Seit über acht Jahren ist Ahlen nun Vorzeigestadt in Sachen „Fairer Handel“. So einen Titel bekomme man wahrlich nicht geschenkt. Ahlen habe mit Bravour die erforderlichen Kriterien für die Auszeichnung gemeistert, so ein sichtlich begeisterter Manfred Holz in Richtung Bürgermeister Matthias Harman und an die Steuerungsgruppe um Linda Sauer und Meinolf Thiemann.
Linda Sauer als Koordinatorin und Meinolf Thiemann als Sprecher der Steuerungsgruppe für den fairen Handel vor Ort stimmten die Anwesenden mit einem Rückblick auf die jüngsten Aktionen zu Beginn der Feierstunde ein. Ob das gemeinsame faire Frühstücken, die Kooperation mit dem Weltladen, das Verteilen fair gehandelter Orangen oder Rosen, die Bildungsarbeit mit der Volkshochschule, u.a. mit der Kinovorführung der beklemmenden Dokumentation „Welcome To Sodom“, oder das faire Bananenbrotbacken mit dem Bürgermeister in der Kita Beumers Wiese: Alle Aktionen sind Beweise für die Unterstützung aus Stadt und Zivilgesellschaft, freute sich das Duo über den großen Zuspruch in Ahlen. Die „FairBuddys“ der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule ergänzten den Vortrag durch Beispiele schulischer Aktionen.
„Die wiederholte Auszeichnung als Fairtrade-Stadt ist ein riesiges Dankeschön an uns alle“, so Matthias Harman, „Und es ist gleichzeitig ein Versprechen: Wir hören hier nicht auf. Denn bekanntlich hängt die Zukunft davon ab, was wir heute tun.“ Fairtrade klinge manchmal abstrakt, aber es zeige sich ganz praktisch: im Rathaus bei einer Tasse fair gehandeltem Kaffee, in der Schule bei einem Stück fairer Schokolade, beim Einkauf, wenn bewusst zu Produkten gegriffen wird, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurden, konkretisierte der Bürgermeister weiter.
Für ihn zeige Fairtrade den wahren Preis von Produkten. Ein paar Cent mehr bedeuten faire Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und Umweltschutz dort, wo unsere Produkte entstehen. Billig seien viele Waren nur, weil andere den Preis zahlen mit harter Arbeit, Armut oder fehlenden Zukunftschancen. Fairtrade sei kein perfektes System. Aber ein ehrlicher, transparenter und überprüfbarer Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit. Und genau darum gehe es: Verantwortung zu übernehmen.
Das Stadtoberhaupt dankte allen, die die erneute Auszeichnung möglich gemacht haben. Dazu zählen die Mitglieder der Steuerungsgruppe, aber auch alle Verbraucher, die bewusst fair einkaufen. Ebenso gelte der Dank allen, die sich sichtbar oder im Hintergrund für eine gerechtere Welt einsetzen. Besonders erwähnte Harman das Team des Weltladens mit seinem bald fünf Jahrzehnte währenden Engagement für fairen Handel, Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen zeige der Weltladen, dass eine kleine Stadt wie Ahlen einen echten Beitrag zu globaler Gerechtigkeit leisten könne.
„Wir können etwas bewegen, und wir haben schon viel bewegt. Wir alle haben es sprichwörtlich in der Hand, die Welt ein kleines Stück besser zu machen“, blickte der Bürgermeister in die Zukunft. Das unterstrich auch Manfred Holz: „Visionen ohne Aktionen bleiben eben Illusionen.“


