Einbindung der Gesundheitsförderung in die kommunale Präventionskette

Zum 18. Lernnetzwerktreffen der Landesinitiative "Kommunale Präventionsketten NRW" trafen sich die Koordinatorinnen und Koordinatoren der 40 teilnehmenden Kommunen am 29. November auf Einladung der Landeskoordinierungsstelle in Herne. Ein zentrales Thema diesmal war das Bundespräventionsgesetz mit Hinblick auf eine kommunale Gesamtstrategie „Prävention“. Ein wichtiges Anliegen für Ahlen, denn der Fachbereich Jugend, Soziales und Integration hat die zur Verfügung stehenden Mittel längst beantragt. 2018 soll das Projekt „Vitale Stadt“ in die Umsetzung gehen.

Als Gasgeberin begrüßte Dr. Annette Frenzke-Kulbach, die Fachbereichsleiterin Kinder-Jugend-Familie der Stadt Herne, die Teilnehmenden in den historischen Flottmann-Hallen. Sie stellte die Bedeutung einer verlässlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit, insbesondere auf den interdisziplinären Ebenen hervor. Ein Punkt, der sich wie ein roter Faden durch den Tag des Lernnetzwerktreffens ziehen sollte.

Denn am Vormittag widmeten sich die Akteurinnen und Akteure dem Bundespräventionsgesetz als Gestaltungswerkzeug beim Aufbau von Präventionsketten im kommunalen Setting - im Idealfall geprägt durch intersektorale Zusammenarbeit. Einführend machte Dr. Heinz-Jürgen Stolz, Leiter der Landeskoordinierungsstelle "Kommunale Präventionsketten NRW", deutlich, welche strategische Bedeutung dem Gesundheitswesen beim Aufbau kommunal koordinierter Präventionsketten zukomme und welche Chancen sich aus dem Bundespräventionsgesetz ergeben: Zugänge zu durch die Jugendhilfe schwer erreichbare Familien finden, multiprofessionelle Zusammenarbeit, um Belastungslagen entgegenzuwirken und die gemeinsame Bereitstellung einer planungsrelevanten Daten- und Wissensbasis ("Daten für Taten") seien Eckpunkte der Zusammenarbeit. Er forderte eine kommunale Gesamtstrategie ins Blickfeld zu nehmen.

Das im Juli 2015 in Kraft getretene Bundespräventionsgesetz und seine Umsetzung in Nordrhein-Westfalen stellte dann Heike Reinecke, Leiterin des Referats Prävention und Öffentlicher Gesundheitsdienst im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Ausgehend von der Zielsetzung des Bundesgesetzes, Gesundheitsförderung und Prävention auch in Lebens- und Arbeitswelten zu stärken, stehe bei der Umsetzung der Bundesvorgaben auf Landesebene der "Settingansatz" in den Kommunen und Quartieren im Fokus.

Reinecke skizzierte den Rahmen der Möglichkeiten für Kommunen, Unterstützung und Mittel für Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention auf der Grundlage des Präventionsgesetzes durch das Landeszentrum Gesundheit NRW zu erhalten. Wichtig sei es, integrierte Konzepte zu entwickeln, das Vorhandene zu berücksichtigen und koordinierende Wirkungen zu entfalten.

Nach dieser intensiven Auseinandersetzung mit dem Bundespräventionsgesetz gingen die Teilnehmenden in die verdiente Mittagspause. Doch das Thema war offenbar so aktuell und wichtig, dass es auch die Tischgespräche ganz klar dominierte. Für Lernnetzwerktreffen – ganz normal. Denn hier findet der Austausch der Kommunen statt. Ungenutzte Zugangswege, gut funktionierende Mechanismen und Good Practice Beispiele werden in formellen und informellen Gesprächen ausgetauscht und auf ihre Übertragbarkeit in die eigene Kommunen überprüft. Mindestens ebenso wichtig ist immer der Austausch von Hürden und Stolpersteinen. Dazu braucht es eine vertrauensvolle Atmosphäre im Lernnetzwerk der Kommunen. Der Nachmittag, bevor sich die Teilnehmenden wieder auf den Weg nach Hause machten, war der Vorbereitung der neuen Entwicklungsgruppen gewidmet.

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