Zeitplan für Marktplatzumbau steht

Die barrierefreie Umgestaltung des Marktplatzes wird von allen Beteiligten in hohem Maße Durchhaltevermögen und Geduld abverlangen. Das sagte Stadtbaurat Andreas Mentz am Montagabend im Alten Ratssaal, als er gemeinsam mit Vertretern seiner Fachverwaltung und der Stadtwerke zehn Anliegern und einem Vertreter der Marktbeschicker die Zeitschiene vorstellte, in der das „Projekt Marktplatz“ angegangen wird.

Aus dem konstruktiv geführten Gespräch nahmen die städtischen Planer Anregungen der Anlieger mit, wie die Bauphase für Anwohner und Geschäftsinhaber so erträglich wie möglich gestaltet werden kann. Sorgen bereitete manchen Marktplatzanrainern die Aussicht, dass ihre Läden nicht mehr von der Kundschaft angesteuert werden. Ein spezielles Leitsystem und eine „Baustellenzeitung“ sollen die Kundenströme auch während der Erd- und Oberflächenarbeiten auf den Marktplatz lenken. Der Dialog mit den Anliegern werde laufend fortgesetzt, so Mentz: „Weitere Ideen, die den Marktplatz auch während der Bauphase zu einem besonders interessanten Ort machen sollen, der immer einen Besuch wert ist, wollen wir in den nächsten Monaten gemeinsam entwickeln.“

Schon nach dem Stadtfest im Juli beginnen erste Arbeiten zur Erneuerung der Kanäle. Direkt im Anschluss werden die Versorgungsleitungen der Stadtwerke Ahlen erneuert. Eingeschlossen ist auch eine archäologische Untersuchung des Untergrunds, um gegebenenfalls vorhandene Relikte auf früherer Siedlungszeit zu erfassen und für die Nachwelt zu dokumentieren. „Bis zum Adventsmarkt im Dezember werden diese Arbeiten abgeschlossen sein“, nimmt der Stadtbaurat die Sorge, dass in diesem Jahr das vorweihnachtliche Marktgeschehen dem Umbau zum Opfer fallen könnte. Die Oberfläche werde dazu provisorisch wiederhergestellt. Auch für die in den Sommerferien Daheimbleibenden hat Andreas Mentz gute Nachrichten. Die Baustellenlogistik werde Rücksicht nehmen auf die sommerliche Trallacity-Reihe. Konzerte und Kleinkunst werden von Ende Juli bis Mitte August wie gewohnt auf dem Marktplatz stattfinden.

In die Vollen geht der Marktplatzumbau, sobald die letzten Hütten vom Adventsmarkt abgeräumt sind und auch das Silvester-Festzelt abgebaut ist. „Wenn es das Wetter zulässt, fällt zu Beginn des kommenden Jahres der Startschuss für die neue Pflasterung“, kündigt Mentz an. Parallel dazu werden die archäologischen Untersuchungen fortgesetzt. Bis zum Adventsmarkt 2018 werden die Ahlener dann auf ihre „gute Stube“ verzichten müssen. Liebgewonnene Festlichkeiten und Anlässe wird es dennoch geben. Neben Stadtfest und Trallacity-Reihe müssten im „Baustellenjahr 2018“ auch die Schützenaufmärsche und Veranstaltungen wie das Gedenken am Volkstrauertag an alternativen Orten abgehalten werden. Mentz ist optimistisch, dass die unvermeidbaren Erschwernisse auf Verständnis stoßen. „Die Einschränkungen über das nächste Jahr sind durchaus erheblich, aber es lohnt sich“, verspricht er den Ahlenern künftig einen Marktplatz mit erheblich höherer Aufenthaltsqualität. Alle Anrainer, Nutzer und Veranstaltungen würden davon auf Jahrzehnte profitieren.

Wie sehr sich die Menschen einen barrierefreien Platz wünschten, habe die Abstimmung im November und Dezember gezeigt. 1748 Karten seien zurückgekommen, fast zwei Drittel der Teilnehmer hätten darauf für die Verlegung von neuem Pflaster mit schmaler Fuge gestimmt, erinnerte Mentz. Der Rat der Stadt Ahlen habe sich dieser Empfehlung angeschlossen und den Baubeschluss für Variante A mit einem zusätzlichen Wasserspiel am Rande der Bartholomäuskirche getroffen. Das Platzgefühl wird nach Abschluss der Umgestaltung laut Mentz deutlich ausgeprägter sein. Eine klarere und durchgängigere Platzsituation werde geschaffen, wobei die charakteristische Mittelinsel vor dem Kriegerdenkmal mit Ausnahme kleinerer Reparaturen unangetastet bleibt.

Die kommenden knapp zwei Jahre werden für Anlieger, Gewerbetreibende und Bürger keine Urlaubsreise, gibt der Erste Beigeordnete unumwunden zu: „Wir waren uns in Ahlen gemeinsam darüber einig, dass etwas mit dem Marktplatz geschehen muss.“ Die Entscheidungen seien nun gefallen. Ab Sommer heiße es, mit Volldampf die Aufgabe anzugehen. In Bürgerinformationsveranstaltungen und über das Internet werde der Baufortschritt transparent und für jedermann nachvollziehbar gemacht. Abgewartet werde zunächst noch der Eingang der Förderzusage durch das Land Nordrhein-Westfalen.

Präsentation aus der Anliegerversammlung

Foto: Planskizze des künftigen Markplatzes

Planskizze des künftigen Markplatzes