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Parkour-Anlage im Hövenerort verleitet zu großen Sprüngen

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Vorbeigehende Passanten und Besucher der Sportanlage fragen sich seit Längerem: Ist es moderne Architektur oder doch ein Kunstwerk? Sandsteinfarbenen Betonwände auf der Sportanlage im Hövenerort ragen in unterschiedliche Richtungen, verbunden durch Edelstahlstangen.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Tatsächlich aber handelt es sich um die erste Parkour-Anlage in Ahlen, mit der ein lang gehegter Wunsch vieler Jugendlicher in Erfüllung geht.

Parkour ist eine urbane Trendsportart, bei der Hindernisse möglichst flüssig, kreativ und effizient überwunden werden. Gesprungen, geklettert, balanciert oder geschwungen wird dabei ausschließlich mit dem eigenen Körper. Nun gibt es für diese Sportart erstmals eine speziell dafür errichtete Freiluftanlage in Ahlen. Dass die Anlage den Vorstellungen der späteren Nutzer entspricht, war der Stadt von Beginn an wichtig. „Viele Jugendliche haben sich schon lange einen solchen Ort für Ahlen gewünscht“, sagt Sibylle Kordes vom Jugendamt. Deshalb seien bereits in der Planungsphase Workshops mit Schülerinnen und Schülern sowie Jugendlichen aus den Jugendzentren organisiert worden. Auch junge Menschen aus dem Bürgerzentrum Schuhfabrik und der Jugendecke Nord brachten ihre Ideen ein. Bislang habe sich die Parkour-Szene überwiegend in Turnhallen getroffen. Umso größer sei nun die Freude darüber, dass die Anlage pünktlich zum Beginn der Sommerferien fertiggestellt worden sei. „Die Kids warten darauf“, so Kordes.

Jugendhilfeplaner Markus Beckmann betont, dass das Projekt keineswegs ausschließlich innerhalb der Verwaltung entwickelt worden sei. „Die Anlage ist nicht unter unserem Bleistiftchen entstanden“, sagt er. Vielmehr hätten erfahrene Parkour-Trainer ihre fachlichen Empfehlungen eingebracht. Mehrere Fachbereiche der Stadt arbeiteten dabei eng zusammen. „Ein tolles Kooperationsprojekt“, fasst Beckmann zusammen. Geplant hat die Anlage Marc Beckmann vom Ingenieurbüro Schmidt aus Lennestadt. Mithilfe einer dreidimensionalen Animation konnten die Jugendlichen seinen Entwurf frühzeitig begutachten und Änderungswünsche einbringen. „Es gab ein sehr positives Feedback, mit dem wir den Entwurf immer weiter verfeinern konnten“, berichtet der Fachplaner.

Für den Bau verantwortlich war Garten- und Landschaftsbau Tripp aus Ahlen. Geschäftsführer Stefan Tripp betrat mit dem Projekt Neuland. „Ich wusste vorher selbst nicht, wie man so eine Anlage benutzt“, gibt er offen zu. Gemeinsam mit seinem Team habe man sich intensiv in die Materie eingearbeitet. „Es war ein spannender Auftrag und einmal etwas ganz anderes.“ Die gesammelten Erfahrungen könnten künftig auch bei ähnlichen Projekten hilfreich sein.

Noch präsentieren sich die Betonwände in schlichter Sandsteinoptik. Dass sich das bald ändern dürfte, sehen die Verantwortlichen gelassen. „Eine solche Anlage ist eigentlich erst dann wirklich fertig, wenn die Szene sie für sich entdeckt“, sagt Kordes. Kunstvolle Graffiti gehörten zur Kultur vieler Straßensportarten dazu und würden der Anlage ihren eigenen Charakter verleihen. Für Sicherheit sorgt ein elastischer Fallschutzbelag, der Verletzungen bei misslungenen Sprüngen verhindern soll. Zusätzlich werden  in den kommenden Wochen QR-Codes angebracht. Über diese können Nutzer Videoclips mit Übungen und Trainingshinweisen abrufen.

Mit der Parkour-Anlage wurde zugleich das gesamte Umfeld der Sportstätte aufgewertet. Entstanden ist ein befestigter Parkplatz mit rund 80 Stellplätzen, der die bestehende Boule-Anlage und den stark genutzten Kunstrasenplatz erschließt. Die Beleuchtung wird in Kürze ergänzt. Auch an Umwelt- und Klimaschutz wurde gedacht. Ein Artenschutzgutachten war ebenso erforderlich wie ein Überflutungsnachweis. Deshalb entstand eine Versickerungsmulde, die über ein Rohrsystem mit der Drainage des Kunstrasenplatzes verbunden ist und bei Starkregen zusätzliche Wassermengen aufnehmen kann. Weitere Installationen sollen künftig für mehr Schatten sorgen. Zudem wurden Fahrradbügel installiert.

„Wir haben viele attraktive Sport- und Aktionsflächen in Ahlen. Die Parkour-Anlage fügt sich hervorragend in dieses Angebot ein und wird sich ganz bestimmt zu einem gut angenommenen Treffpunkt für Jugendliche auch über den Ahlener Süden hinaus entwickeln“, sagt Anna Schepers, Teamleiterin Sport bei der Stadt Ahlen. Brigga Kazmierczak, für Schule und Sport zuständige Gruppenleiterin der Stadt, dankt Bund und Land für die finanzielle Unterstützung. Mithilfe der Fördermittel sei die lange Zeit wenig genutzte Sportanlage aus ihrem „Dornröschenschlaf“ geweckt und zu einer modernen Bewegungs- und Begegnungsstätte weiterentwickelt worden. Der Förderung zu verdanken sind die Sanierung des Sportplatzes, Bau der Parkour-Anlage und eine markierte, durch das Stadtgebiet führende Laufstrecke. Die Mittel stammen aus dem Sonderprogramm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“.

Die Investitionskosten der jüngsten Maßnahmen am Hövenerort belaufen sich auf rund 170.000 Euro für die Parkour-Anlage, weitere rund 220.000 Euro flossen in den neuen Parkplatz einschließlich Entwässerung, Beleuchtung und weiterer Nebenanlagen. Damit verfügt Ahlen nun über eine weitere moderne Sportstätte, die neue Bewegungsmöglichkeiten schafft und sportlich-aktiver Treffpunkt für junge Menschen sein soll. 


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