Den Bürgermeister macht es zuversichtlich, dass trotz eines Defizits von etwa 33,5 Millionen Euro eine breite Mehrheit hinter dem Beschluss steht. „Das ist auch das Ergebnis der sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit der Fraktionen in den letzten Monaten“, ist Harman überzeugt und bekräftigt den von „Transparenz und Ehrlichkeit“ getragenen Weg auch in den kommenden Jahren fortführen zu wollen. Die gemeinsame Arbeit in der Haushaltssicherungskommission habe „den Blick für die Realitäten geschärft und manche ideologische Hürde geschleift“.
Die Politik habe verstanden, dass die größten finanziellen Probleme nicht in Ahlen gemacht werden, sondern die chronische Unterfinanzierung der Kommunen Ursache der Misere sei. Gleichwohl werde man in Ahlen alles daransetzen, „auch aus eigener Kraft und mit eigener Anstrengung den Haushaltsausgleich in zehn Jahren zu erreichen“, so Harmans Zielvorgabe.
Die große Zustimmung des Rates zum Haushalt 2026 wurde auch dadurch möglich, dass der Rat wichtige soziale und gesellschaftliche Angebote in Ahlen langfristig absichert. Grundlage dafür war ein vom sogenannten „Haushaltsbündnis“ unterstützter Antrag der SPD-Fraktion, mit den freien Trägern vertragliche Vereinbarungen über die beantragten Zuschüsse abzuschließen und diese mit einem jährlichen Inflationsausgleich zu versehen. Betroffen sind unter anderem Projekte der Jugend- und Drogenberatung, der Familien- und Gesundheitsarbeit, der Frauenhilfe, der Migrationsberatung sowie kulturelle und nachbarschaftliche Angebote. Ziel des Antrags ist es, für Träger, Mitarbeitende und Nutzerinnen und Nutzer mehr Planungssicherheit zu schaffen und bewährte Angebote dauerhaft zu sichern.
Bürgermeister Harman verspürt durch die Zustimmung zu seinem ersten eingebrachten Haushalt Rückenwind. „Vertrauen ist in der Politik ein wertvolles Gut. Ich bin glücklich, dass es mir gelungen ist, auch widerstreitende Positionen zusammengeführt zu haben. Darauf lässt sich aufbauen und für Ahlen viel Gutes erreichen.“ Jetzt müsse die Chance genutzt werden, dass der Rat weiterhin den Schulterschluss übt und im Verbund mit der Bürgerschaft den Mut zu verantwortungsvollen Entscheidungen beibehält.
