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E-Mobilität nimmt in Ahlen stark zu

| Mobilität | Strasse | Umwelt

Die Planungen für ein städtisches Ladeinfrastrukturkonzept in Ahlen nehmen konkrete Formen an. Nach Monaten der Datenerhebung steht nun die Abschlusspräsentation bevor: In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am 30. Juni sollen die Ergebnisse offiziell vorgestellt werden.

Bereits im Vorfeld hat das beauftragte Ingenieurbüro DMT Energy Engineers seine Analysen in kleinem Kreis präsentiert. Vertreter der Stadtverwaltung sowie der Stadtwerke erhielten dabei erste Einblicke in die Auswertung. Die fällt aus Sicht der Fachleute eindeutig aus: Die Elektromobilität gewinnt auch in Ahlen deutlich an Fahrt.

So ist die Zahl der zugelassenen Elektrofahrzeuge in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Waren 2023 noch 623 Fahrzeuge registriert, sind es Anfang 2026 bereits 1074. Die Ingenieure sprechen von einem „sehr starken Zulauf“ und sehen darin einen klaren Trend, der sich in den kommenden Jahren fortsetzen dürfte.

Mit dem Wachstum steigt zugleich der Bedarf an entsprechender Infrastruktur. Derzeit stehen im Stadtgebiet sowie den Ortsteilen Dolberg und Vorhelm 66 öffentliche und halböffentliche Ladepunkte an 31 Standorten zur Verfügung, die grundsätzlich frei zugänglich sind. Nach den Berechnungen des Gutachterbüros müsste diese Zahl bis Ende 2027 auf 91 steigen, um die Nachfrage zu decken. Vorgesehen ist dabei ein ausgewogenes Verhältnis: Rund ein Drittel der Ladevorgänge soll über öffentliche Stationen erfolgen, während zwei Drittel im privaten Bereich oder über Arbeitgeber abgewickelt werden.

Um geeignete Standorte zu identifizieren, wurden insgesamt 80 mögliche Flächen im Stadtgebiet begangen und bewertet. 25 davon schieden aus unterschiedlichen Gründen aus, etwa wegen fehlender Netzkapazitäten oder ungeeigneter Lage. Für 46 verbleibende Standorte laufen derzeit Prüfungen durch die Stadtwerke, ob eine Umsetzung technisch und wirtschaftlich möglich ist.

Auch die Bürgerschaft wurde einbezogen: Eine Beteiligungsrunde im Januar brachte mehr als 400 Rückmeldungen ein, darunter zahlreiche konkrete Vorschläge für zusätzliche Ladepunkte.

Für die Umsetzung empfehlen die Fachplaner ein gestuftes Verfahren. Zunächst soll der Ausschuss das Konzept beschließen und damit den Rahmen festlegen. Anschließend werden geeignete Standorte zu sogenannten Standortbündeln zusammengefasst, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Diese Bündel sollen anschließend öffentlich gemacht werden, etwa über digitale Plattformen.

Interessierte Betreiber von Ladeinfrastruktur können dann ihr Interesse an einzelnen Bündeln bekunden. In einem nächsten Schritt werden die Standorte vergeben und die Betreiber aufgefordert, entsprechende Sondernutzungsanträge zu stellen. Auf Grundlage dieser Anträge erteilt die Stadt schließlich die Genehmigungen.

Mit diesem strukturierten Vorgehen will Ahlen sicherstellen, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowohl bedarfsgerecht als auch geordnet erfolgt und die Stadt für den weiteren Hochlauf der Elektromobilität gut gerüstet ist.


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