„Wasser ist nicht unerschöpflich“, sagt Linda Sauer, Klimaschutzmanagerin der Stadt Ahlen. „Schon kleine Veränderungen im Alltag können dazu beitragen, dieses wertvolle Gut zu sparen.“ Bewusst mit Wasser umzugehen, bedeute nicht zwangsläufig Verzicht. Es meine vielmehr, Trinkwasser dort einzusetzen, wo es wirklich gebraucht wird.
Ein besonders hoher Wasserverbrauch entsteht in den Sommermonaten durch das Bewässern von Rasenflächen. Dabei ist das Sprengen des Rasens häufig gar nicht erforderlich. „Ein braun gewordener Rasen ist nicht automatisch kaputt“, erklärt Sauer. „Gräser sind an Trockenperioden angepasst. Sie gehen in eine Ruhephase und treiben wieder aus, sobald es häufiger regnet und die Temperaturen sinken. Wer den Rasen ständig bewässert, fördert außerdem flache Wurzeln. Das macht ihn langfristig sogar anfälliger für Trockenheit.“ Sinnvoller sei es, Regenwasser für die Gartenbewässerung zu nutzen. Regentonnen oder Zisternen könnten gerade nach Gewittern große Mengen Wasser speichern. Denn nach längeren Hitzeperioden falle Niederschlag oft innerhalb kurzer Zeit als Starkregen. Der ausgetrocknete Boden könne diese Wassermassen zunächst kaum aufnehmen. Ein großer Teil fließe oberflächlich ab und werde über die Kanalisation abgeleitet. „Wer Regenwasser sammelt, nutzt sinnvoll eine Ressource, die sonst häufig ungenutzt verloren geht“, so Sauer. Private Brunnen können von der Trockenheit ebenso betroffen sein, wenn infolge langanhaltender Hitze und ausbleibender Niederschläge die Grundwasserspiegel sinken. Flache Garten- und Bohrbrunnen laufen Gefahr, deutlich weniger Wasser zu fördern oder zeitweise sogar trockenzufallen.
Im Haushalt lasse sich Wasserverbrauch ohne großen Aufwand drosseln, etwa indem der Wasserhahn beim Zähneputzen oder Einseifen nicht unnötig läuft oder Wasch- und Spülmaschinen erst voll beladen eingeschaltet werden. Von übertriebener Sparsamkeit beim Duschen oder der Toilettenspülung rät die Stadt allerdings ausdrücklich ab. Eine ausreichende Wassermenge ist notwendig, damit Fäkalien, Toilettenpapier und andere organische Stoffe zuverlässig durch die Kanalisation transportiert werden. Bleibt dieser Spüleffekt aus, können sich Ablagerungen bilden, die unangenehme Gerüche verursachen, Faulgase entstehen lassen und langfristig sogar die Kanalisation schädigen. Gleichzeitig bieten solche Ablagerungen einen Nährboden für Keime. Besonders problematisch wird es, wenn zusätzlich Feuchttücher, Wattestäbchen, Windeln oder andere Hygieneartikel über die Toilette entsorgt werden. Sie gehören grundsätzlich in den Restmüll und können gemeinsam mit einem geringen Wasservolumen erhebliche Verstopfungen verursachen.
Die Stadt erinnert außerdem daran, in Hitzeperioden auch an Tiere zu denken. Eine flache Wasserschale im Garten, auf dem Balkon oder vor dem Haus hilft Vögeln und Insekten, ausreichend Flüssigkeit zu finden. Wichtig ist, das Wasser regelmäßig zu erneuern und die Schale sauber zu halten. Beim Trinken dagegen gilt: sparen ist keine gute Idee. Gerade an heißen Tagen benötigt der Körper ausreichend Flüssigkeit. Leitungswasser ist dafür der ideale Durstlöscher.
Wer unterwegs seine Trinkflasche auffüllen möchte, findet im Stadtgebiet mehrere kostenlose Angebote. Rund um die Uhr steht der öffentliche Wasserspender auf dem Marktplatz zur Verfügung. Darüber hinaus beteiligen sich verschiedene Einrichtungen am Refill-Netzwerk. Sie sind am gut sichtbaren „Refill“-Aufkleber an ihren Eingängen oder Schaufenstern zu erkennen.
Kostenlos Trinkwasser gibt es unter anderem an folgenden Standorten:
- Wasserspender am Marktplatz, Markt 15 (rund um die Uhr)
- Volkshochschule Ahlen, Markt 15
- Rathaus Ahlen, Westenmauer 10
- Verbraucherzentrale Ahlen, Westenmauer 10
- Stadtbücherei Ahlen, Südenmauer 21
- Weltladen Ahlen, Gerichtsstraße 4
- Bürgerzentrum Schuhfabrik, Königstraße 7
- Pauluszentrum der evangelischen Kirchengemeinde, Raiffeisenstraße 3
- LBS-Geschäftsstelle, Oststraße 1
