Aktionswoche „Vielfalt statt Einfalt“

Den Internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie nimmt die AIDS-Hilfe Ahlen e.V. – Beratungsstelle für den Kreis Warendorf zum Anlass, um am Freitag, 17. Mai in das CinemAhlen einzuladen.

Zwei Filme werden an diesem Abend gezeigt: Um 19.00 Uhr startet der Film „Der verlorene Sohn“ in dem der strenggläubige Vater von der Homosexualität seines Sohnes erfährt und ihn zur Teilnahme an einer Reparativtherapie drängt. Diesen fragwürdigen Umerziehungsmaßnahmen werden in den USA auch heute noch jährlich ca. 77.000 Jugendliche unterzogen, und auch in Deutschland ist sie bisher nicht verboten.

Der Film „Girl“ begleitet ab 21.45 Uhr die 15-jährige Lara auf ihrem Weg zur Primaballerina. Als Junge geboren, ist sie neben dem Leistungsdruck in der Ballettakademie auch dem transphoben Mobbing durch Mitschülerinnen, körperlichen Veränderungen durch ihre Hormonersatztherapie und ihren Ablehnungsgefühlen gegenüber ihrem noch männlichen Körper ausgesetzt.

Beide Filme sind aus dem Jahr 2018 und freigegeben ab 12 Jahren.

„Gemeinsam mit dem CinemAhlen ist es unser Anliegen, sexuelle Vielfalt sichtbar zu machen“, so die AIDS-Hilfe Ahlen e.V., „unter dem Motto „Freie Platzwahl bei freiem Eintritt“ hoffen wir, dass sich der Kinosaal 3 schnell füllen wird.“

Zu beiden Filmen wird es durch Alexander Daum, Leiter des Bereichs Jugendarbeit und Sexualpädagogik bei der AWO, Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen und Teamer im Projekt Massar für Menschen mit Flucht-    oder Migrationshintergrund im LSBTI*-Jugendtreff TRACK Münster, eine kurze inhaltliche Einführung geben.

Vor, zwischen und nach den Filmen besteht die Möglichkeit zu Information und Austausch am Informationsbuffet der AIDS-Hilfe Ahlen e.V. vor dem Kinosaal an.

Die Film-Nacht bildet den Abschluß der Aktionswoche „Vielfalt statt Einfalt“ der AIDS-Hilfe Ahlen e.V. – Beratungsstelle für den Kreis Warendorf, in der unterschiedliche Lebensstile ohne die Bevorzugung oder Wertung eines einzelnen gezeigt werden, und die Auseinandersetzung mit eigenen Vorstellungen, Klischees und Rollenbildern angeregt werden sollen:

Von Montag, 13., bis Mittwoch, 15. Mai finden Lesungen mit Matthias Gerschwitz statt. Unter dem Motto „Vielfalt, Respekt und Coming‐out“ liest Matthias Gerschwitz aus seinen Büchern „Endlich mal was Positives“ und „Frischfleisch war ich auch mal“.

„Endlich mal was Positives“ beschreibt den Umgang mit HIV, einer Infektion, die heute noch viel Ausgrenzung und Diskriminierung hervorruft, „Frischfleisch war ich auch mal“ befasst sich u.a. mit Coming‐out‐Erfahrungen zu einer Zeit, als der §175 noch Bestandteil des Strafgesetzbuches war. Beide Bücher sind sehr persönlich, und Matthias Gerschwitz stellt sich sehr offen den Fragen und Anmerkungen seines Publikums. Die Veranstaltung soll in lockerer Atmosphäre Informationen transportieren, Vorurteile abbauen helfen sowie Austausch und Gespräche ermöglichen. Neben Lesungen in Ahlener Schulen findet auch eine öffentliche, kostenlose Lesung statt, am Dienstag, 14. Mai, ab 18.00 Uhr im JuK-Haus Ahlen.

Als Mitmachaktion erhalten alle, die die Lesung oder Film-Nacht besuchen, jeweils am Veranstaltungsende ein Tütchen mit Saatgut, um selbst aktiv dazu beizutragen, dass die Welt ein bisschen bunter wird. Auf einer Visitenkarte sind Informationsquellen zum Internationalen Tag gegen Homophobie, sowie die Kontaktdaten der AIDS-Hilfe Ahlen e.V., zu finden. So besteht abseits der Aktion bzw. zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit, auf Wunsch auch anonym, Kontakt aufzunehmen. Befestigt wird die Visitenkarte mit kleinen Ansteck-Pins in Herzform in Regenbogenfarben, mit denen alle offen ein Herz für Vielfalt zeigen kann.

Die Lesungen, Film-Nacht und Mitmachaktion werden ermöglicht durch die Förderung aus dem Aktions- und Initiativfonds der Partnerschaft für Demokratie „Demokratie leben! Eine Idee vom Glück“. Diese ist eine Trägerschaft der AWO Ruhr-Lippe-Ems, der Stadt Ahlen und des Bügerzentrums Schuhfabrik und wird ihrerseits vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Foto: Bereiten die Film-Nacht am 17. Mai vor: (v.l.) Martin Temme, Sandra Könning, Lisa Kalendruschat, Alexander Daum

Bereiten die Film-Nacht am 17. Mai vor: (v.l.) Martin Temme, Sandra Könning, Lisa Kalendruschat, Alexander Daum


Foto: Programm der Film-Nacht am 17. Mai

Programm der Film-Nacht am 17. Mai


Foto: Lesung im JuK-Haus am 14. Mai

Lesung im JuK-Haus am 14. Mai