Erfolgreiche Bewerbung: Sekundarschule wird Talentschule

Nach den Sommerferien startet die Sekundarschule als „Talentschule“ ins neue Schuljahr. Schulministerin Yvonne Gebauer hat am Freitag Ahlens Bürgermeister Dr. Alexander Berger über den Erfolg der vom Rat der Stadt Ahlen unterstützten Bewerbung informiert.

Kein Erfolg war im jetzt abgeschlossenen Bewerbungserfahren der Fritz-Winter-Gesamtschule, dem Städtischen Gymnasium und der Overbergschule beschieden.

An der neuen Talentschule werde nun „die Entkopplung von Bildungserfolg und sozialer Herkunft exemplarisch erprobt“, schreibt Gebauer. Um hierbei erfolgreich zu sein, erhalte die Sekundarschule vom Land zusätzliche Ressourcen und weitere Unterstützungsangebote. Die Schulministerin dankt der Stadt Ahlen, dass sie sich als Schulträger bereit erklärt habe, die Sekundarschule zusätzlich und in besonderer Weise zu unterstützen, um die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Schulversuchs des Landes nachhaltig zu verbessern. Die Erkenntnisse und Erfolge dieses Schulversuchs sollten „dabei langfristig allen Schulen in unserem Lande zu Gute kommen.“

Den Schulen, die in dem jetzt abgeschlossenen Auswahlverfahren nicht erfolgreich gewesen sind, macht Gebauer Hoffnung. Sie können sich für eine Aufnahme zur zweiten Startphase des Schulversuchs im Schuljahr 2020/2021 erneut bewerben.

Bürgermeister Berger beglückwünschte die kommissarische Leiterin der Sekundarschule zu ihrem Erfolg. „Darin sehe ich auch die Anerkennung des Landes für gute konzeptionelle Arbeit, die an der Schule geleistet wird“, so Berger im Gespräch mit Elisabeth Beier. Hieran könne mit der Ernennung zur Talentschule und den damit verbundenen Förderungen nahtlos angeschlossen werden. Das Ministerium für Schule und Bildung werde sich zeitnah mit Informationen an die Stadt wenden, wie die weiteren Schritte des Schulversuchs umgesetzt werden. Sollte die Sekundarschule in absehbarer Zeit zur Gesamtschule werden, hätte dies auf den Status als Talentschule keinen Einfluss. „Talentschule können beide Schulformen sein“, verwies Berger auf die Regularien des Schulversuchs.

„Wir freuen uns so“, reagierte eine glückliche Elisabeth Beier im Namen der ganzen Schulgemeinde. Die verbesserte Ressourcenausstattung werde es erlauben, den Schwerpunkt Kultur weiter zu vertiefen. Die Sekundarschule gehe dabei von einem umfassenden Kulturbegriff aus. „Das meint auch die Kultur, wie wir miteinander umgehen“, so Beier. Zusätzliche Lehrerstellen könnten gut gebraucht werden, um beispielsweise weiter an der Kultur gewaltfreier Kommunikation zu arbeiten.

Den drei nicht berücksichtigten Schulen sprach Berger seinen Dank aus, dass sie sich auf das Bewerbungsverfahren eingelassen haben. Das Votum aus Düsseldorf dürfe nicht falsch verstanden werden. „Die jetzt getroffene Entscheidung ist auf keinen Fall eine, die sich gegen diese Schulen richtet.“ Deren pädagogisches Engagement und konzeptionelle Qualität seien unbestritten. Er sehe gute Chancen, dass sich weitere Ahlener Schulen in den folgenden Bewerbungsrunden für die Durchführung des Schulversuchs erfolgreich empfehlen werden. 

Hintergrund:
Hinter diesem Schulversuch steht die wissenschaftlich fundierte Feststellung, dass alle Kinder Talente haben und daher gute Bildungspolitik gerechte Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler ermöglichen muss. Mit dem Schulversuch „Talentschulen“ sollen weiterführende Schulen dabei unterstützt werden, in diesem Sinne ihre Aufgabe noch besser wahrzunehmen. An den Talentschulen soll exemplarisch erprobt werden, wie die Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg an Schulstandorten mit besonderen Herausforderungen gelingen kann.
 Die am Schulversuch teilnehmenden Schulen sollen ein besonderes fachliches Förderprofil auf- oder ausbauen. Kernelement des Konzeptes ist eine Förderung, die fachlich angebunden auf sprachliche Kompetenzentwicklung fokussiert, das Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler stärkt, ihre Potenziale wertschätzt, systematisch in die Entwicklung mit einbezieht und nutzt. Die aufgenommenen Schulen werden im Schulversuch gezielt dabei unterstützt, sich in diesen Feldern weiterzuentwickeln. Hierzu erhalten sie zusätzliche Ressourcen und weitere Angebote.

Foto: Insgesamt nehmen 60 Schulen an dem über sechs Jahre andauernden Schulversuch teil, 15 davon sind Berufskollegs. Beginnend zum Schuljahr 2019/2020 starten die ersten 35 Schulen.

Insgesamt nehmen 60 Schulen an dem über sechs Jahre andauernden Schulversuch teil, 15 davon sind Berufskollegs. Beginnend zum Schuljahr 2019/2020 starten die ersten 35 Schulen.