Geschäftsinhaber zeigen Verständnis für drastische Maßnahmen - Mit dem Kommunalen Ordnungsdienst auf der Straße

Die Anzahl von Kontakten zu reduzieren, ist Absicht der Allgemeinverfügung, die die Stadt Ahlen zur Verlangsamung von Corona-Infektionen erlassen hat. Restaurants und Gaststätten müssen geschlossen bleiben, ebenso manche Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen. Um die strengen und bis dato nicht für möglich gehaltenen Regelungen durchzusetzen, herrscht beim Außendienst der städtischen Ordnungsbehörde reges Treiben.

„Die Art und Weise unserer Arbeit hat sich radikal verändert. Sonst waren es eher Ermittlungen oder Knöllchen schreiben. Jetzt führen wir viel mehr Gespräche mit Inhaberinnen und Inhabern der Geschäfte und erklären ihnen, warum sie geöffnet haben dürfen oder warum nicht“, erzählt Benjamin Cicek.

Die Zusammenarbeit mit den Geschäften und die Einhaltung der Erlasse funktioniere zwar insgesamt gut, Diskussionen gebe es dennoch immer wieder: „Zum größten Teil sind die Leute verständnisvoll, aber manche verstehen es auch nicht. Gerade kleinere Läden haben natürlich auch Angst um ihre Existenz“, so Cicek. Die Sorgen der Inhaber versteht die Stadtverwaltung, am Zwang zur strikten Einhaltung der Maßnahmen ändere dies aber nichts: „Natürlich habe ich Verständnis für Existenzsorgen, aber es geht weiterhin und vor allem darum, die Gefahr für alle so gut es geht einzudämmen“, erklärt Fachbereichsleiterin Gabriele Hoffmann. Erst nach dieser Phase, die dem Gesundheitsschutz und der Abwehr womöglich katastrophaler Folgen dient, könnten die finanziellen Einbußen der Geschäfte behandelt werden. „Bund und Länder schnüren dafür ja bereits Pakete, aber das ist eben erst der nächste Schritt“, macht Hoffmann nochmals deutlich.

Dass die Situation sich stetig neu darstellt, ist sowohl für Inhaberinnen und Inhaber von Geschäften als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit eine riesige Herausforderung. Wo vorgestern an den Restaurants und Gaststätten noch Zettel mit verkürzten Öffnungszeiten hingen, sind diese seit gestern schon wieder überholt. Die neue Allgemeinverfügung sieht vor, dass fortan alle Gaststätten und Restaurants schließen müssen. Nur noch Liefer- und Abholdienste sind möglich. Allerdings gilt es auch hier, direkten Kontakt zu Kunden zu vermeiden. Schließungen gelten zudem für Kneipen, Cafés, Kinos, Museen, Spielhallen, Wettbüros, Spiel- und Sportplätze sowie viele Geschäfte des Einzelhandels.

Trotz dieser weiteren Einschränkungen hält sich der Unmut der Bevölkerung in Grenzen: „Es bleibt bislang alles im Rahmen, die Menschen verstehen immer mehr den Sinn“, befindet Benjamin Cicek. Indes schickt Gabriele Hoffmann noch einen Appell hinterher: „Ich halte die Maßnahmen für richtig. Es geht um die Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger und insbesondere die Funktionsfähigkeit unseres Gesundheitssystems. Deshalb sind wir alle gefordert. Jeder und jede Einzelne ist verantwortlich und nur gemeinsam können wir die aktuelle Situation bewältigen.“

Ein Dorn im Auge ist der Städtischen Rechtsdirektorin der von manchen noch immer zu locker gehandhabte Aufenthalt im Freien. „Soziale Kontakte müssen jetzt unterbleiben, so schwer das fällt und so ungewohnt das ist.“ Was schon für Zusammenkünfte in privaten Räumen gilt, gelte umso mehr auf öffentlichen Plätzen oder in Grünflächen. „Dort hat sich jetzt niemand mehr zum gemütlichen Plausch aufzuhalten.“ Die Lage sei dafür zu ernst, „sie ist todernst“.

Foto: Für Informationen sind Gewerbetreibende dankbar: Davina Weitkämper und Benjamin Cicek von der städtischen Ordnungsbehörde mit dem Inhaber des „Markt-Grill“.

Für Informationen sind Gewerbetreibende dankbar: Davina Weitkämper und Benjamin Cicek von der städtischen Ordnungsbehörde mit dem Inhaber des „Markt-Grill“.


Foto: Die Beschäftigten der Ahlener Ordnungsbehörde auf dem Gang durch die Stadt. Aufgestockt hat die Stadt ihr Außendienstpersonal, um die Regelungen der Allgemeinverfügung durchzusetzen.

Die Beschäftigten der Ahlener Ordnungsbehörde auf dem Gang durch die Stadt. Aufgestockt hat die Stadt ihr Außendienstpersonal, um die Regelungen der Allgemeinverfügung durchzusetzen.