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Stadtgesellschaft steht Schulter an Schulter gegen Antisemitismus

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Am Sonntag, 8. März, findet im Heimatmuseum Ahlen die Eröffnungsveranstaltung zu den diesjährigen Themenwochen „Erinnerung und Dialog“ statt. Unter dem Motto „Schulter an Schulter miteinander – Gemeinsam Herausforderungen meistern“ setzen zahlreiche Akteure der Ahlener Stadtgesellschaft ein starkes Zeichen für Erinnerung und gegen das Vergessen, Antisemitismus und Rassismus. Die Themenwochen werden von Schulen, Kirchengemeinden, Bildungseinrichtungen und ehrenamtlichen Vereinen gemeinsam gestaltet.

Zur Eröffnung der Themenwochen spricht um 17 Uhr Bürgermeister Matthias Harman. Als Gastrednerin konnte in diesem Jahr Dr. Sarah Kass vom Deutschen Institut für Erinnerungskultur gewonnen werden. In ihrem Vortrag beleuchtet sie sowohl die Bedeutung von Erinnerungsarbeit als auch neue und kreative Formen des aktiven Erinnerns. Neben traditionellen Gedenkformaten wie Mahnmalen gewinnen zunehmend partizipative und digitale Ansätze an Bedeutung. Innovative Formate eröffnen jüngeren Generationen neue Wege, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und diese lebendig zu halten.

Die Themenwochen „Erinnerung und Dialog 2026“ in Ahlen laden vom 7. bis 25. März dazu ein, sich gemeinsam mit Geschichte, Gegenwart und Zukunft des gesellschaftlichen Miteinanders auseinanderzusetzen. Veranstaltet wird das Programm von der VHS Ahlen in Kooperation mit Familienbildungsstätte und dem „Ahlener Forum Erinnerung und Dialog“ sowie zahlreichen lokalen Partnern und der Stadt Ahlen. Im Mittelpunkt stehen vielfältige Veranstaltungsformate, die Erinnerung lebendig halten und den Dialog fördern. Lesungen, Vorträge und Filmvorführungen widmen sich jüdischem Leben in Deutschland, historischen Erfahrungen der Verfolgung sowie aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus. Authentische Lebensgeschichten und biografische Zugänge machen deutlich, wie vielfältig jüdische Identitäten heute sind und wie sehr sie zur Gesellschaft gehören. Ergänzt wird dies durch fundierte Einordnungen historischer Hintergründe, religiöser Traditionen und gesellschaftlicher Zusammenhänge.

Zu den Höhepunkten des Programms zählt die Lesung „Ich bin noch nie einem Juden begegnet …“ am Dienstag, 17. März, um 18 Uhr in der VHS Ahlen im Alten Rathaus. Autor Gerhard Haase-Hindenberg zeichnet anhand persönlicher Porträts ein vielschichtiges Bild jüdischen Lebens in Deutschland und setzt damit ein starkes Zeichen gegen Vorurteile und Ignoranz. Bereits zu Beginn der Themenwochen, am Samstag, 7. März, ermöglicht eine virtuelle Live-Führung durch die Gedenkstätte Auschwitz eine eindrucksvolle und sensible Auseinandersetzung mit der Geschichte des Holocaust, begleitet von einem deutschsprachigen Guide und multimedialen Materialien. Einen weiteren Akzent setzt der Online-Vortrag „Subtile Feinbilder – aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus“ am Dienstag, 10. März, um 18 Uhr, in dem Dr. Christoph Wolf historische Wurzeln und heutige, oft übersehene Formen antisemitischer Denkmuster beleuchtet.

Ein besonderer Akzent liegt auf Bildungs- und Begegnungsangeboten für unterschiedliche Altersgruppen: Vorlesestunden und Buchausstellungen eröffnen Kindern und Familien einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema, während Erwachsene in Vorträgen, Diskussionen und Stadtführungen vertiefende Perspektiven gewinnen. Digitale Formate wie eine virtuelle Live-Führung durch die Gedenkstätte Auschwitz zeigen neue Wege der Erinnerungsarbeit und ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Holocaust.

Auch kulturelle und spirituelle Zugänge haben ihren Platz: Eine Filmreihe beleuchtet Erinnerungskultur aus unterschiedlichen internationalen Blickwinkeln, ein ökumenischer Gottesdienst lädt zum gemeinsamen Nachdenken über Verantwortung und Zusammenhalt ein. Lesungen, unter anderem mit dem israelischen Autor Igal Avidan, richten den Blick zudem auf gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen und Chancen des Zusammenlebens.

Insgesamt versteht sich die Veranstaltungsreihe als Einladung, nicht wegzuschauen, sondern zuzuhören, Fragen zu stellen und Brücken zu bauen zwischen Generationen, Religionen und Lebenswelten. Die Themenwochen machen deutlich, dass Erinnerung und Dialog zentrale Voraussetzungen für ein respektvolles, solidarisches Zusammenleben in Ahlen heute und morgen sind.

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