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Das „Ahlener Literarische Sextett“

Moderation Lisa Voß-Loermann

Tuesday, 03.11.2026, 19:00 Uhr

Foto: Lisa Voß-Loermann

Wann?

 Tuesday, 03.11.2026
Beginn: 19:00 Uhr

Wo?

  Heimatmuseum der Stadt Ahlen
  Wilhelmstraße 12, 59227 Ahlen

 Kultur | Bildung

Unter der Moderation der Ahlener Journalistin und Literatur-Kennerin Lisa Voß-Loermann findet am Dienstag, 3. November, um 19 Uhr das „Ahlener Literarische Sextett“ im Heimatmuseum Ahlen, Wilhelmstr. 12, statt.

In diesem Format diskutieren sechs Rezensent*innen mit ganz unterschiedlichen Blickwinkeln über vier aktuelle Romane. Diesmal sind Marion Gay (Schriftstellerin), Hiltrud Baron (Ahlener Gedichteschreiberin), Ulrike Schräder-Kleikamp (Bücherei Walstedde), Andre Sebastian (Leiter Kulturbüro Münsterland), Frank Schlösser (Programmbereichsleiter Kultur VHS Ahlen) sowie Lisa Voß-Loermann, die in Doppelfunktion auch selbst mitdiskutiert, dabei.

Im Fokus der Debatte stehen die Buchtitel „Broder“ von Dörte Hansen, „Yesteryear“ von Caro Claire Burke, „Anton und Alma“ von Dana Vowinckel und „Tage am Fluss“ von Jochen Mariss. Die spannende Bücherauswahl und der illustre Kreis der Beteiligten versprechen einen unterhaltsamen, informativen sowie kurzweiligen Literaturabend.

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist erforderlich und auf www.vhs-ahlen.de, per Email an vhs@stadt.ahlen.de oder direkt in der VHS Ahlen, Markt 15, möglich.

Weitere Informationen gibt es in der Geschäftsstelle der VHS Ahlen telefonisch unter 0 23 82 59 436.

Weitere Informationen zu den ausgewählten Büchern:

Dörte Hansen: "Broder"
Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes als Bauer werden, Nachfolger seines Vaters, der ihm den »Kuhverstand« vererbt hat, das Gespür für Tiere. Aber den Hof bekommt sein Zwillingsbruder Henning, nur wenige Minuten älter, immer schon selbstbewusster und mehr an Maschinen interessiert. Vom Hof vertrieben, baut Broder Bahnsen sich ein Gegenleben auf, wird Tierarzt und hält Abstand zum Betrieb, bis er nach über zwanzig Jahren wiederkommt und eine Praxis in der Nähe der Familie übernimmt. Ab da kümmert er sich auch um die Herde seines Bruders, der den elterlichen Hof zu einem hochmodernen Vorzeigebetrieb gemacht hat, mit Kühen, die auf maximale Milchleistung gezüchtet wurden. Doch der Erfolg hat seinen Preis. Broder ist der erste, der bemerkt, dass Henning langsam die Kontrolle über seinen Hof verliert. Und muss sich plötzlich fragen, ob er darauf nicht all die Jahre nur gewartet hat. Ist das die Gelegenheit, endlich den Platz seines Bruders einzunehmen? Oder hegt er genau wie seine Tochter Claire schon längst Zweifel an dieser Art der Tierhaltung? Dörte Hansen schreibt mit großer Klarsicht über eine Welt, in der unser Wachstumsglaube an seine Grenzen stößt und sich die Frage nach der Verantwortung gegenüber der Schöpfung immer dringender stellt.
Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt „Altes Land“ wurde 2015 zum „Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels“. Ihr zweiter Roman „Mittagsstunde“ (2018) wurde mit dem Rheingau Literatur Preis sowie dem Grimmelshausen Literaturpreis ausgezeichnet. 2022 erschien ihr hochgelobter Roman „Zur See“. Von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert, wurden alle ihre Bücher zu SPIEGEL-Jahresbestsellern. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.

