Förderprojekt "Neue Wege in die City.Ahlen 2017"

 

Die Ausschreibung des Bundeswettbewerbs "Klimaschutz im Radverkehr" im Rahmen der Nationalen Klimaschutzoffensive hatte im Frühjahr 2016 ihre Premiere. "Die innovative Mobilitätswende schafft bessere Luft, kürzere Wege, weniger Lärm, weniger Flächenverbrauch, Unabhängigkeit von Fahrplan oder Treibstoff - beim Radfahren verbündet sich Klimachutz mit Gesundheit und lebenswerten Städten" heißt es in einer Presemitteilung des Bundesumweltministeriums. Die Förderzusage des Bundesumweltministeriums erreichte Ahlen am 14.12.2016

Im ersten  Wettbewerbsdurchgang förderte das Bundesumweltministerium 24 Projekte bundesweit, zehn Projekte darunter in NRW (u.a. Köln, Bielefeld, Oberhausen, Siegburg). Die Stadt Ahlen hatte sich unter mehr als 100 Bewerbungen von Kommunen mit ihrem Projekt ebenfalls durchgesetzt.. Für die seit 2016 bewilligten 38 Projekte standen insgesamt 47 Millionen Euro zur Verfügung. Die Projekte reichen dabei von der Radverkehrsbeschleunigung durch vorrangige Grünphasen über moderne, sichere Radabstellanlagen an Verknüpfungsstellen zum ÖPNV bis zum Aufbau eines Fahrradverleihsystems und sollen zur Nachahmung anregen.

Am 18.05.2017 wurden die ausggewählten Kommunen und Projektträger für ihre beispielgebenden Projekte klimafreundlicher Fahrradmobilität durch die parlamentariche Staatssekretärin Rita Scharzelühr-Sutter mit einem Zertifikat gewürdigt. In der Urkunde heißt es: Das Projekt "NEUE WEGE IN DIE CITY.AHLEN" leisten einen großen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung.

 

Wesentliche Projektbausteine

Bauarbeiten am Gebrüder-Kerkmann-Platz abgeschlossen: verbesserte Durchgängigkeit für den Radverkehr

Seit November 2017 liefen die Bauarbeiten am Gebrüder-Kerkmann-Platz. Ein lang gestreckter Kreisverkehr sorgt zwischen dem früheren Marktkauf und dem Hundhausen-Gelände für echte Platzatmosphäre. Neben dem deutlich aufgewerteten Platz gibt es auch einige Verbesserungen für den Radfahrer. Die eigene Signalisierung mit langen Wartezeiten verschwindet. Für alle Autofahrer deutlich sichtbar wird der Radfahrer auf der Fahrbahn geführt. Um kurze Wege für ihn sicherzustellen, gibt es eigene Wegeführungen über den Platzbereich. So funktioiert das Abkürzen mit dem Fahrrad.  Details der Planung können Sie hier einsehen.    

Am Ende soll ein neues Eingangstor in die Ahlener Innenstadt entstehen. Denn im November 2018 öffnen bereits die Türen des neuen "Kerkmann-Carees" in der ehemaligen Marktkauf-Immobilie. Neue Geschäftseinheiten auf der Hundhausen-Brache werden folgen.

„Ungewöhnlich und atypisch“ nennt Bürgermeister Dr. Alexander Berger den Ansatz, für den es keine Denkverbote gegeben habe. Eine pfiffige Lösung sei entstanden, die das Eingangstor zur Fußgängerzone aufwerte.

Der neue Kreisverkehr wird ohne aufhaltende Ampeln alle Straßen verbinden, die in den Gebrüder-Kerkmann-Platz münden. Künftig wird es damit auch wieder möglich sein, von der Industriestraße in die Innenstadt zu gelangen. Seit vielen Jahren ist das Abbiegen in diesem Bereich verboten.

Aber nicht nur für den fließenden Verkehr vor der Bahnlinie gibt es demnächst Verbesserungen: Neu gestaltet wird in diesem Zuge auch die Fahrbahn der Eisenbahnunterführung. Gesichert durch einen Schutzstreifen werden Radfahrer auch hier die Straße nutzen, um zügig voranzukommen. Fußgänger erhalten dafür auf beiden Seiten einen Gehweg, der ihnen vorbehalten bleibt.

