Zusammenleben gelingt, wenn Kulturen voneinander lernen – Projekt „Chancenpatenschaften“ in Ahlen

Menschen aus anderen Kulturkreisen beim Einleben in Deutschland zu helfen, schreibt sich seit 2016 die städtische Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ auf die Fahnen. Seit drei Jahren beteiligt sie sich an dem Programm „Menschen stärken Menschen“, das vom Bundesfamilienministerium finanziell gefördert wird.

„Mittlerweile sind 65 Patenschaften entstanden, bei denen Menschen aus Ahlen Zugewanderten die helfende Hand reichen“, sagt Lena Leberl von der Leitstelle. Es sei in Ahlen gelungen, einen wichtigen lokalen Beitrag zur Integration von Menschen mit Fluchterfahrung zu leisten.

Über ihre Erfahrungen tauschten sich vor Weihnachten die ehrenamtlichen Patinnen und Paten zusammen mit den Kooperationspartnern Caritasverband, Förderverein für Flüchtlinge Ahlen und Stadt Ahlen aus. Die Partner dankten allen Frauen und Männern, die sich in Ahlen als haupt- und ehrenamtliche Akteure in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Für Lena Leberl ist der Erfahrungsschatz der Ehrenamtler unverzichtbar. „Mit ihrer Lebenserfahrung tragen sie enorm viel dazu bei, den Geflüchteten die Ankunft in Deutschland zu erleichtern und ihnen praktische Hilfe beim Start in der ungewohnten Umgebung zu leisten.“

Die Bilanz des Projekts sei so positiv, dass das Programm im abgelaufenen Jahr fortgeführt und sogar erweitert werden konnte. So wurden weitere Zielgruppen einbezogen, die von sozialer Benachteiligung betroffen sind. Auf ihrem Treffen zum Jahresende berichteten die Paten ausführlich von vielen schönen Erinnerungen aus den letzten zwölf Monaten. Gemeinsam mit den Ehrenamtlichen wurden zahlreiche Ausflüge organisiert wie etwa zur Freilichtbühne nach Tecklenburg oder das Sommerfest des Fördervereins für Flüchtlinge Ahlen ausgetragen. Neben den Patenschaften gibt es auch verschiedene regelmäßige Treffen, zum Beispiel zum gemeinsamen Deutschlernen beim Caritasverband.

Lena Leberl berichtet von durchweg glücklichen Paten. „Ich bekomme immer wieder zu hören, dass zwar viel Zeit investiert werden muss, dafür aber auch viel von den Geflüchteten zurückgegeben wird.“ Das Erleben einer anderen Kultur sei für die Helfenden faszinierend, und es bereite ihnen Freude, die deutsche Kultur zu vermitteln und im praktischen Leben miteinander auszuprobieren. Weitere Paten sind jederzeit willkommen. Zu einem ersten Kontakt geeignet ist beispielsweise an jedem zweiten Sonntag im Monat der Spieltreff des Fördervereins für Flüchtlinge, der von 15 bis 17 Uhr im Pfarrheim der Pauluskirche an der Raiffeisenstraße stattfindet.

Bei Interesse an einer Patenschaft geben weitere Auskunft unter Tel. 02382 893141 Angelina Veit (Caritas) oder Angelika Knöpker (Förderverein) unter Tel. 02382 803800.

Foto: Ob beim Spieletreff… (Foto: Angelika Knöpker)

Ob beim Spieletreff… (Foto: Angelika Knöpker)


Foto: …oder bei gemeinsamen Ausflügen: Paten und Zugewanderte kommen sich in Ahlen ohne große Hürden näher. (Foto: Angelika Knöpker)

…oder bei gemeinsamen Ausflügen: Paten und Zugewanderte kommen sich in Ahlen ohne große Hürden näher. (Foto: Angelika Knöpker)