Kazungu brachte Afrika nach Ahlen

Mit einer schrecklichen Nachricht endete für alle Beteiligten der Städtefreundschaft Ahlen-Bagamoyo das vergangene Jahr 2018: Im Alter von 32 Jahren starb Kazungu, Musiker, Musik- und Tanzlehrer sowie Dozent am Bagamoyo College of Arts in Bagamoyo (Tansania) nach einem schweren Verkehrsunfall in seiner Heimatstadt Mwanza am Viktoriasee.

Nach bisherigen, polizeilich noch nicht bestätigten Berichten wurde er am 30. Dezember kurz vor Mitternacht auf einer Straße von hinten von einem PKW erfasst und getötet. Dabei soll auch noch eine weitere Person ums Leben gekommen sein. Kazungu hinterlässt eine Frau und drei Kinder im Alter von zehn, acht und sieben Jahren.

Kazungu, der zu den talentiertesten Künstlern seines Landes zählte, kam im Rahmen der VHS-Projektreihe „Wie weit ist Afrika?“ im Frühsommer 2018 erstmals für den verstorbenen John Mponda in den Kreis Warendorf, um in insgesamt 19 Workshops ca. 600 Schüler im Afrikanischen Trommeln und Tanzen zu unterrichten und mit ihnen über die aktuelle Situation in Ostafrika zu diskutieren. Beteiligt waren die Martinschule, die Overbergschule, die Sekundarschule und das Gymnasium St. Michael in Ahlen sowie die Teamschule Drensteinfurt und die Dechant-Wessing-Schule in Hoetmar.

Kazungu, der zudem an einem Workshop in der Musikschule teilgenommen hatte und mit Nkwabi bei „Ahlen zeigt Flagge“ auf der Zeche Westfalen aufgetreten war, wirkte auch aktiv an der Schulpartnerschaft Marienschule Ahlen – Mwambao Primary School Bagamoyo mit und war an mehreren Schülerprojekten beteiligt. Für Helga Rohden (Freundeskreis Bagamoyo e.V.) ist ein „hervorragender Pädagoge, Künstler und Sympathieträger“ abrupt aus dem Leben gerissen worden.

Foto: Kazungu in Ahlen 2018 (Foto: Dierk Hartleb)

Kazungu in Ahlen 2018 (Foto: Dierk Hartleb)