Wirtschaftspreis 2015: Medical Order Center

Foto: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Bühne
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Bühne
Foto: Dr. Alexander Berger überreicht das „Ahlener Mammut“ an Burkhard Nolte und Georg Rosenbaum
Dr. Alexander Berger überreicht das „Ahlener Mammut“ an Burkhard Nolte und Georg Rosenbaum

Zum 10. Mal ist am 29. Oktober der Wirtschaftspreis der Stadt Ahlen verliehen worden. Bürgermeister Dr. Alexander Berger überreichte die Auszeichnung in Gestalt des Ahlener Mammuts an das MedicalOrderCenter (MOC) mit Sitz im Natur- und Gewerbepark Olfetal. Geschäftsführer Burkhard Nolte und Centerleiter Hans Georg Rosenbaum nahmen den Preis in der Stadthalle Ahlen stellvertretend für alle 225 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entgegen, die in der Zentrale Ahlen und am Standort Bochum bei dem Unternehmen beschäftigt sind.

Vorstandsmitglied Dr. Nils Brüggemann dankte für den Preis und versicherte, das MOC werde dem Standort Ahlen auch in Zukunft treu bleiben. Konkret kündigte er Erweiterungen am Firmenstandort an: „Das können wir versprechen.“

Der Wirtschaftspreis von Stadt Ahlen, Verein „Pro Ahlen“ und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen (WFG) würdigt alljährlich Ende Oktober das Engagement von Unternehmen, Handwerkern, Kaufleuten und Freiberuflern für die Gesellschaft. Seit das Unternehmen vor rund fünfzehn Jahren in Ahlen an den Start gegangen ist, habe das MOC Erneuerungen und Veränderungen in ganz unterschiedlichen Bereichen angestoßen, sagte Bürgermeister Dr. Berger in seiner Laudatio. Darüber hinaus sei die Firma wichtiger Motor für Beschäftigung geworden: „Über 180 hochwertige Arbeitsplätze haben Sie im Natur- und Gewerbepark Olfetal geschaffen, womit das Medical Order Center ein wichtiger Baustein war, um den Strukturwandel in Ahlen zu meistern“, wandte sich Dr. Berger an die Preisträger.

Peter Schmidt, Vorsitzender des Vereins Pro Ahlen, räumte ein, dass er sich vor einem Besuch beim MOC nicht so wirklich vorstellen konnte, was dieses Unternehmen denn tatsächlich mache. Es beschreibe sich selbst als ein „regionales Dienstleistungszentrum im Gesundheitswesen“, was ihm aber noch nicht alles erklärt habe. „Als ich meinen Besuch beendet habe – übrigens dauerte er deutlich länger als vorab geplant – war ich schon ein bisschen sprachlos. Und das soll bei einem Banker, der jeden Tag Unternehmen sieht, tatsächlich etwas bedeuten.“ Krankenhauslogistik habe für Schmidt seitdem eine komplett neue Bedeutung.

Der Hinweis auf die Stärke der Ahlener Wirtschaft blieb WFG-Geschäftsführer Jörg Hakenesch vorbehalten. Ein großes Lob zollte er allen Ahlener Unternehmen, welche nicht nur in den letzten zehn Jahren, sondern zum Teil jedes Jahr in den Standort Ahlen investieren und ihn damit sichern. „Alleine in 2015 sind der WFG Investitionssummen von mehr als 9 Millionen Euro bekannt“, verriet Hakenesch. Die Unternehmen der Wersestadt zahlten über die Gewerbesteuer der Stadt Ahlen mehr als 30 Mio. Euro jedes Jahr (also in 10 Jahren über 300 Mio. Euro), was einen erheblichen Beitrag zum Wohle der Stadt liefere.

Als Festredner brachte in diesem Jahr der Münsteraner Skateboard-Pionier und Unternehmer Titus Dittmann dem Publikum nahe, was nach seinen Begriffen mutige Entscheidungen bewirken. „Mut ist, wenn man es trotzdem macht“, lautete das Motto, dem er stets gefolgt sei. Begeistert von der Jugendkultur Anfang der 80er-Jahre hing er den Lehrerberuf an den Nagel und widmete sich der Verbreitung von Trendsportarten. Auch wirtschaftliche Krisen seines Unternehmens habe er mit mutigen und kreativen Entscheidungen gemeistert. Als Lehrbeauftragter an der Westfälischen Wilhelmsuniversität setzt Dittmann alles daran, zeitgemäße Bewegungssportarten in die Schulen zu bringen. Am Beispiel eines von ihm aufgebauten Skateboard-Projekts in Afghanistan warb Dittmann für die Hilfsorganisation „skate-aid“, die Jugendlichen weltweit helfen will, starke Menschen zu werden.

Foto: Der Münsteraner Skateboard-Pionier und Unternehmer Titus Dittmann
Der Münsteraner Skateboard-Pionier und Unternehmer Titus Dittmann

Hintergrund:

Das Jubiläumsmammut des Ahlener Wirtschaftspreises 2015 geht an das „medicalORDERcenter“, einem Tochterunternehmen der St. Franziskus-Stiftung Münster in Zusammenarbeit mit dem Logistikexperten FIEGE aus Greven. Das Unternehmen aus dem „Natur- und Gewerbepark Olfetal“ ist seit 15 Jahren am Standort Ahlen aktiv und hat sich zu einer festen Größe im deutschen Gesundheitswesen entwickelt. Aktuell versorgt das „medicalORDERcenter“ rund 50 Krankenhäuser (ca. 8.000 Betten) sowie zahlreiche andere Kunden aus dem Gesundheitswesen aus den beiden Standorten Ahlen und Bochum (seit 2012) mit einer breiten Produktpalette.

Von Arzneimitteln über hochwertige Medizinprodukte bis zur Wiederaufbereitung und Sterilisation von Operationsinstrumenten wird nahezu die gesamte Bandbreite der Ge- und Verbrauchsgüter sowie der Versorgungsdienstleistungen eines modernen Krankenhausbetriebes abgedeckt. Dabei wird von Beginn an nach dem vom Leitenden Apotheker und Centerleiter Georg Rosenbaum geprägten Motto „Zentralisierung von Logistik – Dezentralisierung von Know-how“ verfahren, das heute im Spannungsfeld der Gesundheitswirtschaft aktueller denn je ist.

Das „medicalORDERcenter“ ist somit ein hervorragendes Beispiel eines jungen, innovativen und stark expansiven Unternehmens. Über 225 Mitarbeiter sind mittlerweile in der Zentrale Ahlen und am Standort Bochum bei dem Unternehmen beschäftigt, damit gehört das „medicalORDERcenter“ zu den größten Arbeitgebern auf dem Gebiet der Stadt Ahlen und ist ein herausragendes Beispiel für einen innovativen Betrieb aus dem Bereich „Health Care“.

2009 war das Unternehmen ausgewählter Ort des Innovationspreises „Land der Ideen“, 2011 gewann der Betrieb aus dem Olfepark den 1. Preis des Hospital Innovation Awards als Leuchtturmprojekt für Patientensicherheit und optimale Arzneimitteltherapie.
(aus der Festschrift „10 Jahre Ahlener Wirtschaftspreis“)