Projekt „Vitale Stadt Ahlen“: Gesund bleiben, wo man lebt

„Gesundheit ist gewiss nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“, zitiert Ulla Woltering den wohl bekanntesten Aphorismus aus der Feder von Arthur Schopenhauer. Die Fachbereichsleiterin der Stadt Ahlen für Jugend, Soziales und Integration folgt dem großen deutschen Philosophen, der an den Beginn seiner akademischen Laufbahn ein Medizinstudium stellte.

Denn der zum Allgemeingut gewordene Satz zeige, „wie bedeutsam und von welch zentraler Bedeutung Gesundheit für jeden für uns ist.“ Zudem unterstreiche er, dass auch die Stadt aufgerufen sei, alles für ein gesundes Leben ihrer Bürgerinnen und Bürger zu tun.

Auch Karl-Josef Laumann, Sozial- und Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, findet, dass primäre Gesundheitsförderung vor allem in den Kommunen stattfinden muss, dort wo die Menschen leben. In einem Gespräch erläuterten nun Woltering und Projektleiterin Daniela Noack dem Minister die Zielsetzungen der durch das Landeszentrum Gesundheit NRW geförderten Maßnahme „Vitale Stadt Ahlen“. Das moderne Verständnis von Gesundheit bedeute nicht mehr nur Vermeidung und Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen. „Es ist viel mehr, nämlich die Förderung von Gesundheitsressourcen, die jeder ganz individuell in sich trägt“, erklärt Daniela Noack.

Eine gesunde Lebensführung sei das, was die „Vitale Stadt“ anstrebt. Ob Ernährungskurse von Profis, Nordic Walking für Seniorinnen und Senioren oder ein Training zur Stressbewältigung: Die Bestandsaufnahme stimmt Noack optimistisch. „Schon heute gibt es eine Vielzahl von Angeboten, um aktiv etwas für die Gesundheit zu tun.“ Gesundheitsressourcen liegen aber nicht nur im individuellen Verhalten, sondern auch in den Orten und Institutionen, an denen wir uns aufhalten: Der Stadtteil, in dem man lebt, die Kita oder die Schule. „Wichtig ist auch zu erkennen, dass die Gestaltung der Lebenswelten, in denen wir uns bewegen, gesundes Verhalten unterstützen kann.“ Genau an dieser Stelle setze „Vitale Stadt Ahlen“ an.

Das auf drei Jahre angelegte und vom Rat der Stadt Ahlen beschlossene Modellprojekt verfolgt als übergreifendes Ziel, die Menschen in Ahlen in ihrer gesunden Lebensführung zu unterstützen. Hierzu wird derzeit ein Arbeitskonzept erstellt, welches bedarfsgerecht und sozialraumorientiert eine integrierte Gesundheitsförderung anstrebt. „Konkret heißt das, dass wir aufzeigen wollen, welche Angebote es bereits gibt und wie man an ihnen teilnehmen kann“, so Daniela Noack. Darauf aufbauend werde aber auch die Frage gestellt: „Was wird noch gebraucht, damit möglichst viele Menschen die Möglichkeit haben, einen gesunden Lebensstil zu führen?“

Weil Gesundheit ein klassisches Querschnittsthema ist, findet es sich in vielen Lebensbereichen wieder. Daher ist sich Ulla Woltering sicher, dass sich eine Vielzahl an Kooperationen im Projekt „Vitale Stadt Ahlen“ ergeben werden: „Etwa mit Partnern wie der Stadtplanung, aber auch Akteuren außerhalb der Stadtverwaltung“, denkt die Fachbereichsleiterin zum Beispiel an freie Träger der Wohlfahrt oder Sportvereine.

Einen ihrer ersten öffentlichen Auftritte hatte die „Vitale Stadt Ahlen“ beim Stadtteilfest Ost auf der Hansastraße. „Raus zu den Menschen“, ist generell die Richtung, in die Daniela Noack das Projekt lenken möchte. Dazu werden weitere Befragungen gemacht, aber auch konkrete Unterstützung angeboten. „Wenn Träger oder Institutionen Ideen haben, wie sie die Gesundheit in Lebenswelten fördern möchten, berate ich gerne.“ Mögliche Maßnahmen benötigen neben Know-how auch finanzielle Ausstattung. Unter Umständen könnten hierfür Mittel aus dem „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ akquiriert werden.

Weitere Auskünfte zum Projekt „Vitale Stadt Ahlen“ erteilt im Fachbereich für Jugend, Soziales und Integration Daniela Noack unter Tel. 02382 59747 (noackd@stadt.ahlen.de).

Oder hier weitere Informationen zum Programm „Vitale Stadt Ahlen“ und Förderung von Projekten in Lebenswelten nach § 20 SGB V

Foto: Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Integrationsratsvorsitzender Ilkay Danismaz (l.) schauten auf dem Stadteilfest Ost am Infostand von „Vitale Stadt Ahlen“ vorbei.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Integrationsratsvorsitzender Ilkay Danismaz (l.) schauten auf dem Stadteilfest Ost am Infostand von „Vitale Stadt Ahlen“ vorbei.


Foto: Ulla Woltering (l.) und Daniela Noack im Gespräch mit dem Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, Karl-Josef Laumann.

Ulla Woltering (l.) und Daniela Noack im Gespräch mit dem Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, Karl-Josef Laumann.