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Birgit Burian ist das „ESF-Gesicht 2014“

Als das „ESF-Gesicht 2014“ ist die städtische Beschäftigte Birgit Burian ausgezeichnet worden. In Berlin überreichte ihr die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, den Preis als Gewinnerin eines Online-Wettbewerbs. Prämiert wurden fünf Projekte, in denen Frauen und Männer an Maßnahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) teilgenommen und so ihren (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben geschafft haben.

Im Rahmen des Wettbewerbs wurden 155 persönliche Geschichten eingereicht und mit mehr als 400 Kommentaren versehen. Ein Online-Voting kürte die zehn Nominierten, aus denen dann eine Fachjury die fünf Preisträgerinnen und Preisträger auswählte. Die querschnittgelähmte Birgit Burian fand über den ESF den Weg zurück in den Arbeitsmarkt. Nach einer schweren Operation und längerer Reha-Phase war sie zunächst arbeitslos.

Über das ESF-Programm „Bürgerarbeit“ bekam sie die Chance auf eine feste Stelle in der Stadtverwaltung. „Eines stand für mich immer fest: Die Behinderung sollte mich nicht in die Rente abschieben“, sagt die 51-Jährige mit entschlossenem Blick. Nahegelegt worden sei ihr dies, nachdem ihre frühere Firma geschlossen wurde, weil sich kein Eigentümernachfolger finden ließ.

Dann aber sei sie vor fünf Jahren auf das Projekt „Bürgerarbeit“ gestoßen, wie sich Ulla Woltering, Leiterin des Fachbereichs für Jugend und Soziales bei der Stadt Ahlen, erinnert. Seinerzeit stand Woltering noch an der Spitze der kommunalen Leitstelle „Älter werden in Ahlen“. Im Projekt „LernNet“ brachte die gelernte Speditionskauffrau Burian älteren Menschen die Arbeit mit Computern näher. „Birgit kam im Umgang mit unseren Seniorinnen und Senioren ihre fröhliche und kontaktfreudige Art und Weise sehr zur Hilfe“, weiß Woltering aus eigenem Erleben. Auf „Mittrops Spieker“, dem Treff für ältere Menschen im Ahlener Süden, habe sie schnell zum festen Team gehört.

In Burians Rückschau war die Zeit in der Leitstelle eine willkommene Gelegenheit, sich auf die heutige Arbeit im Rathaus vorzubereiten. Die Mutter einer Tochter ist seit zwei Jahren im Sekretariat des Personalratsbüros beschäftigt. „Das war nie ein Thema für uns“, sagt Personalratsvorsitzender Jörg Adomat über die Querschnittlähmung seiner Mitarbeiterin. Entscheidend sei doch, „ob jemand qualifiziert ist und ins Team passt und nicht, ob er oder sie sich auf Beinen oder auf Rädern durchs Leben schlägt.“

Die Stadtverwaltung beschäftigt derzeit 59 Kolleginnen und Kollegen mit einer Schwerbehinderung. Für Personalleiterin Klaudia Froede nicht nur aus Pflichtgefühl: „Als öffentlicher Arbeitgeber wollen wir uns allen gesellschaftlichen Gruppen öffnen, um so auch einen Input fürs tägliche Verwaltungshandeln zu bekommen“, sieht sie in der ESF-Förderung einen unschätzbaren Gewinn.

Mehr persönliche Geschichten von Menschen, die eine ESF-Förderung erhalten haben, sind abrufbar unter www.esf-meine-geschichte.de. Ein Video-Clip, der Birgit Burian an ihrem Arbeitsplatz und in ihrer Freizeit zeigt, ist ebenfalls auf den Seiten des ESF unter www.esf-meine-geschichte.de/filme zu sehen.

Zum ESF-Programm des Bundes:
In der Förderperiode von 2007 bis 2013 wurden 170.000 Projekte und Vorhaben durch den ESF gefördert. Dabei sind rund 1,5 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht worden. Auch zukünftig bleibt der ESF das wichtigste Instrument der Europäischen Union für Investitionen in Menschen. Dabei legt er einen besonderen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Am 26. Mai hat das BMAS das Operationelle Programm des Bundes (Bundes-OP) für die Förderperiode 2014-2020 fristgerecht bei der EU-Kommission eingereicht. Fünf Ressorts beteiligen sich am zukünftigen Bundes-OP, das einen Umfang von rund 2,7 Milliarden Euro hat: das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit einem Budget von über 1,5 Mrd. Euro sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Foto: Birgit Burian gratulierten mit einem Strauß Blumen (v. l.) Bürgermeister Benedikt Ruhmöller, Jörg Adomat, Klaudia Froede und Ulla Woltering

Birgit Burian gratulierten mit einem Strauß Blumen (v. l.) Bürgermeister Benedikt Ruhmöller, Jörg Adomat, Klaudia Froede und Ulla Woltering