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Schiedsleute leisten Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft

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Nicht jeder Streit muss vor Gericht enden. Oft können ein offenes Gespräch, Lebenserfahrung und ein wenig Geduld helfen, einen Konflikt zu lösen. Auf die Bedeutung dieser Arbeit hat Bürgermeister Mathias Harman bei der Dienstbesprechung der Schiedsleute des Amtsgerichtsbezirks Ahlen im Ratssaal des Rathauses hingewiesen. Zugleich dankte er den ehrenamtlich tätigen Schiedspersonen für ihren Einsatz. Zu Beginn der Zusammenkunft begrüßte Harman insbesondere die neue Direktorin des Amtsgerichts Ahlen, Ines Neuhaus, in Ahlen. Neuhaus ist seit Anfang September im Amt und folgte auf Andreas Serries. Zu ihrer Ernennung gratulierte der Bürgermeister und wünschte Neuhaus für ihre neue Aufgabe viel Glück und Erfolg.

Den Schiedspersonen dankte Harman für deren Engagement. „Sie üben ein Ehrenamt aus, das für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung ist“, betonte er. Die Schiedsleute des Amtsgerichtsbezirks leisteten einen wichtigen Beitrag zum Rechtsfrieden und damit auch zum sozialen Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst. Dabei gehe es vielfach darum, Konflikte möglichst frühzeitig und ohne ein förmliches Gerichtsverfahren zu lösen. „Längst nicht jeder Streit muss vor Gericht enden“, so der Bürgermeister. Gerade die Kombination aus Lebenserfahrung, Ruhe und einem klugen Blick auf die Situation könne dabei helfen, dass zerstrittene Parteien wieder miteinander ins Gespräch kommen und eine vernünftige Lösung finden.

Im weiteren Verlauf der Dienstbesprechung standen vor allem praktische Fragen und der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. So wurde vereinbart, dass Schiedspersonen künftig bei Interesse an öffentlichen Gerichtsverhandlungen teilnehmen können, wenn ein vorausgegangenes Schiedsverfahren nicht erfolgreich war. Auf diese Weise soll ein Einblick in den weiteren Verlauf solcher Fälle ermöglicht werden. Darüber hinaus tauschten sich die Schiedsleute intensiv über aktuelle Themen aus ihrer Tätigkeit aus.

Hintergrund:
Schiedspersonen folgen dem Motto „Schlichten statt richten“ und helfen, Streitigkeiten außergerichtlich und einvernehmlich zu lösen. Sie vermitteln als neutrale, ehrenamtliche Schlichter zwischen den Parteien, bevor ein Konflikt vor Gericht landet oder eskaliert. Typische Fälle sind Nachbarschaftsstreitigkeiten wie überhängende Äste an der Gartengrenze, Beleidigungen oder Ehrverletzungen, kleinere zivilrechtliche Konflikte sowie in bestimmten Fällen gesetzlich vorgeschriebene Schlichtungsverfahren vor einer Klage. Auch kleine Delikte im Strafrecht, bei denen die Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse an einer Verfolgung bejaht und deren Verfolgung keines Antrags bedarf, können unter Umständen auf dem Tisch von Schiedspersonen landen.
 


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