Zehn populäre Irrtümer über das Radfahren

Irrtum 1: Wer mit dem Rad fährt, gehört auf den Radweg?
Nein. Tatsächlich müssen vorhandene Radwege nur dann von Radfahrern genutzt werden, wenn sie entsprechend ausgeschildert sind. Das regeln drei Verkehrszeichen (siehe Bild). Jedes dieser drei Gebots-Zeichen schreibt die Benutzung des Radweges vor. Fehlt eine entsprechende Ausnahme-Beschilderung fährt der Radfahrer gemäß Straßenverkehrsordnung (STVO) grundsätzlich auf der Straße.  Natürlich muss er sich dort sicher fühlen und die Vorteile des schnelleren Radelns wollen. Ungeübten und langsameren Radlern bleibt die Möglichkeit, die vorhandenen rot gepflasterten Wege zu nutzen. Hier im Seitenraum bewegt sich der Radfahrer allerdings als Gast neben dem Fußgänger und muss sein Fahrverhalten entsprechend anpassen. Radelnde Kinder unter acht Jahren bleiben in jedem Fall auf dem Gehweg, für sie ist das Fahren auf der Straße sogar verboten.

Irrtum 2. Bei Einbahnstraßen ist das Radfahren gegen die Fahrtrichtung auf dem Gehweg erlaubt?
Nein. Grundsätzlich gilt für das Rad, was auch für das Auto gilt: Gegen die Fahrtrichtung fahren ist nicht erlaubt. In der Ahlener Innenstadt ist dieses Verbot für Radfahrer an vielen Stellen bereits aufgehoben worden. Zuerst in den verkehrsberuhigten Bereichen, nun auch in weiten Teilen des Innenstadtverkehrsrings. Das sind neben der Wallstraße, Nordenmauer und Ostenmauer auch die Moltkestraße und der Holzweg. Ein entsprechendes Hinweisschild zeigt dies an.
Wo genau dies der Fall ist, sehen Sie hier in der Übersichtskarte.

Wenn man sich auf den Schutzstreifen entgegen der Fahrtrichtung nicht sicher fühlt muss das Rad geschoben werden. Ein Fahren auf dem für Fußgänger gepflasterten Gehweg entgegen der Fahrtrichtung ist nicht erlaubt. Ausnahmen bilden die Straßenzüge, in denen ein sonstiger rot gepflasterter Weg entgegen der Fahrtrichtung noch vorhanden ist (z.B. Holzweg, Lütkeweg, Gerichtstraße, Königstraße).

Irrtum 3. Am Zebrastreifen haben Radfahrer Vorrang?
Nein. Richtig ist: Radfahrer dürfen über Zebrastreifen fahren. Vorfahrt haben sie aber nur dann, wenn sie absteigen und ihr Rad schieben.

Irrtum 4. Radfahrer müssen immer hintereinander fahren?
Nein. Solange der andere Verkehr nicht behindert wird, dürfen Radfahrer auch nebeneinander fahren. Gruppen von mehr als 15 Radlern im geschlossen Verband dürfen das ohne Einschränkungen.

Irrtum 5. „Radfahrer absteigen“ heißt immer, dass Radfahrer ihr Rad schieben müssen?
Nein. Auch wenn die Aufforderung eindeutig und kategorisch klingt: Radfahrer dürfen (zum Beispiel an einer Baustelle) auch auf der Fahrbahn weiterfahren, wenn sie sich vorsichtig (Schulterblick, Handzeichen) und bei freiem Raum in den Verkehr einfädeln.

Irrtum 6. Telefonieren ist auf dem Fahrrad erlaubt?
Nein. Das wird teuer: Auf dem Rad ist das Telefonieren mit dem Handy in der Hand genauso verboten, wie beim Autofahren. Wer sein Smartphone auf dem Rad benutzt, riskiert ein Bußgeld von 55 Euro und einen schweren Unfall. Gerade ein Radfahrer muss mit Rücksicht auf den Fußgänger und die eigene Sicherheit mit voller Aufmerksamkeit und zu jeder Zeit das Verkehrsgeschehen beobachten. 


Irrtum 7. Aber Musikhören mit dem Kopfhörer, das ist erlaubt?
Solange musikhörende Radfahrer eine entsprechende Lautstärke wählen und plausibel nachweisen, dass sie aufmerksam mitbekommen, was um sie herum passiert, dann sind Stöpsel im Ohr oder Kopfhörer nicht generell verboten. Wer übertreibt, riskiert Kopf und Kragen und ein Bußgeld von 15 Euro.

Irrtum 8. Beim Abbiegen kann der Radfahrer freiwillig Handzeichen geben?

Nein. Ein Handzeichen bzw. das Ausstrecken des Arms ist lebenswichtig, um dem Autofahrer das Abbiegen anzuzeigen. Der Autofahrer kann nicht immer erahnen, wenn der Radfahrer abbiegen möchte.. Allerdings reicht es für den Radfahrer aus, beim Einordnen durch ein entsprechendes Zeichen anzuzeigen, dass ein Radfahrer abbiegen will. Der Arm kann dann auch wieder runter, beim Abbiegen ist es besser beide Hände am Lenker zu lassen.

Irrtum 9. Tempo 30 gilt auch für Radfahrer?
Temporegeln wie Tempo 30 oder Tempo 50 in geschlossenen Ortschaften gelten nur für Autos. Diese haben einen längeren Bremsweg und stellen aufgrund ihrer Fahrzeugmasse ein besonderes Risiko für schützenswerte Verkehrsteilnehmer dar. Radler dürfen, wenn sie können, auch schneller unterwegs sein. Allerdings muss auch beim Radfahren die Geschwindigkeit immer angepasst sein.
Vorsicht in Spielstraßen: Hier ist Rasen für alle ein Tabu und bei mehr als Schrittgeschwindigkeit besondere Rücksichtnahme gefragt.

Irrtum 10. Beim Radfahren auf der Straße gilt, soweit rechts wie möglich?
Bitte nicht! In der Innenstadt sollen für den Radfahrer besondere Schutzstreifen angelegt werden, auf denen ausreichend Platz ist, diese mittig zu nutzen. Radler sollten wegen der Sturzgefahr immer einen Sicherheitsabstand zum Bordstein halten. Der ADFC empfiehlt einen halben Meter oder, wo es geht, sogar 80 Zentimetern. Entlang von Parkstreifen sollte der Sicherheitsabstand sogar noch größer sein. So bleibt noch genug Platz zum Ausweichen, wenn zur Fahrbahn hin die Autotür unaufmerksam geöffnet wird.