Die Ausstellung wird am Dienstag, 27. Januar, anlässlich des internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus, eröffnet. An diesem Tag wurde vor 81 Jahren das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Die überlebensgroßen Fotografien sind bis einschließlich Donnerstag, 12. Februar, zu sehen.
Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt des Ahlener Friedensbündnisses mit dem Städtischen Gymnasium und der katholischen Overbergschule, der einzigen Hauptschule im Kreis Warendorf. Das Projekt wird aus dem neuen Schulförderprogramm des Kreises Warendorf, „Demokratie leben lernen“ finanziert. Es soll zur Stärkung historisch-politischer und demokratischer Bildung von Kindern und Jugendlichen dienen. Das Förderprogramm ist beim Kreisarchiv des Kreises Warendorf angesiedelt. Zur Eröffnung am 27. Januar im Städtischen Gymnasium wird auch Landrat Dr. Olaf Gericke erwartet.
Für die Eröffnung haben Schülerinnen und Schüler beider Schulen in den vergangenen Monaten ein Programm vorbereitet. Mit Ahlener jüdischen Familien und ihrem Schicksal hat sich eine Gruppe der Overbergschule mit ihrem Lehrer Manuel Jakobi beschäftigt. „Auschwitz vor Gericht“ heißt ein Theaterstück basierend auf dem Buch „Die Ermittlung“ von Peter Weiß, das Tobias Meemann mit einer Schülergruppe einstudiert hat.
Luigi Toscano und sein Team wollen mit der Ausstellung der Erinnerungskultur ein Gesicht geben: Wie konnten Menschen anderen Menschen so viel Leid zufügen? Warum hat niemand etwas getan? Und wie kann verhindert werden, dass so etwas nie wieder geschieht? Ziel der Ausstellung ist es, eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Themen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung anzuregen – mit dem Blick auf die Gegenwart und die Zukunft. Die Ausstellung versteht sich zugleich als Impuls, sich für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft einzusetzen.
Die überlebensgroßen Porträts werden im öffentlichen Raum ausgestellt und erreichen den Betrachter so persönlich und emotional, unabhängig von Alter, Herkunft, Sprache oder Bildung. Bislang haben weltweit mehr als eine Million Besucher die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ auf diese Weise persönlich erlebt.
Die Ausstellung ist bis 12. Februar montags bis freitags von 8 bis 16.30 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Termine für eine Führung durch die Ausstellung können per E-Mail an: tobias.meemann@sgahlen.eu vereinbart werden. An den beiden Samstagen, 31. Januar und 7. Februar, ist ein Besuch von 12 bis 14 Uhr mit Führungen durch Vertreter des Ahlener Friedensbündnisses möglich.
Im Rahmen der Ausstellung finden auch zwei Lesungen mit dem renommierten Historiker Prof. Götz Aly statt. In seinem neuen Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“. Götz Aly schildert in einer fesselnden Erzählung die Herrschaftsmethoden, mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten – und von denen nicht wenige beängstigend aktuell sind.
Eine öffentliche Lesung findet am Dienstag, 10. Februar, ab 19 Uhr in der Aula des Städtischen Gymnasiums statt. Zuvor ist ab 18 Uhr ein Rundgang durch die Holocaust-Ausstellung auf dem Schulhof möglich. Am Mittwoch, 11. Februar, ist Prof. Aly Gast am Bischöflichen Gymnasium St. Michael bei einer schulinternen Lesung für die weiterführenden Schulen in Ahlen.
Weitere Infos unter: www.luigi-toscano.com
