Gebietsbezogenes Integriertes Handlungskonzept "Ahlen Süd/Ost" durch den Rat der Stadt beschlossen

Das im Zeitraum von Mai bis Dezember 2017 aufgestellte Integrierte Handlungskonzept "Ahlen Süd/Ost" wurde am 14. Dezember 2017 durch den Rat der Stadt Ahlen beschlossen.

Ein Integriertes Handlungskonzept stellt ein auf mehrere Jahre angelegtes strategisches Entwicklungskonzept für einen funktional zusammenhängenden Stadtbereich dar (vgl. www.soziale-stadt.nrw.de). Es beinhaltet neben einer thematischen Bestandsanalyse, einem integrierten Stärken-Schwächen-Profil, einem Leitbild mit Zielen und Handlungsfeldern auch konkrete Projekte und Maßnahmen, die mit einer Umsetzungsstrategie und einer Erfolgskontrolle sowie einer Kosten- und Finanzierungsübersicht hinterlegt sind.

Ein durch den Rat beschlossenes Integriertes Handlungskonzept bildet die Grundlage für die Beantragung einer Aufnahme in das von Bund und Land aufgelegte Förderprogramm der "Sozialen Stadt".

Der Aufstellungsprozess in Ahlen erfolgte unter der Einbindung und Beteiligung aller relevanten Akteure vor Ort, der Verwaltung sowie der Stadtteilbevölkerung und Öffentlichkeit. Hierzu fand als Auftaktveranstaltung im Mai 2017 eine Impulsveranstaltung im Jugendzentrum Ost statt. Daran anknüpfend wurden mit den unterschiedlichen am Prozess beteiligten Akteuren Gespräche geführt, um eine Bestands- und Bedarfsanalyse für den Stadtteil vornehmen zu können. Zudem wurde ein Arbeitskreis unter Mitwirkung der gebietsbezogenen Akteure eingerichtet, der den Prozess der Konzeptentwicklung aktiv begleitete und sich u.a. auch mit eigenen (finanziellen) Ressourcen in Form von Projekten bzw. Maßnahmen einbrachten. Im September 2017 fand eine Zukunftskonferenz in der Lohnhalle der Zeche Westfalen statt, die auf eine breit angelegte Beteiligung der Öffentlichkeit abzielte und gut besucht wurde. Hier wurden weitere Bedarfe, Wünsche und Vorschläge für die Entwicklung des Stadtteils ge-sammelt und diskutiert. Daran anknüpfend fand eine intensive Maßnahmenentwicklung durch die am Aufstellungsprozess beteiligten Fachämter der Verwaltung sowie dem eingerichteten Arbeitskreis im Oktober 2017 statt.

Das räumlich-programmatische Leitbild für den Stadtteil Ahlen Süd/Ost orientiert sich dabei eng an der Gartenstadt-Idee von E. Howard aus dem Jahr 1898 aus England, der durch eine klare Funktionstrennung von Nutzungsbereichen wie dem Wohnen und Arbeiten durch Einarbeitung breiter Grünbereiche und -streifen den schlechten Wohn- und Lebensverhältnissen, die sich in den Großstädten der Industriezeit zunehmend verfestigten, entgegenwirkte.

Das Leitbild für den Stadtteil Ahlen Süd/Ost soll lauten:

"Vielfalt als Impuls für einen aktiven und gesunden Stadtteil Süd/Ost"

Vielfalt wird dabei im positiven Sinne von Gemeinschaft durch unterschiedliche Herkunft, Generationen, Lebensweisen, Religionen, Berufswelten, Bildungsabschlüssen … verstanden.

Aktiv ist im Sinne von Kooperation, Respekt, Gleichberechtigung … gemeint.

Gesund versteht sich im Sinne einer nachhaltigen Raumentwicklung durch Klimaschutz, Naherholung, Sauberkeit, Ernährung, Barrierefreiheit …

Das Handlungskonzept umfasst die folgenden fünf Handlungsfelder:

  • Wohnen, Immobilienwirtschaft und Städtebau
  • Grünflächen, Freiräume und  Gesundheit
  • Einzelhandel, Gewerbe und Mobilität
  • Bildung, Beschäftigung und Qualifizierung
  • Soziale Teilhabe, Integration und Kultur

Die Handlungsfelder beinhalten insgesamt 34 Maßnahmenblätter die über ein Zielsystem für eine Umsetzungs- und Erfolgskontrolle rückgekoppelt sind. Unter den Maßnahmen wurden dabei Schlüssel- und Startermaßnahmen vergeben. Weiterhin wurden die Maßnahmen einer Priorität (hoch, mittel, gering) zugeteilt. Die Priorität gibt Auskunft über die Wichtigkeit der Umsetzung einzelner Maßnahmen bezogen auf die angestrebte ganzheitliche Entwicklung des Stadtteils.

Das Integrierte Handlungskonzept wurde Ende November 2017 fristgerecht bei der Bezirksregierung Münster eingereicht und bedarf nun noch einer Beratung und Zustimmung durch die Intermag (Interministerielle Arbeitsgruppe), welche voraussichtlich im Frühjahr 2018 zusammenkommen wird. Dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW obliegt zwar die Programmsteuerung, die Intermag jedoch berät und entscheidet über die Aufnahme von Stadtteilen in das Programm der Sozialen Stadt. Die Bezirksregierung sowie das Städtenetz Soziale Stadt NRW haben dabei jeweils eine beratende Stimme (vgl. www.soziale-stadt.nrw.de).

Somit könnte bei Bewilligung des Integrierten Handlungskonzeptes ein Start erster Maßnahmen, wie der Ausschreibung und Einrichtung eines Stadtteilmanagements, der Einrichtung eines Stadtteiletats und weiterer erster Starterprojekte bereits im Stadterneuerungsprogramm 2018 (STEP 2018) erfolgen.

Der Umsetzungszeitraum des Integrierten Handlungskonzeptes "Ahlen Süd/Ost" wurde auf sieben Jahre gesetzt. Die Gesamtkosten der beinhaltenden Maßnahmen und Projekte beläuft sich nach vorläufiger Kostenschätzung auf ca. 21,3 Mio. € (Euro). Die Summe stellt sich aus den Kosten der einzelnen Maßnahmen zusammen und wird unterteilt in den zu erbringenden Eigenanteil der Stadt, Städtebaufördermittel und Anteile von Dritten. Die Förderquote bei einer erfolgreichen Aufnahme in das Programm der "Sozialen Stadt" liegt derzeit für Ahlen bei einem Satz von 70 %. Der Eigenanteil der Stadt Ahlen an den förderfähigen Kosten beläuft sich daher momentan auf 30 %. 

Weiterführend können Sie das Integrierte Handlungskonzept "Ahlen Süd/Ost" sowie die Maßnahmenkarte vom November 2017 herunterladen.

Maßnahmenkarte

Integriertes Handlungskonzept Ahlen-Süd/Ost