Jochen Mariss: "Tage am Fluss"
Sara Harmsen betreibt eine kleine Fähre, die das Dorf Erlengrund mit dem Rest der Welt verbindet. Mit sieben Hühnern, drei Schafen und der Hündin Luna lebt sie in einem abgelegenen Haus am Fluss. Eines Tages taucht auf Saras Fähre ein junger Mann mit einer Kopfverletzung auf, Leon. Sara verarztet den jungen Mann und versteckt ihn bei sich. Dafür verlangt sie, dass er ihr bei den Arbeiten rund um ihr Haus hilft. Beim Scheren der Schafe, bei der Reparatur des Hühnerstalls und beim Sensen der Obstwiese kommen sich Sara und Leon zögerlich näher und bringen den Mut auf, sich ihren alten Wunden zu stellen. Und sie teilen ihre Liebe zur Natur und die Sorge um unseren Planeten. Als die beiden sich gegen eine geplante Brücke wenden, die Saras Fähre bedroht, sehen sie sich Anfeindungen und Übergriffen aus dem Dorf ausgesetzt. Und dann tritt auch noch der Fluss über die Ufer …
Jochen Mariss, geboren 1955 in Köln, studierte Grafikdesign mit Schwerpunkt Fotografie in Bielefeld und war Mitbegründer des Verlags Grafik Werkstatt. Hier erschienen zahlreiche Gedichte und Fotografien von ihm, u. a. in Form von Foto-Text-Postkarten, und machten seinen Namen im deutschsprachigen Raum bekannt. Diese lyrischen Texte waren der Beginn seiner schriftstellerischen Arbeit, es folgten Kurzgeschichten und Kinderbücher. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Bielefeld. „Tage am Fluss“ ist sein Romandebüt.

Dana Vowinckel: "Anton und Alma"
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren an derselben Universität – doch das ist auch schon alles, was sie verbindet. Anton entstammt einer Akademikerfamilie, Alma ist bei ihrer Mutter und ihrem lieblosen Stiefvater am östlichen Stadtrand aufgewachsen. Anton ist Jude. Alma nicht. Doch die beiden verlieben sich, ziehen zusammen, streiten und versöhnen sich, bis Anton nach New York geht, um dort seine Masterarbeit über die Massenkonversion der Chasaren zum Judentum zu schreiben. Alma bleibt allein zurück und sucht Halt in Antons Gemeinde. Erst die Ereignisse des 7. Oktober 2023 und des Gaza-Kriegs, die polarisierte Stimmung sowohl auf dem Campus als auch in seiner eigenen Familie lassen Anton zu Alma zurückkehren, bei ihr Trost und Zuflucht finden. Doch dann reißt ein tiefer Abgrund auf, und die Hoffnung auf Glück scheint ferner denn je.
Anton und Alma erzählt die Geschichte einer großen Liebe in einer zunehmend gespaltenen Welt. Von der Sehnsucht nach Aufrichtigkeit und Geborgenheit, von Trauer und Verlust, von Glauben und Zugehörigkeit – und von unser aller Versuch, dem Leben einen Sinn zu geben. Ein herzzerreißender, mutiger Roman darüber, was es bedeutet, Mensch zu sein.
Dana Vowinckel wurde 1996 in Berlin geboren und studierte Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse und Cambridge. Ihr gefeierter Debütroman „Gewässer im Ziplock“ wurde mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger, dem Literaturpreis der Deutschen Wirtschaft und dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet, für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, in mehrere Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert. Für „Anton und Alma“ erhielt sie unter anderem das Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds. Sie lebt in Berlin.

Caro Claire Burke: "Yesteryear"
Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören.
Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie keine Nannys beschäftigen könnte, es keine helfenden Hände auf der Farm gäbe, kein Produktionsteam? Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?
Caro Claire Burke ist Redakteurin, Autorin und Podcasterin. Ihre Texte sind in The Atlantic, Marie Claire und Bustle erschienen. Sie ist Co-Host des Podcast Diabolical Lies, in dem sie über aktuelle kulturelle und politische Geschehnisse spricht. „Yesteryear“ ist ihr Debütroman.
 

Veranstalter

  Volkshochschule Ahlen
 

Anmeldung / Tickets

Der Eintritt beträgt pro Person 10 Euro bzw. 5 Euro ermäßigt und ist an der Abendkasse zu zahlen. 


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