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EUREGIO-Geschäftsführer wirbt in Ahlen für mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit

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Die Chancen der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit standen im Mittelpunkt eines Austauschs zwischen Bürgermeister Matthias Harman und dem Geschäftsführer der EUREGIO, Christoph Almering. Der Netzwerker steht seit 2017 an der Spitze des grenzüberschreitenden Kommunalverbandes und war jetzt zu Gast im Ahlener Rathaus. Die EUREGIO versteht sich als Drehscheibe und Vermittlerin zwischen Deutschland und den Niederlanden. Dem ältesten grenzüberschreitenden Kommunalverband Europas gehören heute 128 Kommunen und Waterschappen (Wasserverbände) im deutsch-niederländischen Grenzraum an. Seit ihrer Gründung im Jahr 1958 setzt sich die EUREGIO für ein unkompliziertes und gewinnbringendes Miteinander beider Länder ein. Die Geschäftsstelle befindet sich in Gronau unmittelbar an der Grenze zu Enschede.

Im Gespräch mit Bürgermeister Harman machte Almering deutlich, dass Kommunen auf beiden Seiten der Grenze vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Besonders der demografische Wandel sei sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden deutlich spürbar, „er schlägt sehr stark durch“, so Almering. In den Niederlanden komme zudem ein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle hinzu. Interessiert zeigte sich Harman an den politischen Strukturen in den niederländischen Kommunen. Dort regierten häufig breit aufgestellte Koalitionen, die oftmals über Wahlperioden hinaus tragfähige Lösungen entwickelten. Ein Modell, das der Bürgermeister auch für Ahlen als erstrebenswert bezeichnete. Mit Blick auf den jüngst verabschiedeten Haushalt verwies Harman auf das breite Bündnis im Rat, das dem Etat mit einer Mehrheit von 75 Prozent zugestimmt hatte. Diese breite Unterstützung begrüßte auch Almering ausdrücklich.

Neben dem demografischen Wandel beschäftigen viele Kommunen in den Niederlanden finanzielle Herausforderungen. Almering verwies auf die Diskussion, zusätzliche Aufgaben der Jugendhilfe auf die kommunale Ebene zu übertragen. Dieses Vorhaben sei inzwischen verschoben worden. „Das wäre einfach nicht zu kompensieren gewesen“, berichtete der EUREGIO-Geschäftsführer. Besonders am Herzen liegt Almering die Förderung gemeinsamer deutsch-niederländischer Projekte. Die EUREGIO unterstütze Kommunen, Vereine, Bildungseinrichtungen und Unternehmen bei der Suche nach Partnern und bei der Beantragung von Fördermitteln. „Es gibt nichts, was wir nicht regeln“, betonte er mit Blick auf die umfangreichen Beratungsangebote der Geschäftsstelle.

Generell gelte es, die Chancen der Grenzregion stärker in den Blick zu nehmen, so Almerings Wunsch. Rund ein Drittel aller Deutschen lebe in einer Grenzregion. Die EUREGIO werbe deshalb für eine „360-Grad-Perspektive“: Auch jenseits der Grenze eröffneten sich Möglichkeiten für Bildung, Wirtschaft und gesellschaftliches Engagement. Gerade Schulen könnten von der Zusammenarbeit profitieren. Bereits kleine grenzüberschreitende Projekte würden durch spezielle Förderprogramme mit bis zu 1.500 Euro unterstützt. Der bürokratische Aufwand sei bewusst gering gehalten. „Dazu ist nur das Ausfüllen einer DIN-A4-Seite erforderlich.“ Sein Appell an Vereine, Institutionen und Bildungseinrichtungen in Ahlen: „Schöpfen Sie das aus.“

Auch Auslandsaufenthalte in den Niederlanden könnten für junge Menschen attraktive Perspektiven eröffnen. Als eine der weltweit führenden Handelsnationen biete das Nachbarland vielfältige Möglichkeiten für Bildung und Beruf. „Das ist nicht unbedingt schlechter als ein halbes Jahr in Australien.“ Dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit bereits erfolgreich funktioniert, zeigen verschiedene Beispiele aus Ahlen. Seit 2019 wurden im Rahmen des europäischen Interreg-Programms unter anderem der Nachbarschaftstreff in einer VIVAWEST-Wohnung am Föhrenweg sowie das Projekt „Green Team Ahlen“ zur Förderung des Zusammenlebens in Wohnquartieren umgesetzt.

Im Bildungsbereich bestehen ebenfalls Kontakte. Erst kürzlich besuchten Beschäftigte des Aventus Berufskollegs aus Apeldoorn im Rahmen des EU-Förderprogramms Interreg das St.-Vincenz-Berufskolleg in Ahlen. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch im sozialen Ausbildungsbereich, Hospitationen im Unterricht sowie Besuche verschiedener Einrichtungen der St.-Vincenz-Gesellschaft. Almering verwies auf die vielfältigen Fördermöglichkeiten der EUREGIO, die von niedrigschwelligen Begegnungsprojekten über langfristige Kooperationen bis hin zu größeren Interreg-Vorhaben mit Fördersummen von mehr als 25.000 Euro reichen. Die Geschäftsstelle in Gronau stehe Interessierten dabei als unkomplizierte Ansprechpartnerin zur Seite. 

Weitere Informationen auf der Homepage der EUREGIO
 


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