Wo Traditionen wieder aufleben: Niviaq Samuelsen über ihre Heimat Grönland

Wenn in Grönland Pelze getragen werden, dann allein gegen die eisige Kälte und nicht als fragwürdiges modisches Accessoire. Das lernten die Teilnehmerinnen beim jüngsten Internationalen Frauenfrühstück, bei dem die weiße Insel am Polarkreis im Mittelpunkt stand. Nach dem Exkurs im Rahmen der Reihe „Die Welt in Ahlen“ dreht sich nächstes Mal alles um Mode und Kleidung beim beliebten Frauentreffen.

Um ein wenig Flair von „Haute Couture“ nach Ahlen zu holen, dürfen sich die Besucherinnen des kommenden Internationalen Frauenfrühstücks (IFF) auf eine spezielle Modenschau freuen.

Am 20. April laden die Initiatorinnen des IFF mit dem FRAUENFLOHMARKT zu einer Premiere ein. Gut erhaltene Kleidungsstücke, Schuhe, Handtaschen, Schmuck etc. können Frauen für Frauen zu einem günstigen Betrag verkaufen bzw. kaufen. Den Erlös behält jede Frau für sich. „Wichtig ist, dass tatsächlich nur gepflegte und saubere Sachen und keinerlei Dinge des Haushaltes oder der Wohnung wie Geschirr, Bilder oder Vasen angeboten werden“, sagt Mit-Organisatorin Sabine Knauer. Anmeldungen nimmt sie entgegen unter Tel. 0176 22809495, aber auch bei der Familienbildungsstätte (FBS) sind unter Tel. 02382 91330 Anmeldungen möglich.

Über das Leben in Grönland berichtete jetzt Niviaq Samuelsen. Der Frühstücksraum in der FBS erstrahlte in frühlingshaften Farben, als sich jetzt wieder Frauen zum „Internationalen Frauenfrühstück“ in der Familienbildungsstätte einfanden und den Buffettisch mit Köstlichkeiten aus aller Welt bestückten. Nachdem Laina Remer und Sabine Knauer die Teilnehmerinnen begrüßt und Niviaq Samuelsen vorgestellt hatten, wurde das Frühstück eröffnet und die Frauen genossen die Gespräche miteinander, wobei sie ich die pikanten und süßen Leckereien bei einer Tasse Kaffee schmecken ließen.

Anschließend hieß Niviaq Samuelsen mit einem dänischen „Godmorgen“ ihre Zuhörerinnen herzlich Willkommen und stellte sich als Grönländerin mit dänischem Pass vor. Trotz umfassender Selbstverwaltung gehört Grönland heute noch zu Dänemark. Das, so Niviaq Samuelsen, gehe zurück auf die Christianisierung Grönlands durch dänische Missionare im 18. Jahrhundert. Sabine Knauer kommentierte die Power Point Präsentation und führte in deutscher Sprache durch Samuelsens Vortrag. Beiden Referentinnen gelang es, die Frauen zweisprachig mitzunehmen auf eine Reise durch ein Land, in dem das Leben bestimmt wird von Kälte und Eis. Leben in Grönland bedeutet, dass fast sämtliche Nahrungsmittel importiert werden müssen, nur nicht Rentier- und Moschusochsen- und Robbenfleisch. Fisch, das Hauptnahrungsmittel wird getrocknet, gebraten, gekocht, geräuchert, manchmal auch roh verzehrt.

Dass Grönländer mit Booten unterwegs sind, auch mit Schlittenhunden, ist allgemein bekannt. Heutzutage ist das wichtigste Transportmittel hingegen das Flugzeug. Als Expertin für arktische Geschichte berichtete Niviaq Samuelsen über viele Traditionen der verschiedenen indigenen Volksgruppen, die im Verlauf der Jahrzehnte und durch die Christianisierung zurückgedrängt worden sind. Froh ist sie, dass ein neues Bewusstsein für alte Bräuche, Trachten und Tänze wächst. In diesem Zusammenhang zeigte sie Fotos von Grönländern mit speziellen Tätowierungen im Gesicht und an den Händen. Als es um die Übersetzung dieser differenzierten Erläuterung ging, half Barbara Ide bei der Übersetzung.

Begeistert schwärmte nicht nur eine Teilnehmerin von „Grönland zu Zeiten des Lichts, in den Frühlings- und Sommermonaten“, sowie den Traum vom Weiß der Gletscher und dem Blau von Himmel und Wasser. Als Niviaq Samuelsen jedoch von den fünf Monaten Dunkelheit im Winter berichtete, schienen die Frauen trotz der faszinierenden Fotos von Polarlichtern ein Leben in Ahlen vorzuziehen.

Foto: Mit viel Beifall dankten die Zuhörerinnen (v.l.) Barbara Ide, Niviaq Samuelsen und Sabine Knauer für den zweisprachigen, hoch interessanten Vortrag.

Mit viel Beifall dankten die Zuhörerinnen (v.l.) Barbara Ide, Niviaq Samuelsen und Sabine Knauer für den zweisprachigen, hoch interessanten Vortrag.


Foto: Gut besucht war wie immer das Internationalen Frauenfrühstück zum Thema Grönland.

Gut besucht war wie immer das Internationalen Frauenfrühstück zum Thema Grönland.