Besonders genau schaute die Ministerin bei der hofeigenen Brennerei hin und durfte natürlich auch probieren. Die besondere Destillationsmethode sorgt dafür, dass besonders wenige Störstoffe im Brand verbleiben. Das mache die Spirituosen besonders bekömmlich, so Hofbesitzer Martin Schulze Rötering. Gorißen nahm die Erklärung mit einem Augenzwinkern auf: „Dann kann man ja auch mehr davon trinken.“ Für den spontanen Spruch erntete die Ministerin einige Lacher und durchaus zustimmendes Nicken in der Runde. Martin Schulze Rötering erklärte, dass auch das Wasser eine wichtige Rolle spiele. Es sei besonders weich und sorge für einen sanften Alkohol, der zudem nicht trüb werde. Das Wasser wird aus dem Untergrund des Hofes gewonnen. Dort verläuft eine Wasserader, die sich vom Teutoburger Wald bis in die Niederlande erstreckt.
Zuvor hatte Ahlens stellvertretender Bürgermeister Ralf Marciniak die Ministerin auf der „bombastischen Hofanlage“ begrüßt. Hof, Café, Restaurant, Brennerei und Hofladen seien bei den Ahlenern ausgesprochen beliebt. „Das Familienunternehmen ist mit ganzer Leidenschaft bei der Sache, und das schmeckt man auch“, sagte Marciniak. Für die hervorragenden Produkte des Ahlener Betriebes möge die Ministerin in Düsseldorf viel Werbung machen, fügte er eine persönliche Bitte an.
Auch Landrat Dr. Olaf Gericke warb für die Landwirtschaft im Münsterland. Die Region sei nicht nur ein besonders schöner Teil Nordrhein-Westfalens, sondern zeichne sich auch durch ein ausgeprägtes Bewusstsein für Landwirtschaft aus. Dieses sei hier stärker verankert als in den großen Städten. Für Gorißen ist genau das ein wichtiger Punkt ihrer Tour. „Wir wollen mehr Appetit darauf machen, beim Einkauf noch stärker darauf zu achten, regional erzeugtes Obst, Gemüse, Fleisch oder vor Ort hergestellte Milch in den Warenkorb zu legen“, sagte die Ministerin. Regionale Lebensmittel hätten dabei nicht nur geschmackliche Vorteile. Auch beim Klimaschutz spielten kurze Wege eine Rolle. Auf den Höfen Nordrhein-Westfalens würden Lebensmittel zudem „hoch innovativ, nachhaltig und ressourcenschonend“ erzeugt. „Bei dem Hof Schulze Rötering in Ahlen zeigen wir, welche Stärke unsere Landwirtschaft hat, und wir zeigen Verbraucherinnen und Verbrauchern, dass Lebensmittel aus der Region spitze sind“, sagte Gorißen.
Über den Hof Schulze Rötering
Die Geschichte des landwirtschaftlichen Familienbetriebs Schulze Rötering reicht bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. Der historische Gräftenhof, wie er typisch für das Münsterland ist, zählt damit zu den ältesten Höfen der Region. Heute wird der Familienbetrieb von Martin und Hildegunde Schulze Rötering geführt. Über die Jahrhunderte hat sich der Hof zu einem vielseitigen Betrieb entwickelt, der verschiedene Bereiche entlang der Lebensmittelproduktion miteinander verbindet – von der Landwirtschaft über Direktvermarktung und Gastronomie bis hin zur Brennerei. Ein Schwerpunkt des Ackerbaus liegt auf dem Anbau von Brotweizen, Gerste und Raps. Darüber hinaus werden als Sonderkulturen Spargel und Erdbeeren angebaut, die während der Saison feldfrisch im eigenen Hofladen angeboten werden. Das Landgasthaus ist in einem der denkmalgeschützten Fachwerkhäuser des Hofes beheimatet und wird von Moritz und Kathrin Schulze Rötering geführt. In der Küche stehen die hofeigenen Erzeugnisse im Mittelpunkt. Spargel, Erdbeeren, Brot und Wildfleisch aus eigener Erzeugung werden direkt verarbeitet und zu regional geprägten Gerichten veredelt.
Eine besondere Bedeutung hat zudem die auf dem Hof ansässige, international ausgezeichnete Brennerei. Ihre Tradition reicht bis ins Jahr 1767 zurück. Heute entstehen dort – unter der fachlichen Betreuung von Anna Clarissa Schulze Rötering – hochwertige Edeldestillate, fassgelagerte Kornbrände und Liköre, die das kulinarische Angebot des Familienbetriebs um eine weitere Facette ergänzen. Als zukunftstragendes Standbein neben der Erzeugung von Lebensmitteln ist seit Jahren die Photovoltaik etabliert und wird in den kommenden Jahren mit Windkraft ergänzt. Auf dem Hof leben heute vier Generationen der Familie Schulze Rötering. Ihr Zusammenspiel steht für die Verbindung von Tradition und moderner Landwirtschaft. Der Familienbetrieb zeigt auf vielfältige Weise, wie regionale Erzeugung, handwerkliche Verarbeitung und Direktvermarktung mit hoher Qualität und kurzen Wegen miteinander verbunden werden können.
„Uns ist es wichtig, Lebensmittel nachhaltig dort zu erzeugen und zu verarbeiten, wo sie entstehen – mit kurzen Wegen, hoher Qualität und einem direkten Bezug zu unserer Region. Unser Hof steht für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Wir möchten das, was über Generationen gewachsen ist, bewahren und gleichzeitig Wege gehen, den Betrieb in die nächste Generation zu übergeben“, sagt Betriebsinhaber Martin Schulze Rötering.



