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Pionier der Behindertenfürsorge

Leicht verstörend wirkt heute der Zusatztext, der seit dieser Woche das an Heinrich Sommer erinnernde Straßenschild ergänzt. In Höhe der Ponystation im Kreuzungsbereich mit der Martinstraße wird der 1872 in Ahlen geborene Theologe als „Vater der kath. Krüppelfürsorge in Deutschland“ bezeichnet.

„Im historischen Kontext korrekt“, erklärt Christoph Wessels, dass vor mehr als einhundert Jahren die sprachlichen Gewohnheiten halt andere waren. Als Patin des Legendenschildes übernahm Sylvia Sommer die ehrenvolle Aufgabe, das Zusatzschild für den berühmten Vorfahren zu enthüllen.  

1980 beschloss die Stadt Ahlen, die für den Ahlener Westen wichtige Erschließungsstraße nach dem Gründer der „Josefs-Gesellschaft“ zu benennen. Diese ist heute namhafte Trägerin von Altenheimen und Krankenhäusern in ganz Deutschland. Heinrich Sommer verwirklichte 1904 mit dem Josefsheim in Bigge seine Idee von der Hilfe zur Selbsthilfe. Menschen mit Behinderung erhielten dort eine berufliche Ausbildung, um möglichst unabhängig und selbstbestimmt leben zu können. Daraus entwickelte sich die „JG-Gruppe“, ein großes katholisches Sozialunternehmen mit rund 6200 Mitarbeitern und bundesweit 25 Tochtergesellschaften. Rund 7000 Menschen nutzen die Angebote.

Im Wortlaut die Begründung des Hauptausschusses, die Straße nach Heinrich Sommer zu benennen:
„Der Ordensmann Heinrich Sommer (Steyler Missionar, SVD) zählt weit über Deutschlands Grenzen hinaus zu den größten Wohltätern der Menschheit. Dieser, sein Leben lang bescheidene, selbstlose Mann gründete 1904 im sauerländischen Bigge mit Gleichgesinnten die „Josefs-Gesellschaft für Krüppelfürsorge“. Das war der Beginn der modernen Gebrechlichenfürsorge. Unter dem Ehrentitel „Krüppelvater“ ist Heinrich Sommer in die Geschichte der Stifter großer sozialer Einrichtungen eingegangen. Die vielen Heime in Deutschland waren für ähnliche humane Werke beispielgebend in der Welt. Sein Lebenswerk wurde aus Anlass des 75-jährigen Bestehens am Gründungsort in Olsberg/Bigge bundesweit geehrt. Pater Rektor Heinrich Sommer, SVD, erblickte am 5. Januar 1872 als Sohn des Lehrers Josef Sommer (Heinrich Sommer ist Onkel der Druckereibesitzer und Buchhändler Bernhard, Hugo und Josef Sommer) in Ahlen auf der Wilhelmstraße 14 (heute Raeggel) das Licht der Welt.“

Foto: Enthüllten das Zusatzschild für die Heinrich-Sommer-Straße

Enthüllten das Zusatzschild für die Heinrich-Sommer-Straße


Foto: (v.l.) Christa Bücker (SGV Heimatverein Ahlen e.V.), Sylvia Sommer („Zusatzschildpatin“), Dieter Massin (Autor des Buches „Ahlen wegweisend“), Christoph Wessels (Leiter des Fachbereiches Schule, Kultur, Weiterbildung und Sport der Stadt Ahl

(v.l.) Christa Bücker (SGV Heimatverein Ahlen e.V.), Sylvia Sommer („Zusatzschildpatin“), Dieter Massin (Autor des Buches „Ahlen wegweisend“), Christoph Wessels (Leiter des Fachbereiches Schule, Kultur, Weiterbildung und Sport der Stadt Ahlen)