Stadtteilforum Süd/Ost erhält Zuschlag fürs Quartiersmanagement

„Qualität setzt sich eben durch“, kommentiert Bürgermeister Dr. Alexander Berger den Erfolg des Stadtteilforum e.V. im europaweit ausgeschriebenen Verfahren für das Stadtteilmanagement. Im Programmgebiet der Sozialen Stadt „Ahlen-Süd/Ost" kann die Stadtteilarbeit damit nahtlos in den kommenden fünf Jahren weitergeführt werden.

Und tatsächlich habe man viel vor, kündigt Alois Brinkkötter an. Der seit wenigen Wochen amtierende neue Vereinsvorsitzende ist überzeugt, „dass die jahrelange Erfahrung des Stadtteilbüros dabei ein wirklich großes Plus ist.“ Bekannte Gesichter um Hermann Huerkamp und Team führten bereits die Stadtteilarbeit in der ersten Förderphase von 1995 bis 2010 durch. Im Anschluss sorgte das Stadtteilbüro im städtischen Auftrag für eine Verstetigung im Stadtteil.

Somit kann nun mit dem Stadtteilforum e.V. erneut auf bewährte Akteure, Strukturen und Netzwerke zurückgegriffen werden, die in der Stadtteilarbeit langjährig erprobt und erfahren sind. Finanziert wird das Stadtteilmanagement für einen maximal fünfjährigen Zeitraum aus Mitteln der Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden. „Die Förderquote beträgt 70 Prozent, das ist nicht überall so“, bedankt sich Stadtbaurat Andreas Mentz für die hohe Wertschätzung, die die Wersestadt bei den Fördergebern genießt. Das Projekt Stadtteilförderung brauche „einen Neustart, um die Probleme zu lösen, die das Quartier bedrücken.“

Neben dem Büro im Glückaufheim mit den gewohnten Sprechzeiten und offenen Angeboten am Glückaufplatz 1 wird derzeit über einen weiteren temporär einzurichtenden Standort im Bereich der Hansastraße nachgedacht. Hier werden wichtige Projekte und Maßnahmen in den kommenden Jahren aufeinandertreffen, die es zu koordinieren gilt. Der Leiter des Stadtteilbüros will neue Impulse setzen und Altes nicht abschneiden. Aufmerksamkeit verlange die Hansastraße, aber auch die Beratung der Quartiersbewohner dürfe nicht vernachlässigt werden. „Und dann ist da immer noch die Zeche“, so Huerkamp. Die alte Bausubstanz sei nicht leicht zu entwickeln, was besonders für die Maschinenzentrale und den sanierungsbedürftigen Mannschaftsgang gelte. Auch in der Umgebung der Neustadtkirche und des Jugendzentrums Ost täten sich Bedarfe und Chancen auf, den Stadtteil nach vorne zu bringen. Unterstützung kommt dabei von Liane Beumer, Solmaz Uzuner und Fatma Bozdogan, die im Stadtteilbüro interkulturell beratend tätig sind.

Konkret wird das Stadtteilbüro in den nächsten Wochen Werbung machen für das Fassadenprogramm. Was in der Innenstadt und im Ahlener Süden bereits erfolgreich praktiziert worden ist, soll nun auch Häuser im Osten und Südosten erstrahlen lassen. Private Eigentümer können sich Verschönerungen finanziell fördern lassen. „Aber bitte erst noch überlegen, und noch nicht anfangen“, warnt Huerkamp. Wer vor der Förderzusage zum Farbeimer greift, verliert nämlich den Anspruch auf Unterstützung.

Hintergrund:
Das Stadtteilmanagement versteht sich in seiner Arbeit als Schnittstelle zwischen dem Stadtteil mit seinen Bewohnern und Akteuren und der Stadtverwaltung. Für interessierte Bürgerinnen und Bürger wird somit ein niederschwelliges Angebot eingerichtet, um mehr über die Projekte im Rahmen der Sozialen Stadt zu erfahren, sich an diesen zu beteiligen und diese im besten Fall mitzugestalten. Gleichzeitig können Bürgerinnen und Bürger mit Ihren Anliegen als auch Eigentümer oder Mieter das Angebot der Sprechstunden zur Beratung nutzen. Darüber hinaus sollen bewährte Formate und Strukturen wie u.a. Nachbarschaftsstände, Stadtteilkonferenzen und Stadtteilstammtische beibehalten und fortgeführt werden.

Das Stadtteilforum wird hierüber hinaus einen projektbezogenen Stadtteiletat, den sog. Verfügungsfonds, einrichten und über ein einzurichtendes Gremium über zukünftige Anträge in diesem Rahmen entscheiden. Weiterhin wird durch das Stadtteilforum zukünftig eine Erstberatung im Rahmen des aufzulegenden Fassaden- und Hofprogramm für private Eigentümer und Mieter durchführen, wie es bereits auch aus den Programmgebieten des Masterplans Ahlener Innenstadt im Trialog oder dem Südenstadtteil bekannt ist.

Anstehende Projekte und Maßnahmen, die es durch das Stadtteilforum e.V. im Rahmen des Stadtteilmanagements in den nächsten Jahren zu begleiten und zu koordinieren gilt, sind unter anderem die Neugestaltung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes, die weitere Entwicklung der Zeche Westfalen, die Umgestaltung der oberen Hansastraße und die Schaffung eines neuen Quartierszentrums für den Stadtteil am Standort des Jugendzentrums Ost.

Foto: Freude über den Schub, den der Ahlener Osten dank des Stadtteilmanagements erfahren wird: (v.l.) Markus Gantefort (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen), Solmaz Uzuner, Andreas Mentz, Liane Beumer, Fatma Bozdogan, Stadtplaner Dennis Thiele, Dr. Alexander Berger, Alois Brinkkötter, Hermann Huerkamp

Freude über den Schub, den der Ahlener Osten dank des Stadtteilmanagements erfahren wird: (v.l.) Markus Gantefort (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen), Solmaz Uzuner, Andreas Mentz, Liane Beumer, Fatma Bozdogan, Stadtplaner Dennis Thiele, Dr. Alexander Berger, Alois Brinkkötter, Hermann Huerkamp