Laudatio auf den Preisträger „WRW“ von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller

Foto: Der Ahlener Wirtschaftspreis - das "Ahlener Mammut"
Der Ahlener Wirtschaftspreis - das "Ahlener Mammut"

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach dieser mitreißenden filmischen Darstellung der Westfälischen Rohrwerke GmbH, des Trägers des Wirtschaftspreises 2012 der Stadt Ahlen, und der uneingeschränkt zutreffenden Festrede des IHK-Präsidenten Dr. Benedikt Hüffer muss ich eigentlich nicht mehr viele Worte machen. Nein, ich mache es wirklich kurz, auch im Interesse des anschließenden Abends der Begegnung; doch lassen Sie mich noch ein paar wenige Worte sagen:

Der Verleihungsausschuss hat mit den WRW ein Unternehmen zum Wirtschaftspreisträger gekürt, das diese Auszeichnung wahrlich verdient hat. Es ist mir eine außerordentlich große Freude, das „Ahlener Mammut“ gleich den Gesellschaftern und Geschäftsführern Horst Aschentrup, Gerhard Auental und Edmund Pilarski überreichen zu dürfen. Denn diese repräsentieren ganz persönlich eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte.

Bitte erinnern Sie sich mit mir an das Jahr 2004! Es war gerade vier Jahre her, dass das Bergwerk „Westfalen“ „gedeckelt“ worden war; wir kämpften nach wie vor um eine zukunftsorientierte Folgenutzung auf der Zechen-Brache. 2001 war das schlimme Hochwasser über unsere Stadt gekommen. 2001 und 2002 befand sich unsere Stadt überdies im Nothaushalt, wir waren finanzpolitisch total gefesselt.

Und dann setzte es 2004 weitere Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft: Die traditionsreiche, namhafte Firma „Blomberg“ wurde von ihrem neuen Eigentümer kurzerhand dicht gemacht, viele Beschäftigte wurden auf die Straße gesetzt, und in unserem Gewerbe- und Industriepark „Olfetal“ ereilte dasselbe Schicksal einen Rohrproduzenten, der bis dahin eigentlich als sehr solide, ja erfolgreich und beständig bekannt war. Doch der Konzern, zu dem das Unternehmen gehörte, hatte festgestellt, dass es in Thüringen damals eine höhere öffentliche Förderung gab, und so beschloss er kaltschnäuzig die Verlagerung des Betriebs.

Aber wichtige Leistungsträger des Unternehmens, die bisher schon für seinen Erfolg mit großem persönlichen Engagement eingetreten waren und diesen Erfolg garantierten, ließen sich darauf nicht ein. Dies waren eben die Herren Aschentrop, Auental und Pilarski. Sie rauften sich zusammen, ja sie schmissen zusammen und nahmen sich vor, hier in Ahlen, und nirgendwo sonst, eine neue Rohr-Produktion aufzubauen. Sie waren sich einig: Wir schaffen das! Sie wussten um ihre Kompetenzen, sie brachten auch ihre persönlichen Ressourcen ein, und trotz des hohen Risikos, trotz aller Schwierigkeiten gaben sie sich einen mutigen, Zuversicht ausstrahlenden Namen: die „Westfälischen Rohrwerke“ entstanden.

Sie entstanden allerdings nicht alleine. Bei dem höchst ambitionierten Vorhaben halfen die IHK Nord Westfalen, die Wirtschaftsförderungsgesellschaften des Kreises und der Stadt, die Volksbank und die Sparkasse. Diese Institutionen ließen sich rasch von dem mutigen, aber Erfolg verheißenden Unternehmenskonzept überzeugen und halfen; dafür danke ich heute herzlich. Noch mehr jedoch gilt mein Dank den Ahlener Unternehmen, die die WRW’ler hilfreich begleitet haben, den Geschäftspartnern im In- und Ausland sowie den Mitarbeitern, die den Jung-Unternehmern Aschentrop, Auental und Pilarski zur Seite gestanden, den Weg geebnet und ihnen zum Erfolg verholfen haben.

Inzwischen sind die WRW in unserem Vorzeige-Gewerbe- und Industriepark „Olfetal“ angekommen und dort fest etabliert. Die über 60 Mitarbeiter produzieren im dreischichtigen Betrieb alljährlich über 35 Millionen Meter an Mehrschichtverbundrohren, die zu etwa 80 Prozent ins europäische Ausland exportiert werden und immer mehr Abnehmer in Industrie, Energiewirtschaft und Häuslebau begeistern. Die WRW sind inzwischen schon eine Erfolgsmarke.

Doch das reicht nicht, um den Wirtschaftspreis der Stadt Ahlen zugesprochen zu bekommen. Dazu gehört auch, dass dieses Unternehmen sich beschäftigungspolitisch sehr erfreulich entwickelt und Innovationskraft beweist. Die WRW-Geschäftsführer haben sich geschworen, zunächst einmal ihren Kollegen aus dem früheren, verlagerten Betrieb einen neuen Arbeitsplatz zu bieten. Sie bilden selber ihren Nachwuchs aus und stellen sich damit auch dem Problem des Fachkräftemangels. In der Zusammenarbeit mit international tätigen Forschungsinstituten entwickeln die WRW neue, auch patentfähige Technologien in der Produktion von Mehrschichtverbundrohren; dies auch als Beitrag zur umweltfreundlichen, Klima schützenden Leitungstechnik.

Kurzum: Die Westfälischen Rohrwerke verfügen nicht nur über eine außergewöhnliche und an sich schon preiswürdige Entstehungsgeschichte. Sie stellen sich auch den Anforderungen des Arbeitsmarktes und sie richten sich sehr innovativ und zukunftsorientiert aus. Die WRW, vertreten durch ihre Gesellschafter und Geschäftsführer Aschentrop, Auental und Pilarski sind würdige Adressaten des Wirtschaftspreises 2012 der Stadt Ahlen.

Es ist mir eine große Freude, diesen drei Herren nun stellvertretend für die große WRW-Familie gemeinsam mit der stellvertretenden Landrätin, dem IHK-Präsidenten, dem Vorsitzenden von „Pro Ahlen e. V.“ und dem WFG-Geschäftsführer das „Ahlener Mammut“ als Wirtschaftspreis 2012 der Stadt Ahlen überreichen zu dürfen. Dazu darf ich die Dame und die Herren zu mir aufs Podium bitten.