Beide Projektbausteine sind Bestandteil des vom Bundesministerium im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative geförderten Maßnahmenpaketes "Neue Wege in die City.Ahlen". Die Radverkehrskampagne PedAhlen unterstützt die Information der Bürger, um beim Radverkehr in der Ahlener Innenstadt neue Wege zu beschreiten.

Weststraße wird zur Begegnungszone

Zu dicht und zu ungeordnet ist der Verkehr auf der Weststraße zwischen Fußgängerzone und Kunstmuseum. Das Radverkehrskonzept der Stadt Ahlen will diesen Abschnitt für Passanten und Fahrradfahrer künftig attraktiver machen. Einen Entwurf für eine sogenannte Begegnungszone wurde allen Bürgerinnen und Bürgern in einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 7. März 2018, um 18:30 Uhr im Ratssaal des Rathauses vorgestellt.

Hier können Sie den Planentwurf näher betrachten.

Hintergrund:

Die Planungen für den Abschnitt der Weststraße zwischen dem Kunstmuseum Ahlen im Westen und der Kampstraße im Osten folgen der Erkenntnis, dass der baulich getrennt gestaltete Straßenraum den zeitgemäßen Anforderungen an einen sicheren Verkehr nicht mehr gerecht wird. Im Radverkehrskonzept ist für diesen Bereich ein Umbau nach dem „Shared-Space-Prinzip“ vorgesehen.

Die Konkretisierung dieses Ziels wurde unter Einbindung des Fachbüros SHP aus Hannover vorgenommen. Dieses Verkehrsplanungsbüro hat bereits mehrfach erfolgreich vergleichbare Situationen durch den Einsatz einer sogenannten „Begegnungszone“ geplant und umgesetzt. Die vorrangig betroffenen Anlieger (Eigentümer und gewerbliche Nutzer) wurden in einer Informationsveranstaltung am 8. Januar beteiligt und hinsichtlich ihrer Wunschvorstellungen befragt.

Im Ergebnis sprachen sich die 23 erschienenen Eigentümer und Gewerbetreibenden durchgängig für die Umsetzung der vorgestellten Maßnahme aus, die u.a. eine maximale Fahrgeschwindigkeit von Tempo 20 vorsieht. Auch eine Bürgerversammlung am 9. Januar gab ein ganz überwiegend positives Votum für den Vorschlag. Weitere Elemente der Begegnungszone sind der Rückbau der Hochborde und eine qualitätsvolle Gestaltung der Oberfläche. Die verbreiterten Seitenräume bieten Spielräume für eine erhöhte Nutzungs- und Aufenthaltsqualität. Der Stadtplanungs- und Bauausschuss hat dem Umbau zur Begegnungszone am 30. Januar 2018 einstimmig zugestimmt.

Entschleunigt und sicher durch die City - Umgestaltung der SÜDSPANGE

Autofahrer, die noch immer mit der Einstellung unterwegs sind, Radfahrer seien ein in Kauf zu nehmendes Übel, müssen schleunigst ihre zweifelhafte Denkweise ändern. „Seit 1997 gelten Fahrradfahrer laut Straßenverkehrsordnung als fließender Verkehr“, erläuterte Stadtplanerin Angelika Schöning manch hiervon überraschtem Besucher der Bürgerinformation, die am Dienstagabend im Ratssaal stattfand.

Zweiradfahrer gehören demnach seit zwei Jahrzehnten gleichberechtigt auf die Straße und nicht versteckt in den Seitenraum von Hochborden, wo sie im rechtlichen Sinn trotz roter Fahrbahnstreifen nur als untergeordnete Gäste der Fußgänger gelten. Allein in begründeten Gefahrenlagen und bei entsprechender Beschilderung seien Radfahrer zur Benutzung der Hochborde verpflichtet, „was in Ahlen aber kaum noch der Fall ist“, wie Schöning hinzufügte. 

