Gesät wird allerdings kein klassischer Rasen. Stattdessen setzen die Fachleute auf einen trockenheitsresistenten Wildgräserrasen, der durch eine sogenannte Fugenmischung ergänzt wird. „Damit etwas Blühendes dazukommt“, erläutert Grünflächenchef Jörg Pieconkowski. Zu dieser Mischung gehören unter anderem Thymian und Gänseblümchen, die später gemeinsam mit den Gräsern ein naturnahes Bild ergeben sollen. Das Ergebnis werde eher einem grünen Teppich als einer gepflegten Sportfläche ähneln. Die Pflanzen wachsen lediglich fünf bis zehn Zentimeter hoch und benötigen daher kaum Pflege. „Dann braucht man gar nicht zu mähen“, sagt Pieconkowski. AUB-Gärtnermeister Robert Schmäing betont, welche Erwartungen niemand an die Fläche haben sollte: „Auf keinen Fall zu verwechseln mit einem Fußballrasen.“
Auf Mutterboden wird beim Aufbau vollständig verzichtet. Stattdessen sollen die Wurzeln der Pflanzen künftig dazu beitragen, Niederschlagswasser aufzunehmen und den Platz zusätzlich zu entwässern. Damit soll die Bildung von Pfützen nach Regenfällen deutlich reduziert werden. Gegen außergewöhnlich starke Niederschläge seien jedoch auch technische Lösungen nicht gefeit. „Sehr ergiebige Regenmengen kann weder eine Drainage noch eine Versickerung sofort abführen“, erklärt Schmäing.
Auf eine künstliche Bewässerung der Aussaat kann nach Einschätzung der Fachleute verzichtet werden. Wie schnell sich die Fläche in ein grünes Erscheinungsbild verwandelt, hängt deshalb vor allem vom Wetter der kommenden Wochen ab. Geduld wird dennoch gefragt sein: Bis sich die Vegetation vollständig entwickelt hat, werden mehrere Wochen vergehen. Das Ziel ist jedoch klar formuliert. „Zur nächsten Herbstkirmes soll es grün sein“, sagt Pieconkowski. Während die Begrünungsarbeiten laufen und die Fläche anwächst, werden Marktstände teilweise auf den Parkplatz an der Emanuel-von-Ketteler-Straße ausweichen.

