Ahlen waren von der Bezirksregierung Münster bereits vor drei Jahren Fördermittel in Höhe von 4.703.900 Euro bewilligt worden. Insgesamt beliefen sich die beantragten Projektkosten auf 5.534.000 Euro. Finanziert wurde die Maßnahme zu 50 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie zu weiteren 35 Prozent aus der NRW-Städtebauförderung. Dass die Stadt damit eine Förderquote von insgesamt 85 Prozent erreichen konnte, gilt aus Sicht der Verwaltung als außergewöhnlicher Erfolg. Entsprechend groß ist die Wertschätzung gegenüber der Entscheidung des Landes. Maßgeblichen Anteil daran hatte nach Angaben der Stadt das Verhandlungsgeschick der städtischen Planungsabteilung.
Das Ergebnis dieser Förderung ist inzwischen deutlich sichtbar: Der knapp 23.000 Quadratmeter große Platz im Stadtgebiet Ahlen Süd/Ost wurde nach knapp einjähriger Bauzeit zu einem lebendigen Quartiersplatz und Begegnungsort für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Kulturen entwickelt. Vor allem die umfangreiche Begrünung soll die Aufenthaltsqualität nachhaltig verbessern. Genau solche sichtbaren Effekte sind der Bezirksregierung bei der Vergabe von Fördermitteln besonders wichtig. Nach der Begehung bestand an der Zielerreichung kein Zweifel, auch wenn sich die gesamte Wirkung der Umgestaltung wohl erst in zwei oder drei Jahren vollständig entfalten wird.
Noch prägt an einigen Stellen Schotter das Bild. Der Rasen soll nach Pfingsten eingesät werden, sobald das Gastspiel des Zirkus beendet ist. Dann werde die Fläche zusätzlich Wasser aufnehmen können. „Bis der Schotterrasen vollständig ausgebildet ist, wird die Baustellenoptik bleiben“, erklärt Jörg Pieconkowski, Grünflächenleiter bei den Ahlener Umweltbetrieben. Nun brauche es vor allem Wasser und Wärme, damit sich der Rasen kräftig entwickeln könne. „Sechs bis acht Wochen, je länger, desto besser.“ Verwendet werde eine pflegeleichte, niedrig wachsende Rasensorte, die kaum gemäht werden müsse. Entlang der Platzränder sorgen Wieseneinsaaten und Blumenflächen künftig zudem für zusätzliche ökologische Akzente und bessere Bedingungen für Insekten.
Dass der neue Platz bereits angenommen wird, zeigte sich während des Besuchs ganz praktisch: Zeitgleich hatten die Händler des Koloniemarktes ihre Stände aufgebaut. Die Resonanz auf die Neugestaltung falle bislang überwiegend positiv aus, berichteten die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt. „Der Platz funktioniert und wird angenommen“, sagte Ahlens Planungschef Markus Gantefort. Das habe sich bereits während der Kirmes gezeigt. „Interessante Lauflagen sind entstanden anstelle des altbekannten Rundlaufs.“ Die Kirmes könne nun völlig neu erlebt werden. Auch die neu geschaffenen Versorgungsanschlüsse für Wasser und Strom sowie die Beleuchtung hätten sich bewährt.
Mit der Besichtigung wollte sich die Bezirksregierung ein konkretes Bild davon machen, wie die Fördermittel eingesetzt worden sind. „Wären hier nur zehn Bäume gepflanzt worden, dann hätten wir uns schon gewundert“, sagte Matthias Stevens augenzwinkernd. Künftig soll zudem eine Beschilderung auf dem Platz darauf hinweisen, dass die Umgestaltung maßgeblich mithilfe europäischer Fördermittel realisiert worden ist.

