Bürgermeister Matthias Harman machte in seiner Ansprache deutlich, welche Bedeutung der Ort und das damalige Handeln für Ahlen bis heute haben. Er sagte: „So wie das mutige und besonnene Handeln seines Namensgebers vor 81 Jahren unserer Stadt die Chance auf einen Neuanfang eröffnete, so steht auch dieser Ort heute für ein neues Kapitel des Miteinanders in diesem Stadtteil.“ Aus einer grauen, wenig einladenden Fläche sei ein lebendiger, grüner Ort geworden, „ein Raum für Begegnung, für Gemeinschaft, für das gemeinsame Erinnern und Feiern“.
Harman erinnerte außerdem daran, dass das Ende des Zweiten Weltkriegs nicht überall friedlich verlief. Mit Blick auf die Partnerstadt Penzberg sagte er, der Versuch, Verantwortung zu übernehmen und Menschlichkeit zu bewahren, habe dort in der sogenannten Penzberger Mordnacht zu einem grausamen Verbrechen geführt. Das zeige, dass der Krieg nicht an einem einzigen Tag endete, sondern dass Gewalt, Fanatismus und Leid noch bis zuletzt andauerten.
Auch Thomas Kras vom Freundeskreis Ahlener Soldaten stellte den besonderen Wert des damaligen Handelns heraus. „Sein Handeln bewahrte Ahlen vor Zerstörung und unermesslichem Leid“, sagte er. In einer Zeit, in der viele Städte in den letzten Kriegstagen untergingen, zeige sich in Ahlen „die Kraft des Friedens, der Dialogbereitschaft und der Menschlichkeit“. Das Vermächtnis von Dr. Paul Rosenbaum lehre bis heute, „dass Mut zum Frieden der richtige Weg ist“.
Einen persönlichen und zugleich klaren Blick auf die Geschichte brachten die Schülerinnen Lydia Saal und Mia-Allessandra Fida ein. Sie formulierten gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern der Geschichte AG des Michael Gymnasiums eine wichtige Botschaft: „Frieden geht doch. Wenn man bereit ist, dafür einzustehen.“ Diese Worte seien keine bloße Hoffnung, sondern eine Erfahrung aus der eigenen Stadtgeschichte. Weiter sagten sie: „Am Ende siegten nicht Waffen, sondern Vernunft und Menschlichkeit.“ Und sie machten deutlich: „Frieden entsteht nicht allein, Frieden braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen.“
Die Stadt Ahlen gedenkt mit dieser Feierstunde des Handelns von Dr. Paul Rosenbaum und Colonel Sidney Hinds am 31. März 1945. Ihr Mut habe gezeigt, dass ein einzelner Mensch einen Unterschied machen kann und dass Humanität stärker ist als jede Ideologie.