Bis Ende des Jahres will die Stadt einen Strauß an Maßnahmen umsetzen, die zwischen der Wersebrücke an der Weststraße und dem Gebrüder-Kerkmann-Platz die Leichtigkeit des Verkehrs sicherstellen und Fahrradfahrer im Verkehrsraum sichtbar machen sollen. Die Stadt diskutierte hierzu mit ihren Bürgerinnen und Bürgern, wie neue Wege in die Innenstadt führen und stellte dazu das Konzept für eine fahrradfreundliche City vor. „Nicht über Bedenken wegbügeln, viel erklären und Öffentlichkeitsarbeit betreiben“, sei jetzt Aufgabe der Stadt, sagte Bürgermeister Dr. Alexander Berger in seiner Begrüßung der rund 50 Besucherinnen und Besucher. Die Umsetzung des Konzeptes verlange von allen Menschen in Ahlen „Gewöhnung und Zeit.“ Das Gesamtpaket wurde von den engagierten Besuchern überwiegend positiv aufgenommen.   

Maßnahmen für mehr Sicherheit
Wenn die mit Bundesmitteln in Höhe von rund 530.000 Euro geförderten Umbaumaßnahmen bis zum Jahresende abgeschlossen sind, bekommt der Abschnitt auf der sogenannten Südspange einen komplett neuen Anstrich. Kernpunkte des neuen Konzeptes sind Tempo-30-Reduzierung, Radfahrer-Schutzstreifen und Standby-Schaltungen für Fußgängerampeln. Die Weststraße soll vom Kunstmuseum bis zur Fußgängerzone zur verkehrsberuhigten Begegnungszone werden.   

Ein vollständiges Überdenken der Verkehrssituation sei aufgrund veränderter Mobilitätsgewohnheiten dringend erforderlich, schickte Bürgermeister Dr. Alexander Berger voraus. Sicherer seien Radfahrer heutzutage auf der Straße aufgehoben, „damit man sie sieht.“ Um den Radverkehr noch attraktiver zu machen, müssten unnötige Barrieren entfernt werden und die schnelle Erreichbarkeit von innerstädtischen Zielen gewährleistet sein. Die Unfallforschung habe bei Einhaltung von Sicherheitsabständen keine auffälligen Risiken für Radfahrer im fließenden Verkehr festgestellt.

Wahlfreiheit für Radfahrer
Für alle Radfahrer, die sich daran gewöhnt haben, auf dem rot markierten Bürgersteig zu fahren, hatte Andreas Mentz eine beruhigende Nachricht. Sie werden dies auch nach Umsetzung aller Konzeptvorschläge weiterhin können. „Wir zerren niemanden auf die Straße“, beruhigt der Stadtbaurat. Alle Streifen werden trotz neu angelegter Schutzstreifen im fließenden Verkehr erhalten bleiben.

In den Kreuzungs- und Einmündungsbereichen der Südspange werden neue Markierungen und veränderte Abbiegespuren die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen. An der Bahnhofstraße wird zukünftig das Radfahren in beide Richtungen möglich. Ein rot markierter und exklusiv von Radfahrern zu benutzender Schutzstreifen entlang des Bahnhofes wird demnächst für ein sicheres Abbiegen von Radlern in die Bahnhofstraße Richtung Innenstadt sorgen.

Skeptiker des vorgelegten Konzeptentwurfes warnte Moderatorin Prof. Dr. Stefanie Bremer vom Hamburger Planungsbüro Orange Edge, das die Stadt Ahlen bei der Erstellung des Radverkehrskonzeptes berät, vor falschen Eindrücken nach der Präsentation. „Markierungen werden auf Skizzen und Planzeichnungen immer ganz anders wahrgenommen, als es in Wahrheit der Fall ist.“ Die Erfahrung auch andernorts zeige, dass sich die Verkehrsteilnehmer sehr schnell an Veränderungen gewöhnen würden.

