Aufgaben

Zu den Aufgaben der Jugendgerichtshilfe, bzw. der Jugendhilfe im Strafverfahren gehören:

  • das Diversionsverfahren
  • die Begleitung während des gesamten Jugendstrafverfahrens / Jugendschöffengericht
  • die Entwicklung und Durchführung von ambulant erzieherischen Maßnahmen

Diversion:

Im Diversionsverfahren wird das Jugendstrafverfahren ohne eine Hauptverhandlung vor dem Jugendgericht bearbeitet.
Die Entscheidung, ob eine Diversion durchgeführt werden kann, obliegt der Staatsanwaltschaft.
Die Staatsanwaltschaft übersendet die Ermittlungsakte an die Jugendgerichtshilfe mit der Bitte, eine erzieherische Maßnahme mit den jungen Straftätern durchzuführen.
Im Jugendgerichtshilfegespräch werden der persönliche Hintergrund und die Beweggründe der Tat erläutert. Für den Fall, dass die erzieherische Wirkung dieses Gespräches nicht ausreicht, wird eine erzieherische Maßnahme mit den Jugendlichen vereinbart.
Nach Erledigung dieser Maßnahme wird ein entsprechender Bericht erstellt und die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren gem. § 45;2 JGG ein.
In wenigen Fällen stellt die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren ohne Beteiligung des Jugendamtes gem. § 45;1 JGG ein.
Die Staatsanwaltschaft kann von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering angesehen werden kann und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht.

 

Begleitung und Unterstützung im Jugendstrafverfahren:

Wenn die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, wird die Jugendgerichtshilfe darüber in Kenntnis gesetzt.
Danach wird der Jugendliche / Heranwachsende zum Jugendgerichtshilfegespräch ins Jugendamt eingeladen.
Im Vorfeld der Verhandlung wird seine persönliche Situation besprochen, werden die Motive seiner Tat geklärt, und es wird dem Jugendlichen ein Vorschlag zur Urteilsfindung erläutert.
Zudem wird dem Jugendlichen der gesamte Verfahrensablauf näher gebracht, und es werden ihm die Konsequenzen seiner Tat verdeutlicht.
Weiterhin muss durch den Jugendgerichtshelfer während des gesamten Verfahrens geprüft werden, ob Hilfen zur Erziehung notwendig sind und angeboten werden müssen.
Vor der Hauptverhandlung wird in der Regel ein schriftlicher Jugendgerichtshilfebericht angefertigt und dem Jugendgericht zugesandt.
Während der Hauptverhandlung ist der Jugendgerichtshelfer anwesend.
Im Rahmen der Beweisaufnahme nimmt er Stellung zu der Persönlichkeit des Jugendlichen und macht einen Vorschlag für eine geeignete richterliche Sanktionsform.
Gemäß der jeweiligen Urteile werden die Weisungen bzw. Auflagen in Form von ambulanten erzieherischen Maßnahmen von der Jugendgerichtshilfe durchgeführt und/oder überwacht.
Das Gleiche gilt für die Verfahren vor dem Jugendschöffengericht.

 

Entwicklung und Durchführung von ambulant erzieherischen Maßnahmen:

Sowohl bei einer Diversion, wie auch bei einem Strafverfahren vor dem Jugendgericht / Jugendschöffengericht, kann es sein, dass den Jugendlichen, bzw. Heranwachsenden erzieherische Maßnahmen auferlegt werden,  die sie exakt nach Weisung der Jugendgerichtshilfe ausführen müssen.
Nach Erledigung der Auflagen und Weisungen wird das Gericht informiert.
Auch bei Nichterfüllung der Auflagen und Weisungen wird das Gericht unmittelbar von der Jugendgerichtshilfe informiert und es folgen weitere richterliche Sanktionen.
Einen Überblick über die einzelnen Maßnahmen finden Sie unter ambulant erzieherischen Maßnahmen.