Zusammen mit dem Geschäftsführer und pädagogischen Leiter des KSB, Christof Kelzenberg, machte Jürgenschellert seine Aufwartung nicht nur beim Bürgermeister der einwohnerstärksten Stadt im Kreis Warendorf, sondern auch beim Stadtoberhaupt der Kommune, in der der Kreissportbund seit vielen Jahren den Sitz seiner Geschäftsstelle hat.
Er sei gekommen, „um die Stimmung für den Sport abzuklopfen“, so Jürgenschellert. Ihm sei bewusst, dass die Städte und Gemeinden finanziell unter Druck stehen wie wohl noch nie in ihrer Geschichte und im Handeln beschränkt seien. Harman bestätigte den Eindruck und sprach von „einem Gefühl, das wir über viele Jahre nicht gekannt haben.“ Sport sei für ihn eine wesentliche gesellschaftliche Achse. „Vereine, Trainerinnen und Trainer, Sportanlagen, das alles fördert den Zusammenhalt“, so der sportaffine Bürgermeister, der in seiner Jugend einen deutschen Meistertitel in Taekwondo errang. Den Sportvertretern versicherte Harman, sich für den Erhalt bewährter Strukturen im Sport mit Nachdruck einsetzen zu wollen. Dabei gehe es in erster Linie nicht um Höchstleistungen, sondern um soziales Leben und gesundheitliche Prävention quer durch alle Generationen.
Auf die enorme Bedeutung des Sports in Ahlen wies Erste Beigeordnete und Sportdezernentin Stephanie Kosbab hin. Erst vor wenigen Wochen sei der neue Sportentwicklungsplan der Stadt Ahlen unter Beteiligung der Vereine und zahlreicher Aktiver erstellt und verabschiedet worden. Für überlegenswert hält sie neue Formen, mit Vereinen ins Gespräch zu kommen, um Informationen auszutauschen. Ziel von KSB und Stadt müsse es sein, dass möglichst viel bei den Vereinen ankommt. Diese ächzten zunehmend unter der Bürokratisierung, mahnte Geschäftsführer Kelzenberg. Der KSB verstehe sich als Dienstleister auch in Angelegenheiten des Steuerrechts und von Versicherungen sowie „allen möglichen Fragen.“
Ob die Vereinslandschaft so wie sie heute in Ahlen besteht, auch noch in mehreren Jahren existiert, betrachten Stadt und KSB skeptisch. Angesichts immer weniger Aktiver und Ehrenamtler würden Fusionen und Spielgemeinschaften an Raum gewinnen, lautet die gemeinsame Prognose. Drängende Aufgabe aller Vereine ist schon jetzt die Erstellung von Schutzkonzepten im Bereich Kinder- und Jugendsport. Der KSB sieht sich verpflichtet, Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, sei es physischer, psychischer oder sexueller Art, zu verhindern. Eine Fülle von Beratungsangeboten besteht dazu, unter anderem ein ausführlicher Servicebereich auf der KSB-Homepage.
Der KSB kümmert sich in den Räumlichkeiten des städtischen Wersestadions mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darum, dass die Vereine mit ihren Anliegen in Politik und Gesellschaft Gehör finden und einen kompetenten Berater in Fragen von Organisation und Management an ihrer Seite wissen. Der KSB Warendorf ist Dachorganisation von 285 im Kreis ansässigen Sportvereinen mit rund 85.000 Mitgliedern.