Ampeln auf „Standby“
Auch wer zu Fuß in der Stadt unterwegs ist, kann sich bald auf weniger Stopps an Fußgängerampeln freuen. Diese werden außerhalb der Schulzeit an der Wersebrücke, am Rathaus und an der Tankstelle in der Südstraße auf „Standby“ geschaltet. Das heißt, nur bei Anforderungen gehen die Lichter an. Wenn die Straße frei ist und kein Auto kommt, können diese Überwege ohne zu warten überquert werden. „Ein deutlich höherer Komfort als heute, wo man noch teils minutenlang auf Grün warten muss, obwohl kaum Verkehr kreuzt“, so Robert Reminghorst von den Ahlener Umweltbetrieben. Wichtig sei: „Es besteht vollkommene Wahlfreiheit, ob man die Ampel einschalten möchte oder nicht.“

Südspange wird entschleunigt
Im Abschnitt von der Fußgängerampel an der Tankstelle bis zur Ampelanlage an der Post wird künftig Tempo 30 gelten, damit hier Wege für Schüler sicherer werden. „Das reglementiert den Ist-Zustand, der heute schon nicht mehr als eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 22 bis 27 Stundenklometer hergibt“, verwies Verkehrsingenieur Olaf Timm vom beauftragten Planungsbüro NTS auf Messergebnisse, die Verkehrsforscher der TH Dresden im Vorfeld der Konzeptentwicklung erhoben hatten. Die „Entschleunigung“ führe zu keinen Zeitverlusten, sondern vermeide nur unnötiges Beschleunigen und Bremsen. Auf hundert Meter verlängere sich die Fahrzeit um kaum spürbare 1 bis 4 Sekunden, ergänzte Stadtbaurat Andreas Mentz in der konstruktiven Diskussion. Die Schaltzeiten der Ampeln würden im Hinblick auf den fließenden Verkehrs neu ausgerichtet, um einen reibungslosen und störungsfreien Durchfluss zu erreichen.  

Auch bauliche Maßnahmen werden dem Autofahrer etwas Platz nehmen. Abbiegespuren entfallen und der Straßenraum wird zugunsten einer gleichberechtigten Radwegeführung und einer kürzeren Querung für den Fußgänger verengt. Mit der Entschleunigung des Autofahrers sind Radfahrer und vor allem Fußgänger in der innenstadt sicherer unterwegs.

Mehr Aufenthaltsqualität für die Weststraße
Die regelmäßig zu den Hauptverkehrszeiten von Staus und Stillstand geplagte Weststraße wandelt sich zwischen Kunstmuseum und Beginn der Fußgängerzone zur Begegnungszone, „eine Mischung aus klassischer Fahrstraße und Fußgängerzone“, wie Andreas Mentz ausführte. Eigentümer und Geschäftstreibende hatten sich einen Tag zuvor für eine Lösung ausgesprochen, die nur noch drei Kurzzeitparkplätze und einen Behindertenparkplatz vorsieht. Auf der einheitlichen Verkehrsfläche werde künftig auch der Aufenthalt vor Cafés möglich sein, ohne durch Autos übermäßig beeinträchtigt zu werden, stellt der Stadtbaurat in Aussicht. Der Durchgangsverkehr soll die auf Tempo 20 gedrosselten Weststraße ab Jahresende meiden und besser über Kapellenstraße und Konrad-Adenauer-Ring Richtung Norden geführt werden.  

Mit den jetzt vorgestellten Bausteinen rundet die Stadt Ahlen das Verkehrskonzept „PedAhlen“ ab. In einem ersten Schritt waren u.a. innerstädtische Einbahnstraßen für Radfahrer gegenläufig geöffnet und neue Abstellbügel in der City aufgestellt worden.

 

Hier finden Sie die aktuelle AUSSTELLUNG - Plakate aufgestellt ab dem 30.08.2018

Plakat 1 Umbau der Südspange - die Übersicht auf dem Plan

Plakat 2 Umbau der Südspange - die Erklärung im Text

Plakat 3 Was passiert im Bereich der Weststraße? Vorher - Nachher

Plakat 4 Was passiert im Bereich der Westenmauer? Vorher - Nachher

Plakat 5 Was passiert im Bereich der Südenmauer? Vorher - Nachher

Plakat 6 Was passiert im Bereich der Südstraße? Vorher - Nachher

Plakat 7 Was passiert im Bereich des Ahlener Bahnhofs? Vorher - Nachher

Plakat 8 Was passiert im Bereich Bahnhofstraße/ Bahndamm? Vorher - Nachher

 

Hier finden Sie die Präsentation mit den am 9. Januar vorgestellten Maßnahmen zum Radverkehr..

