Historische Foto-Ausstellung

 Ein „echter Hingucker“, so Fachbereichsleiter Markus Gantefort war die dreiwöchige Ausstellung „Ahlen - die Innenstadt, wie sie früher war“, die vom 17. Juni bis 9. Juli zu sehen war. Auf 22 großformatigen Postern wurden im Stadtraum und in Schaufenstern historische Aufnahmen ausgestellt, die sichtbar machen, wie sich die Straßen und der Straßenverkehr in den letzten 50 Jahren verändert haben. "Wenn wir den Radverkehr fördern wollen, müssen wir uns darüber Gedanken machen, wie wir den beengten Straßenraum zukünftig gestalten wollen" so Gantefort.

Wir laden Sie auch nach der Ausstellung noch ein, einen gedanklichen Rundgang durch die Stadt zu machen. Eine Übersicht der Innenstadt mit den Standorten der alten Fotoaufnahmen für Ihren persönlichen Rundgang finden Sie hier.        

Historisches Radfahren in Ahlen

Jubiläum: 200 Jahre Fahrrad

Im Jahr 2017 feierte eine brillante Erfindung aus Deutschland 200-jähriges Jubiläum: Die Laufmaschine, die als Urform des heutigen Fahrrads gilt, wurde vom gebürtigen Karlsruher und Erfinder Karl Drais 1817 in Mannheim entwickelt und zum Patent angemeldet. Der  Trend zu mehr Rad­ver­kehr und Ent­wick­lun­gen wie die Elek­tri­fi­zie­rung und Digi­ta­li­sie­rung des Rad­ver­kehrs tra­gen dazu bei, dass das Fahr­rad in Zukunft eine noch grö­ßere Rolle spie­len wird.

Das Fahrrad ist heute für viele Menschen bereits mehr als ein Transportmittel und auch mehr als nur alltägliches Verkehrsmittel. Das Fahrrad ist heute das, was das Auto gestern war. Das neue Selbstbewusstsein der GENERATION FAHRRAD hat das Netzwerk der AGFS mit der größten Kampagne, die sie bis dato entwickelt und durchgeführt hat, im Jahr 2017 vermittelt. An mehr als 60 Aktionstagen von Juni bis September 2017 nahmen zahlreiche Kommunen in NRW an der Kampagne teil.

Auch Ahlen war dabei. Am ersten Fahrradaktionstag brachten Glücksrad, Memospiel und Fotobox jede Menge Spaß für die ganze Familie am Schöneberger Platz.

Geschichte des Fahrrades

Im Jahr 1817 stellte der badische Adelige Carl Freiherr von Drais seine einspurige, von ihm so genannte „Laufmaschine“ aus Holz als Alternative zum Reitpferd vor. Zwar waren Pferde lange die günstigsten Transport-"Antriebe", aber wegen einer Reihe preistreibender Hafermissernten wurden sie teuer im Unterhalt. Aus diesem Grunde stieß die Idee der Fortbewegung mit einem Vehikel und eigener Muskelkraft auf zunächst großes Interesse.

Die berühmte Testfahrt des erfinderischen Forstbeamten war eine Inszenierung vor Publikum, eine Demonstration der Möglichkeiten: Für die 14-Kilometer-Strecke war er keine Stunde unterwegs - und mit 15 km/h schneller als die übliche Postkutsche.

Allerdings wurden erst im Zuge der Hochindustrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts derartige Laufmaschinen weiterentwickelt und bis zum Ende des Jahrhunderts das heute bekannte Fahrrad mit Pedalantrieb erfunden.

Binnen weniger Jahre gab es dann weltweit Millionen Fahrräder. Aufgrund seines niedrigen Preises war das Fahrrad das erste massentaugliche Verkehrsmittel. Es erlangte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große Verbreitung, als es für Arbeiter erschwinglich wurde, die damit den infolge von Industrialisierung und Urbanisierung immer länger werdenden Weg zur Arbeitsstelle zurücklegten. 1936 fuhren beispielsweise in den deutschen Städten mit über 100.000 Einwohnern zwischen 43 und 61 % der Arbeiter per Fahrrad zu ihren Arbeitsstätten. Doch auch für Fahrten in den Urlaub hatte das Fahrrad eine Bedeutung. 1938 existierten bereits über 10.000 km Radwege in Deutschland.

In den 1960er Jahren war ein allgemeiner Wohlstand in der industrialisierten Welt entstanden, dem zufolge das Fahrrad durch Motorräder und schließlich Autos  verdrängt wurde. Erst nach den Ölkrisen  in den 1970er Jahren und wachsendem  ökologischen Bewusstsein  erlangte das Fahrrad in den Industrieländern Europas wieder größere Bedeutung – vor allem im städtischen Nahverkehr. Das wachende öffentliche Interesse an diesem umweltfreundlichen und gesundheitsfördernden Verkehrsmittel führte zur Verbesserung der Fahrradtechnik und der Radfahrinfrastruktur (also z. B. Anlegen von Radwegen und Fahrradabstellplätzen, Einführung von Leihradsystemen).

Der Anteil der Radfahrer am gesamten Verkehrsaufkommen (Modal Split) erhöht sich fortlaufend. Dafür vorbildliche Städte sind heute Münster und Kopenhagen, in denen der Radverkehrsanteil schon bei über 35 % liegt.