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Direkt hinter dem Karnevalszug beginnt der Einsatz: Stadtreinigung sorgt für saubere Innenstadt

| Top-Meldungen | AUB

Rosenmontag, 13 Uhr, Mannschaftsraum am Wertstoffhof der Ahlener Umweltbetriebe (AUB). Eine letzte Einsatzbesprechung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtreinigung steht an, bevor sie dem närrischen Lindwurm durch die Ahlener Innenstadt folgen. Einsatzleiter Martin Gries spricht letzte Punkte ab, weist auf Besonderheiten entlang der Zugstrecke hin. Dann heißt es: rauf auf die Fahrzeuge und los Richtung Zeche Westfalen.

Auf dem Weg dorthin erzählt Gries, Einsatzleiter für Stadtreinigung und Winterdienst, dass der nächtliche Schneefall bereits für erste Einsätze gesorgt hat. „Wir haben natürlich die Rosenmontagsstrecke gesondert geräumt und für die Verkehrssicherheit gesorgt“, erklärt er. Der Winterdiensteinsatz sei allerdings eine Herausforderung gewesen, da einige Mitarbeitende schon seit den frühen Morgenstunden im Einsatz waren und deshalb nicht mehr eingesetzt werden durften. Also musste Gries kurzfristig umplanen und Ersatz organisieren. Schließlich leisten die AUB am Rosenmontag einiges, damit die Menschen in Ahlen unbeschwert Karneval feiern können.

Allein für die Stadtreinigung sind am Rosenmontag zehn Mitarbeitende und der Einsatzleiter im Einsatz. Drei Kehrmaschinen, ein Müllwagen, zwei Pritschenwagen und bis zu fünf Laubpuster sammeln bis zum Abend rund 8.700 Kilogramm Straßenkehricht und etwa 2.200 Kilogramm Streumüll ein. Zusätzlich sorgt die Straßenunterhaltung für Beschilderung und Absperrungen. 15 Abfallsammelfahrzeuge und ein Sattelzug der AUB und drei Busse der RVM sichern das Stadtgebiet ab, während im Vormittagsbereich weitere zwölf Container in kleineren Straßen aufgestellt werden.

Präzise Teamarbeit auf der Strecke
Warum die Sperrungen nicht sofort nach dem Zug aufgehoben werden, erklärt sich von selbst: Direkt hinter dem letzten Wagen folgt die Stadtreinigung. Mit Gebläsen auf dem Rücken pusten die Einsatzkräfte übrig gebliebene Kamelle und Süßigkeiten in die Straßenmitte, wo sie von den Kehrmaschinen aufgenommen werden. Zwei weitere Kräfte sammeln größeren Müll und leeren Abfallbehälter, begleitet von einem Müllwagen, damit der Abfall sofort entsorgt werden kann.

Martin Gries fährt im Pritschenwagen voraus, hält die Strecke frei und versorgt das Team mit Benzin für die Bläser. Auch Sondermüll nimmt er auf. An diesem Tag unter anderem zwei Gaskartuschen, die häufig von Jugendlichen unsachgemäß genutzt werden. Immer wieder müssen er und sein Team Autofahrer stoppen, die trotz Absperrung in den Bereich fahren. „Wenn plötzlich Autos auftauchen, ist das extrem gefährlich“, warnt Gries. „Unsere Mitarbeitenden tragen Gehörschutz und konzentrieren sich auf den Boden, sie hören oder sehen die Fahrzeuge oft nicht rechtzeitig.“

Ein größeres AUB-Fahrzeug sichert die Kolonne zusätzlich von hinten ab. Sobald Sperren nicht mehr benötigt werden, koordiniert Gries deren Abbau, um die Straßen möglichst schnell wieder freizugeben. Die Zusammenarbeit läuft reibungslos: „Die Kolleginnen und Kollegen greifen wie Zahnräder ineinander“, sagt Gries.

Nach der Reinigung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes folgt eine kurze Pause. Die Laubbläser können abgesetzt werden – die Geräte wiegen bis zu 15 Kilogramm. „Da steckt ordentlich Kraft drin“, so Gries. „Trotz sechs Grad Außentemperatur sind alle ordentlich ins Schwitzen gekommen.“ Anschließend geht es weiter zum Gebrüder-Kerkmann-Platz. Dort ist Tempo gefragt, denn kurz nach Abschluss des Zuges strömen viele Feiernde wieder in Richtung Fußgängerzone. „Wenn der Prinzessinnenwagen kommt, müssen wir durch sein. Das klappt jedes Jahr bestens“, sagt Gries.

Zwischen Geduld und Gefahr
Ganz ohne Zwischenfälle geht es dennoch nicht. Ein Radfahrer touchiert beinahe einen Mitarbeiter mit Laubbläser und beschwert sich anschließend über die vermeintliche Behinderung. „Wir machen hier sauber und wollen niemanden ärgern. Aber warum bringen sich einige selbst in Gefahr und beschimpfen dann noch unsere Leute?“ fragt Gries.

Am frühen Abend wird es erneut heikel: Ein Autofahrer umgeht eine Absperrung, quetscht sich über den Gehweg hinter einen Müllwagen und gerät in Streit mit den Einsatzkräften. Gries ruft schließlich die Polizei hinzu. Unterdessen arbeiten die Reinigungsteams unbeirrt weiter, bis gegen 19 Uhr alle Fahrzeuge zum Wertstoffhof zurückkehren. Dort wird der gesammelte Abfall gewogen, abgekippt und die Geräte gereinigt.

Einsatzleiter Gries zieht am Ende eine positive Bilanz: „Heute haben wieder alle top Hand in Hand gearbeitet“, sagt er. „So kann Ahlen am nächsten Morgen wieder in eine saubere Innenstadt starten.“


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