 

Sicher durch die Einbahnstraßen: Öffnung für Radfahrer in Gegenrichtung wird sich schnell einspielen.

Foto: René Bushuven macht es vor: Auf der Moltkestraße dürfen Radfahrer auf einem Schutzstreifen nun auch stadteinwärts fahren.
René Bushuven macht es vor: Auf der Moltkestraße dürfen Radfahrer auf einem Schutzstreifen nun auch stadteinwärts fahren.

Mit der Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkahr setzt die Stadt Ahlen einen weiteren Teil des vom Bundesumweltministerium geförderten Radverkehrskonzeptes "Neue Wege in die City.Ahlen" in der Innenstadt um.

Auf fünf innerstädtischen Einbahnstraßen greifen neue Regelungen zum Radverkehr. Seit Mitte November 2017 hat die Stadt Ahlen Markierungen auf diesen Straßen aufgebracht, die das gegenläufige Befahren für Radfahrer ermöglichen.

Auf der Wallstraße, der Nordenmauer, der Ostenmauer, der Moltkestraße und dem Holzweg sind entsprechende Schutzstreifen eingerichtet worden. Ergänzt werden die Markierungen durch Beschilderungen, die Autofahrer auf entgegenkommenden Radverkehr aufmerksam machen.

Die Freigabe der Einbahnstraßen für Radfahrer ist ein zentraler Bestandteil der Radverkehrskampagne „PedAhlen“, die für Verbesserungen der Radverkehrssituation in der Innenstadt wirbt und darüber aufklärt. Die Stadt hatte bereits Jahre zuvor in den verkehrsberuhigten Bereichen des Stadtkern gute Erfahrungen mit der Freigabe der Einbahnstraßen in beide Richtungen gemacht. Mit dem jetzt erfolgten Schritt gilt in nahezu der kompletten Ahlener Innenstadt: Freie Fahrt für Fahrradfahrer in alle Richtungen. Die Stadt will damit einen Beitrag leisten, um Ahlen durchgängiger zu machen für Radfahrer.

Ein separater Schutzstreifen mit Piktogramm und Richtungspfeil schafft neben der Tempo-30-Beschilderung und dem Hinweis auf entgegenkommende Radfahrer den sicheren Rahmen. Sämtliche Markierungsarbeiten wurden in sogenannter „Heißplastik“ ausgeführt, die bis zu vier Millionen „Überrollungen“ standhalten.

Um die Umgewöhnung zu erleichtern, wird die Stadt Flyer verteilen, die für die neuen Verkehrsregeln werben. „Gemeinsam geht es besser“, lautet der Appell an die gegenseitige Rücksichtnahme.

Text zum Flyer hier                      Bild zum Flyer hier

Nach Ansicht von René Bushuven, Mitarbeiter der Ahlener Umweltbetriebe, werde der vorhandene Verkehrsraum mit der Öffnung der Einbahnstraßen nun wesentlich gerechter aufgeteilt. „Das wird sich schnell einspielen“, gibt sich Bushuven optimistisch. Wie bei allen Veränderungen brauche es etwas Zeit, bis sich Autofahrer und Radler auf die neue Situation eingestellt haben. Bei defensiver und respektvoller Fahrweise, die grundsätzlich sinnvoll sei im Straßenverkehr, würden auch zunächst noch skeptische Verkehrsteilnehmer schon in Kürze die Vorteile erkennen.

Einer der nächsten Schritte wird die Neugestaltung der Knotenpunkte an den Übergängen der jetzt geöffneten Einbahnstraßen sein. Dies ist auch Thema auf einer Bürgerinformation am 9. Januar 2018, um 18:00 Uhr im Ratssaal.

Fahrradbügel für die Innenstadt

Die Innenstadt erhält insgesamt 60 neue Fahrradabstellbügel, um das Radfahren und die Erreichbarkeit von Einkaufszone, Arzt, Café u.a. attraktiver zu gestalten.

