foto: Spatenstich zum ersten Bauabschnitt der Ahlener Osttangente mit Repräsentanten aus Land, Kreis und Stadt.

Spatenstich zum ersten Bauabschnitt der Ahlener Osttangente mit Repräsentanten aus Land, Kreis und Stadt.


Foto: Landrat Dr. Olaf Gericke, Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Verkehrsminister Hendrik Wüst betonten in ihren Grußworten die Notwendigkeit der Osttangente für Ahlen und die Region.

Landrat Dr. Olaf Gericke, Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Verkehrsminister Hendrik Wüst betonten in ihren Grußworten die Notwendigkeit der Osttangente für Ahlen und die Region.