„Die Zeit der alten Felgenklemmer ist abgelaufen“, sagte Ansgar Drees von den Umweltbetrieben, als er zusammen mit Bojan Jovanovic den neuen Typ Abstellbügel an der Stadtbücherei vorstellte.

Die etwa einen Meter hohen Bügel haben gegenüber ihren Vorläufern erhebliche Vorteile. „Sie sind nicht nur besser sichtbar und felgenschonender, man kann sein Fahrrad auch sicher gegen Diebstahl anketten“, erklärt Ansgar Drees. Die Stadt folge damit auch einem Wunsch von Radfahrern, der im Rahmen der Online-Bürgerbeteiligung mehrfach geäußert worden sei. Damit die Bügel bei Veranstaltungen wie dem Pöttkes- und Töttkenmarkt nicht als Hindernis stören, können sie bei Bedarf schnell ab- und wieder aufgebaut werden.

Neue zusätzliche Abstellanlagen für Fahrräder entstehen u.a. an der Stadtbücherei, am Marienplatz und am Bahndamm Holzweg.

Eine Übersichtskarte finden Sie hier.

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Neue Ladestation an der VHS in Betrieb genommen: Kostenloser Strom für E-Bike-Fahrer

Foto: Das kostenlose Angebot für E-Bike-Fahrer stellten vor: (v.l.) Michael Vorderbrüggen (Pro Ahlen), Jörg Hakenesch, Robert Reminghorst (Ahlener Umweltbetriebe), Bernd Münstermann, Peter Schmidt (beide Pro Ahlen), Hans Jürgen Tröger, Dr. Alexander Berger, Stadtbaurat Andreas Mentz
Das kostenlose Angebot für E-Bike-Fahrer stellten vor: (v.l.) Michael Vorderbrüggen (Pro Ahlen), Jörg Hakenesch, Robert Reminghorst (Ahlener Umweltbetriebe), Bernd Münstermann, Peter Schmidt (beide Pro Ahlen), Hans Jürgen Tröger, Dr. Alexander Berger, Stadtbaurat Andreas Mentz

Voller Energie in eine (elektro-)bewegte Zukunft: Ahlen baut sein Netz an E-Bike Ladestationen weiter aus. Seit Anfang Juli 2017, können Radfahrer nun auch am Alten Hof an der VHS die Akkus ihrer E-Bikes und Pedelecs mit Strom laden. Acht Fächer mit jeweils zwei Steckdosen stehen den Radlern hier zur Verfügung. „Die neue Ladestation ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Elektromobilität“, freut sich Bürgermeister Dr. Alexander Berger bei der Einweihung pünktlich zum Ahlener Stadtfest. 

Zur Erinnerung: Kaufleute hatten den Anstoß gegeben, in Ahlen Ladestationen für Pedelecs und E-Bikes zu installieren. Der Verein Pro Ahlen nahm in Kooperation mit den Stadtwerken Ahlen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen (WFG) den Ball auf und setzt das Vorhaben um – zunächst am Schöneberger Platz, wo im April eine erste Ladestation in Betrieb genommen wurde. Die neue Station an der Volkshochschule ist ein weiterer Schritt hin zu einem engmaschigen Netz, von dem alle Ahlener und auswärtigen Radfahrer profitieren können. „Weitere Stationen sind in einem nächsten Schritt an der Langst und im Außenbereich der Zeche geplant“, schildert Peter Schmidt, Vorsitzender von Pro Ahlen. Insgesamt entstehen somit sechs Ladestationen.

Die Gesamtkosten für die sechs Ladestationen belaufen sich auf rund 30.000 Euro, von denen die Sponsoren um den Verein Pro Ahlen mit seinen Partnern WFG und Stadtwerke, die Volksbank eG und die Sparkasse Münsterland Ost rund 60 Prozent aufbringen. „40 Prozent der Finanzierung erfolgen über Zuwendungen des Verfügungsfonds Ahlener Innenstadt“, schildert WFG-Geschäftsführer Jörg Hakenesch.